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Reviews Shadowboxer

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Reviewer

Herbert.West * 4.5

Möchtegern-Arthouse-Thriller

Es gibt sie jedes Jahr, die starbesetzten Totalflops. Ein Thriller mit zwei Oscarpreisträgern in den Hauptrollen (zugegeben: zum Zeitpunkt des US-Starts hatte Helen Mirren ihren Oscar noch nicht), der im Kino weltweit weniger als eine halbe Million Dollar einspielt, ist nichts anderes als ein Totalflop. Was im besten Fall ein tarantinoesker Film der Marke "Lucky # Slevin" oder "2 Tage in L.A." hätte werden können, entpuppt sich als bizarrer, selbstverliebter Pseudo-Arthouse-Schmus, der sich viel, viel zu ernst nimmt.

"Shadowboxer" fängt wie ein solider Thriller an, wird dann schnell aber immer eigenartiger (leider nicht im positiven Sinn). Der Bösewicht (Stephen Dorff wieder mal beim Overacting) taucht beispielsweise nur am Anfang und am Ende des Films auf, dazwischen hat er sich anscheinend frei genommen. Eine seltsame (überraschend explizite) Sexszene reiht sich an die andere, und zwischendrin ertrinkt der Film an mindestens einer Stelle beinahe in Kitsch. Ansonsten passiert die meiste Zeit so gut wie überhaupt nichts.

Regieneuling Lee Daniels gibt allem einen penetranten künstlerischen Anstrich und versucht damit Anspruch vorzugaukeln - der aber in keiner Weise vorhanden ist. Denn der Plot ist minimalistisch und unausgereift, die Charaktere wirken gekünstelt, und Spannung will sich auch nicht einstellen. So eiert dieses Kuriosum zwischen den jeweils ersten zehn und letzten zehn einigermaßen sehenswerten Filmminuten träge und einschläfernd vor sich hin. Das scheint auch Cuba Gooding Jr. so empfunden zu haben, denn er wirkt die ganze Zeit auf befremdliche Art wie kurz vor dem Einnicken und tut schauspielerisch gar nichts. Helen Mirren wirkt ebenfalls irgendwie wie im falschen Film. Der einzige schauspielerische Lichtblick ist Joseph Gordon-Lewitt, bekannt als Hauptdarsteller aus "Brick".

Timo * 7.5

Kreislauf der Gewalt

Im Vorfeld habe ich den Film mit folgenden Worten empfohlen bekommen: "SHADOWBOXER muss man allein deshalb gesehen haben, um ihm zu glauben." Jetzt, nachdem ich den Film kenne, kann ich den Worten nur zustimmen. Was Regisseur Lee Daniels hier vor seinem Publikum abzieht, ist irgendwo schon harter Tobak. Auf der einen Seite kommt man nicht drum herum, ihm gewisse satirische Elemente einzugestehen, auf der anderen ist man immer wieder über die enorme Härte des Stoffes und der Darstellung verwundert. Vielleicht ist es gerade diese Mischung, welche SHADOWBOXER vom Einheitsbrei der Thriller/Krimis abhebt.

Müsste man diesen Mischmasch beschreiben, könnte man dies mit folgenden Zutaten tun: Etwas BRICK, sicherlich auch einen Hauch RUNNING SCARED, sowie einen guten Löffel PAY BACK (aber nur was den Härtegrad bei Schlägereien und Racheaktionen angeht). Das Hauptmotiv der ersten Hälfte stammt meiner Meinung nach jedoch aus KILL BILL, ohne SHADOWBOXER unterstellen zu wollen, er hätte geklaut. Dabei geht es weniger um die Rachegelüste von Beatrix Kiddo, als um den Mutterinstinkt, der auch in einer Killerin schlummert und der jederzeit entfesselt werden kann.

Superb ist auch der großartige Cast: Helen Mirren (THE QUEEN) war nie cooler, Stephen Dorff (BOTCHED, BLADE) nie böser, Cuba Gooding Jr (PEARL HARBOUR) selten besser, Vanessa Ferlito (DEATH PROOF) selten noch bezaubernder. Eine kleine, sehr merkwürdige Rolle hat auch Joseph-Gordon Levitt (BRICK, THE LOOKOUT). Er und seine Filmpartnerin stellen definitiv ein heißes Gespann dar. SHADOWBOXER ist oft wild und laut, aber auch melancholisch und sanft. Würde er am Ende nicht ganz so dick auftragen (das letzte Drittel verliert etwas an Fahrt) und uns seinen Subtext, den er ansonsten behutsam aufbaut, nicht so schonungs- & lieblos vorsetzen, wäre ich persönlich noch ein Stück weit zufriedener gewesen. Aber auch so habe ich einen tollen Film gesehen, der eben einmal davon lebt, in vielen Szenen "anders" zu sein, sei es auch auf Knopfdruck.

FFFler * 6.0

Trotz Staraufgebot nur Mittelmaß

Obwohl eigentlich nicht mehr als ein typischer Direct-To-DVD Film macht der Film dank seiner Besetzung um Helen Mirren und Joseph Gordon Lewitt schon neugierig. Das Ergebnis kann sich dann auch weitestgehend sehen lassen, so sind Story und vor allen Dingen die Inszenierung für einen Film dieser Art sehr ordentlich geworden und auch die Darstellerleistungen wissen weitestgehend zu gefallen; auszunehmen ist hierbei einmal mehr Stephen Dorff, den wir wohl nie mehr in einer vernünftigen Rolle sehen werden. Gegen Ende lässt das Ganze zwar ein wenig nach, aber im Großen und Ganzen ein recht ordentlicher Film, zu keinem Zeitpunkt jedoch mehr.

DelosOzzy * 8.0

Hart und Sanft...

...gleichzeitig kommt dieses Drama rüber. Mit viel Neugierde bin ich in diesen Film gegangen und wurde bei Weitem nicht enttäuscht.

Zum Inhalt haben die Vorschreiber genügend gesagt. Helen Mirren und Joseph Gordon Lewitt spielen einfach nur WELTKLASSE und sind alleine das Geld wert.

Die Bilder des Films sind ansprechend, manchmal hat der Film ein paar Längen, aber er langweilt trotz vorherzusehender Story zu keinem Zeitpunkt.

Sollte man gesehen haben und sich von manchen Bildern berauschen lassen.
Einfach anders :)

war im City, München

Herr_Kees * 7.0

Wie der Vater, so der Sohn

Mit bunten Farben und Weichzeichnereffekten am Rande des Kitschs, übertriebener Gewalt(andeutung) und betont ungewöhnlicher Story ist SHADOWBOXER mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Wer möchte, kann sich hier aber ganz gut amüsieren, den Figuren zuschauen und sich von den ungewöhnlichen Entwicklungen, Konstellationen und Ideen überraschen lassen.

Fazit: Killerthriller mal anders, nicht besonders aufregend, aber durchaus kurzweilig und unterhaltsam.

guckte im Metropol 2, Stuttgart

40 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Shadowboxer
  • Score [BETA]: 68
  • f3a.net: 6.8/10 40
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-20 09:23

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