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Review Strangerland

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Im magischen Fegefeuer Australiens
von Edwinita

Strangerland ist kein Film, den man eben konsumiert, verdaut und schnellstens wieder ausscheidet. Die Ungeheuerlichkeit des Verbrechens kommt ohne Effekte aus und findet in den Gedanken des Zuschauers statt, wenn er oder sie die Indizien abwägt.

Diese Durchschnittfsfamilie (gut gespielt von Kidman und Fiennes) besteht nicht aus Gutmenschen, auch wenn die Fassade stimmen mag. Sie leben in der Wüste, umgeben von Menschen, zu denen sie keine Verbindung haben. Nicole Kidman schafft es, wie ein zartgliedriges, fremdes Insekt zwischen den bodenständigen Menschen dieser Kleinstadt zu wirken. Einsamkeit und Verzweiflung sind der Grundtenor; dieser Ort scheint eine unverdiente Strafe für etwas zu sein, das man anfangs nicht versteht.

Doch die Handlung schlängelt sich unaufhaltsam, auch mit Hilfe einer traumhaften, hypnotischen Wüstenlandschaft, der schiefen Katharsis zu. Die Intensität baut sich auf, weil man als Zuschauer um eine Lösung des Mysteriums bemüht ist. So gewinnt jeder Satz an Mehrdeutigkeit. Die Wahrheitsfindung ist für die Charaktere ein gewaltiger, unbewußter Prozess, den man besser nicht hinterfragt. Denn die Wahrheit, wenn sie es ist, könnte sehr, sehr unbequem sein. Jeder erschafft sich seine eigene Hölle in einer Welt, wo mehrdeutig geredet und noch viel bedeutungsvoller geschwiegen wird...

Nicole Kidman hat mir in diesem Streifen sehr gut gefallen, auch wenn sie als nymphoman angelegter Charakter eher einer Männerphantasie entsprungen scheint. Joseph Fiennes überzeugt als einsamer Loser-Vater, der jede Menge Fragen aufwirft. Und Hugo? Es ist egal was der Mann macht. Mit der Stimme kann er auch das Buxtehuder Telefonbuch vorlesen und es wie Shakespeare aussehen lassen.

saß im Cinestar, Berlin

49 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Strangerland
  • Score [BETA]: 46
  • f3a.net: 5.9/10 49
  • IMDb: 5.3/10
  • Rotten Tomatoes: 29%
  • Metacritic: 42/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-30 23:12

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