Menü

Review Sweet Home

Finden

Hausräumung mal anders - und doch alles beim Alten
von Leimbacher-Mario

Die neue spanische Thriller-Welle trifft auf klassischen Exploitation-Slasher? Das reicht für einen netten Mitternachts-Snack an Gore & Verfolgung, eine zahmere Mischung aus "Kidnapped" & "Eden Lake", allerdings nicht für einen Einzug in eine gut sortierte Filmsammlung. Der Film ist kurz & kurzweilig, die Geschichte schnell erzählt: ein junges Pärchen will sich einen romantischen Abend in einem fast verlassenen spanischen Haus machen, wird dabei aber von einem recht drastischen Räumungskommando überrascht, welches dafür sorgen soll, dass der alte Sturkopf aus dem Obergeschoss endlich seine Wohnung räumt & verkauft... oder besser gesagt: stirbt!

"Sweet Home" spielt sicher nicht in der ersten Liga der spanischen Thriller, dafür ist das alles zu lauwarm. Für einen netten Abend, an dem man nichts anderes zur Hand hat, reicht’s. Aber sind das wirklich unsere Ansprüche? Eigentlich nicht. Das Pärchen ist meist recht sympathisch, trotz oft dümmlicher Aktionen wünscht man ihnen zumindest nicht den Tod. Mit den lächerlichen Einbrechern war ich zuerst komplett unzufrieden, als dann aber die ernstzunehmendere, wortkarge Verstärkung kam, vertröstet. Auch die Härte zieht mit dem Eisspray-Killer an, mir leider aber noch nicht gnadenlos genug.

Der Look des Films ist rau, dunkel, typisch spanisch & hat ein Mitternachts-Flair***SPOILER***, auch die Szenen im Abwassertunnel samt Leuchtstäben gegen Ende waren atmosphärisch. Wie auch das gesamte Haus, wenn unerbittlich Regen gegen die Scheiben peitscht & alle Fenster zugemauert sind. Allerdings hat man das Thema Home-Invasion schon so oft besser, schneller, spaßiger, härter gesehen - da ist "Sweet Home" keine Kinoauswertung wert, sondern eher akzeptables DTV-Niveau. Es fehlen einfach Raffinesse & Eigenständigkeit, alles wirkt gekonnt abgekupfert & kombiniert. Von einem Fan für Fans, mit beschränkten Mitteln, aber Talent. Für sein Langfilm-Debüt durchaus anschaubar, mehr als ein müdes Lächeln gibt es aber kaum. Umso mehr man schon gesehen hat, umso weniger Begeisterung wird aufkommen!

Fazit: nicht alle spanischen Thriller sind klasse. Dieser ist eher aufgeraute Stangenware!

war im Residenz, Köln

43 Bewertungen auf f3a.net

Zurück

Bewertungen

Sweet Home
  • Score [BETA]: 54
  • f3a.net: 5.7/10 43
  • IMDb: 5.1/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-07-15 00:34

Archiv Suche


oder ?