s St. John’s Wort (2001) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews St. John’s Wort

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Reviewer

Alan Smithee * 6.0

Interessanter Film, nicht wirklich spannend. Aber mal was anderes. Geht um ein ehemaliges Spiele-Programmierer-Pärchen, das in einem alten Gemäuer IHRE Vergangenheit aufrollen und gleichzeitig alles für das Spiel dokumentieren. Dabei wird vieles schön mit Filtern versehen, dass es schon etwas wie das fertige Spiel aussieht... Ohne groß zu spoilen: es nervt zu beginn, ist für später aber wichtig.
Nunja, es wird viel durchs Haus gerannt, jeder Winkel erkundet. Einige interessante Stellen hat der Film: Im großen und ganzen aber nicht gerade spannend und stellenweise auch arg seltsam. Fazit: Für Leute die mal was ganz anderes sehen wollen.

D.S. * 7.5

Der Horror im Johanniskraut

Um beim FFF den parallel laufenden "Triggermen" sehen zu können, hab ich mich entschlossen, "St. John’s Wort" schon vorab auf DVD anzugucken. Jetzt kann ich nur hoffen, daß "Triggermen" VERDAMMT gut ist - denn inzwischen kann ich sagen, daß es eigentlich eine Sünde ist, "St. John’s Wort" nicht auf der großen Leinwand zu sehen... wer etwas für visuelle Spezialeffekte, düstere Settings und ungesehene Bilder übrig hat, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen!

Zur Story: Ein Team von Computerspiele-Designern stellt verdrossen fest, daß dem neuen Game noch irgend etwas fehlt, der letzte Kick noch nicht da ist. Während sie lamentieren, kommt Nami vorbei - ihres Zeichens Illustratorin und Ex-Partnerin des Chefs der Firma. Mit ihm zusammen bricht sie auf, um eine riesige alte Villa zu besichtigen, die sie soeben geerbt hat. Denn man hofft, hier Inspirationen für den Fortgang des Spiels, und vielleicht schon für das nächste Spiel, zu finden. Eine Zeit lang klappt das auch ganz gut, sie senden regelmäßig mit der Digital-Videokamera aufgenommene Filme und sonstige Impressionen an den Rest des Teams, welche dieser benutzt, um Level-Maps zu kreieren usw. (ja, die sind schon extrem schnell im Workflow, die Japaner *lol*).

Dann aber entdecken die beiden mehr und mehr düstere Geheimnisse des Gebäudes - und lernen einiges über ihre Vergangenheit. Seltsame und beängstigende Dinge passieren, und es kommt zu einem dramatischen Finale, das sicherlich NIEMAND hätte vorhersehen können.

Der Film arbeitet mit drei grundsätzlich unterschiedlichen Kameraeinstellungen: da ist zum einen die subjektive Kamera, die Digi-Cam des Ex-Partners von Nami. Sie liefert die bekannten, Blair Witch-artigen Bilder, die inzwischen wirklich nichts neues mehr sind und meiner Meinung nach auch nur bedingt zur sonstigen Atmosphäre des Films passen. Glücklicherweise beschränkt sich der Einsatz dieser Kamera vorwiegend auf das erste Drittel des Films. Weiter gibt es eine interessante Schwarz-Weiß-Kamera, über die ich hier aber nix weiter sagen kann, ohne zu spoilern. und zuletzt ist da die "übliche" erzählende Kameraperspektive. Die hier aber meistens alles andere als auf die übliche Weise zum Einsatz kommt. Denn es geht hier schließlich letztendlich um ein Computerspiel, und diesen Aspekt greift die Kamera wunderbar auf: Farbfilter ohne Ende, die anfangs sogar bei jeder Bewegung der Kamera wechseln, und so die ganze gezeigte Welt artifiziell und irgendwie "krank" erscheinen lassen; digitale Effekte, die einzelne Szenen visuell in Ausschnitte aus einem Computerspiel verwandeln; mehrere Kamerafahrten, die eindeutig wenige inhaltlich als stilistisch motiviert sind... Diese Herangehensweise läßt zwar im Verlauf des Films an Intensität nach (und räumt der Story so mehr und mehr Platz ein), aber zumindest der Anfang des Films hinterläßt den betrachter garantiert mit einem offenen Mund und ungläubigem Kopfschütteln, denn so etwas, solche farben, solche Perspektiven, sieht man wirklich nicht oft. Und allein die machen den Film schon sehenswert, wie ich finde.

Dazu kommt dann aber noch die Story, die zwar an einigen Stellen nicht wirklich verständlich rüberkommt (bzw. Fragezeichen im Bereich der Logik hinterläßt), aber es auf jeden Fall schafft, einen in ihren bann zu ziehen. Die Gesamt-Atmosphäre des Films ist unheimlich, düster, bedrückend - und ein paar nette Schock-Momente gibt es auch.

Zwar hat der Film (v.a. im ersten Drittel) einige Längen, dafür aber nimmt er im weiteren Verlauf mehrfach überraschende Wendungen; und wie gesagt: das Ende kann man unmöglich vorhersehen.

Fazit: stilistisch ziemlich einzigartig und mitreißend, von der Story her insgesamt fesselnd, von der Atmosphäre her sehr bedrohlich - sollte man sehen! Auch wenn die schauspielerischen Leistungen sicher nicht das Non-Plus-Ultra sind und es schon originellere Stories gab.

