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Review The Strangers

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Zu üblicher Terror
von D.S.

Wer schon immer mal den Unterschied zwischen "möglichst die Massen beeindrucken" und "möglichst massiv beeindrucken" verstehen wollte, braucht sich nur "The Strangers" anzusehen. Und ihn dann mit "Ils/Them" vergleichen. Beide Filme basieren auf derselben Idee, haben denselben Handlungsrahmen, unterscheiden sich in ihrer Wirkung aber wie Tag und Nacht.

"Ils" setzt auf die un-fassbare Gefahr - lässt den Zuschauer bis zum letzten Drittel des Films keinen Blick auf die geheimnisvollen Fremden erhaschen und macht sie erst ganz zum Schluss wirklich kenntlich. Durch die Ungreifbarkeit steigert sich die Bedrohlichkeit ins Unermessliche: gemeinsam mit den Protagonisten wissen wir bis zuletzt nicht, wer oder was da draußen wirklich lauert und welche Ziele es verfolgt. Die Anspannung steigert sich in reinen Terror, weil wir das Böse nicht mal sehen können und dennoch auf immer drastischere Weise mit ihm konfrontiert werden. Hinterhältig, heimtückisch, unsichtbar. Und dadurch unglaublich intensiv.

"The Strangers" dagegen ist vor allem eins: laut. Hier wird geschrieen und gelärmt, als ob es kein Morgen gäbe. Und schon der Trailer verrät uns: da sind drei Twens in Masken, die unser Protagonistenpärchen einfach so terrorisieren. Weil sie halt gerade zu Hause sind. Der Moment der hilflosen Irritation, den die Protagonisten durchleben, weil sie keine Ahnung haben, wer sie bedroht - der ist vergleichsweise kurz gehalten. Und dann geht es auch schon um gnadenlose Action, um Körperlichkeit, um Special Effects und reichlich Blut. Hmm.

Deshalb ist "The Strangers" noch lange kein schlechter Film. Zumal, wenn man "Ils" nicht kennt, kann er durchaus für einiges an Panik im Betrachter sorgen; die Angst der Protagonisten wird stellenweise greifbar, die Bedrohung ist ohne Zweifel real. Nur eben fast schon ZU real, zu eindeutig, zu typisch - der Film bewegt sich gefährlich nahe an Slasher-Standardware, eine Szene weckt gar überdeutliche Erinnerungen an "Halloween". So kennt man halt seine Mainstream-Horrorfilme: Pärchen in Gefahr, brutale Killer im Haus.

Sicher nicht unspannend umgesetzt, aber eben weit entfernt von psychischem Terror, von nicht greifbarem, nicht nachvollziehbarem, nicht bannbarem - unsichtbarem - Horror.

Für sich gut genießbar, im Vergleich zu "Ils" reichlich flau. Obwohl, oder weil, so viel lauter, knalliger, offensichtlich körperlich brutaler. Aber keine Frage: das wird der Masse besser gefallen. Mir nicht, darum hierfür nur 6 Punkte. Schade um die Intensität des "Originals".

saß im Metropolis 6, Frankfurt

66 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The Strangers
  • Score [BETA]: 65
  • f3a.net: 6.2/10 66
  • IMDb: 6.8/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-02-28 10:37

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