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Review Sweet Home

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Wenn der Kammerjäger zweimal klingelt
von D.S.

Ein Film über ein altes Mietshaus in Barcelona, in dem es zu einem Blutbad kommt, produziert von Julio Fernández – da fühlt man sich doch gleich an REC erinnert. Im Vergleich zu diesem ist SWEET HOME jedoch ein wesentlich konventionellerer Film geworden: ein klassischer Slasher mit sehr begrenztem Personal, der sich auf eine einzige Location beschränkt.

Auf der Habenseite hat er eine dichte Atmosphäre aufzuweisen, ein paar sehr brutale Kills, angenehm hohes Tempo ohne große Ruhepausen und eine ungewöhnlich gute Kameraarbeit, die insbesondere den zur Handlungszeit vorherrschenden Regen immer wieder überraschend eindrucksvoll in Szene setzt und für markante Bilder sorgt.

Zu seinen Schwächen dagegen zählen mehrfache selten dämliche Entscheidungen seiner Protagonisten, ihre bestenfalls oberflächliche Zeichnung – sowie vor allem die Tatsache, dass der Film aus seinen Möglichkeiten viel zu wenig macht.

Ein junges Pärchen, in einem abgeschlossenen Abbruchhaus auf sich allein gestellt gegen eine Gruppe namenloser Killer und schließlich einen Jason-artigen Ãœber-Bösewicht, â€×The Liquidator“: diese Ausgangslage wird zwar effektiv in ein intensives, atemloses Katz-und-Maus-Spiel mit bedrohlicher Stimmung umgesetzt. Als unsere beiden Helden jedoch endlich soweit sind, sich gegen die Angreifer zu wehren, nutzen sie die Vorteile nicht wirklich aus, über die sie verfügen: einen detaillierten Grundriss des Gebäudes samt all seiner versteckten Gänge, Schlüssel zu allen Wohnungen sowie jede Menge potentiell todbringender Waffen.

Da hätten sie so schön fiese Fallen bauen können, aber was tun sie? Immer nur panisch davonlaufen. Und dabei oft genug auch noch die Türen hinter sich sperrangelweit offenstehen lassen. Sicher, in Slashern verhalten sich die Opfer eben normalerweise nicht sehr klug, aber hier wäre ein so viel höherer Level an Spaß und Gewalt in direkter Reichweite gewesen... schade drum.

Wenn man über diese verpassten Chancen und die Beschränktheit der Protagonisten hinwegschauen kann, unterhält SWEET HOME aber fraglos gut. Auch wenn man merkt, dass die Macher hier nur auf Nummer Sicher gehen und bewährten Schemata folgen, um dem Fan genau das zu geben, was er sehen will: mit seinem krachend lauten Soundtrack, seinen zahlreichen Schocks und vor allem seiner beinharten Gewalt erfüllt er alle Genre-Erwartungen auf souveräne Weise.

Nichts Neues also, aber viel Spannung, grimmige Atmosphäre, hoher Blutzoll: Hält wach und macht Spaß. Einigermaßen, jedenfalls. 6,5 Punkte von mir.

war im Cinestar, Frankfurt

44 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Sweet Home
  • Score [BETA]: 54
  • f3a.net: 5.7/10 44
  • IMDb: 5.1/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verf├╝gbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-09 21:35

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