Ach ja, der Titel: "St. John’s Wort" ist die englische Bezeichnung für Johanniskraut. Ein mildes Anti-Depressivum. Die Wirkung dieses Krauts spielt im Film allerdings keine Rolle. Wohl aber die Bedeutung, die antike Gedichte ihm angeblich (das behauptet der Film) zugeschrieben haben.

Herr_Kees S * 3.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Bildschirmschoner

Zum Ersten: David Fincher als Vergleich heranzuziehen, nur weil in einer Szene die Kamera im Schlüsselloch verschwindet, ist doch ein wenig gewagt. So technisch ausgefeilt ist der Film denn auch nicht, sondern setzt lediglich ein paar modische Spirenzien ein, um das Zuschauerinteresse wach zu halten. Zum Zweiten: Mit dem Betreten des alten Hauses und der Einführung des hochgezoomten, s/w-unscharfen Überwachungskamerabildes werden wohlig gruselige Erinnerungen an BLAIR WITCH und die eindrucksvollsten Szenen der RING-Serie wach. Leider interessiert sich der Film überhaupt nicht dafür, entwickelt sich in eine höchst unerfreuliche konventionelle Richtung und verschenkt damit einen Haufen Potenzial. Nur ein angenehmer Nachmittagsgrusler.

staunte im Metropol, Stuttgart

Mirco Hölling S * 4.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Kraut & Rüben

Ein junges Spieledesigner-Pärchen, Nami und Kohei, verbringt die Nacht in einem Gruselhaus, welches das Elternhaus des jungen Mädchens gewesen ist, die aber später adoptiert wurde. Nun stellt sich Nami ihrer Vergangenheit und den Geheimnissen ihrer Vorfahren. Es sind seinerzeit Morde passiert und auch jetzt scheint das Haus nicht gänzlich unbewohnt......

Klingt fürchterlich abgedroschen, ist erfreulicherweise aber erfrischend anders. Die Bildsprache des Film ist jugendlich, bunt, frech und sehr trendy, ohne in die Fallen von Filmen wie "House on Haunted Hill" zu tappen, nämlich allzuviele CGI-Effekte und generierte Monster zu zeigen. Mal wird’s unscharf, mal grobkörnig, mal verwackelt, mal statisch, mal bunt und mal düster.

Leider kann man andererseits nicht behaupten, daß diese Sperenzchen dem Film ohne weiteres gut tun. Die konventionelle, aber nicht uninteressante Storyline wird dadurch weder konterkariert noch unterstützt. Die meisten Bildeffekte stehen für sich, als wenn junge Leute mit der Kamera experimentieren und unbedingt jeden Effekt drin haben wollen. In einigen Sequenzen funktioniert die Kombination aus Story und bild sehr gut, nur um dann in der drauffolgenden ins Leere zu verpuffen. Schade.

Der junge Regisseur wollte hier partout modernes japanisches Kino à la "Yentown", "Pornostar" oder "Shark Skin Man & Peach Hip Girl" mit einem klassischen Horrorsujet vermengen, was grundsätzlich auch sehr interessant hätte werden können. Die Konzentration auf die nur bedingt funktionierende Technik führte dann offenbar auch zu einer Vernachlässigung der Figuren. Die schauspielerischen Leistungen und die Leinwandpräsenz der Darsteller ist eher dürftig, zum Teil nervig eintönig.

Andererseits gibt es einzelne Szenen, die schon vermögen, eine Gänsehaut zu erzeugen. Zumeist dann, wenn sich der Japaner auf seine japanischen Horrortugenden beschränkt und quälend lange Einstellungen, nahezu voyeuristisch ausschlachtet. Gegen Ende des Films nimmt dann allerdings sowohl der Film als auch das Skript eine dermaßen konventionelle Wendung, daß man glaubt, sich in einem billigen "Carrie"-Ripoff zu befinden. Auch die Tatsache, daß man noch einen vermeintlich originellen und an die "Generation Game" gerichteten Abschlussgag bringt, kann nichts mehr retten, sondern macht es nur noch schlimmer.

Ein Film mit sehr viel Potential und ein Regisseur mit einigem Talent aber einem unbefriedigenden Endergebnis.

saß im Grindel, Hamburg

FFFler * 6.0

Das etwas andere Programmieren

Es kommt einem so vor als hätten zwei verschiedene Regisseure diesen Film gedreht. So gibt es viele Szenen die im "Blair Witch Project"-Style gedreht wurden und welche die das genau Gegenteilige machen und man dank ihren genialen Kamerafahrten und -einstellungen fast mit einem David Fincher vergleichen könnte. Dieser Mix ist zwar sehr gut gemacht, aber doch sehr anstrengend für Augen und Ohren, so dass mir eine "normale" Inszenierung manchmal fast lieber gewesen wäre. Die Horrorgeschichte an sich ist mal wieder eine typische "Haunted House"-Story mit ein paar netten Überraschungen, die jedoch jetzt nicht so toll waren, dass sie die Handlung qualitativ erhöhen. Insgesamt ein solider Horrorfilm, der durch seine Optik die Standardstory noch etwas aufwerten kann.

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St. John’s Wort
  • f3a.net: 5.5/10 14
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-22 06:40

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