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Review Strangerland

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Lost im Outback
von Lizzie

Das Ehepaar Parker ist mit seinen beiden Kindern vor geraumer Zeit ins Nirgendwo des australischen Outbacks gezogen, wo die Tage lang, heiss, staubig und langweilig sind. Richtig wohl fühlt sich dort keiner, und auch miteinander hat die Familie ihre Probleme, über die aber keiner miteinander spricht: Der Vater (Joseph Fiennes) beisst die Zähne zusammen und flüchtet sich in seine Arbeit als Apotheker, die Mutter (Nicole Kidman) sitzt zuhause und leidet. Der kleine Sohn bricht nachts regelmäßig zu langen, ziellosen Wanderungen auf und kommt erst im Morgengrauen zurück, während die 15-jährige Tochter Anerkennung sucht, indem sie sich jedem verfügbaren männlichen Wesen sexuell verfügbar zeigt. Eines Nachts verschwinden beide Kinder spurlos. Ein Verbrechen? Sind beide abgehauen? Oder ist das nur, wie eine Aborigine-Frau geheimnisvoll andeutet, einfach eines der Dinge, die hier in der Wüste nun mal seit langer Zeit geschehen?
Wer einen Mystery-Thriller erwartet (wie man beim FFF annehmen könnte), wird hier enttäuscht werden, denn das Verschwinden der Kinder und die Suche nach ihnen ist hier vor allem Hintergrund, um das komplizierte, kaputte Beziehungsgeflecht der Familie zu beleuchten, in der keiner mit keinem redet und in dem auch bald der ermittelnde Polizist (Hugo Weaving) eine Rolle spielt. Doch auch, wer wie ich mit gutem, ruhigem Arthouse was anfangen kann, wird hier unter Umständen frustiert rausgehen: Alle Beteiligten verhalten sich zunehmend erratischer, halten wichtige Informationen zurück, ohne dass man dies wirklich nachvollziehen kann – und sie blieben dadurch für mich fremde Charaktere, die offenbar nur in der Phantasie von Drehbuchautoren existieren und dadurch auch immer egaler wurden. Die Schauspieler sind toll und spielen sich tapfer durch schwülstige Melodramatik hindurch, aber letztendlich blieb nach dem enttäuschenden Ende nur das Gefühl, buchstäblich sehr viel heiße Luft angeschaut zu haben. Wenn auch (die Landschaftsaufnahmen sind gigantisch!) optisch sehr schöne heiße Luft.

staunte im Savoy, Hamburg

48 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Strangerland
  • Score [BETA]: 46
  • f3a.net: 5.8/10 48
  • IMDb: 5.3/10
  • Rotten Tomatoes: 29%
  • Metacritic: 42/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-22 01:10

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