s Sweetwater (2013) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Sweetwater

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Reviewer

meiklsan * 4.0

Sweetsheep

Beim ersten Versuch den Film zu sichten bin ich nach ca. 40 Minuten eingeschlafen.
Beim zweiten Versuch habe ich mich dann einfach nur durchgequält.

Was uns vollmundig als besonderes „Centerpiece" angekündigt wird, entpuppt sich leider nur als ein laues Prärie Lüftchen.

Damals als es die „Special Screenings" und das „Directors Spotlight" noch nicht gab, hätte dieser Film niemals auch nur ansatzweise den Weg auf die Position des „Centerpiece" gefunden.
Es dürfte sich hier mit Abstand wohl auch um das schwächste Centerpiece handeln, dass ich jemals gesehen habe.
Schade.

Der UK Vertrieb hat sicherlich nicht grundlos den harmlosen Titel „Sweetwater" auf „Sweet Vengeance" geändert, um dem Film wenigstens namentlich noch etwas mehr Pepp mitzugeben.

Wer das Regie Brüderpaar bei seinem Erstlingsdrama „Touching Home", übrigens ebenfalls mit Ed Harris, erlebt hat, weiß aber was es heißt, dramaturgische Längen zu ertragen.
Und da hilft dann leider auch kein Ed Harris, den ich selbst zwar sehr schätze, der hier aber vermutlich nur als guter Freund der Regisseure und als kommerzielles Zugpferd eingesetzt wurde, um Schlimmeres zu vermeiden.

Inhaltlich will ich mich gar nicht länger aufhalten, denn in der FFF Synopsis ist alles gesagt und der Film ist auch keine weiteren Worte wert.
Allerdings sollte man den Satz: „Hell hath no fury like a woman bent on revenge. Halleluja!" unbedingt entfernen, denn er entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit, aber das kennen wir ja.

Soll mal schön das Mainstream Publikum sich diesen Western anschauen und sich mit dem schwer verständlichen Südstaatenslang herum ärgern, grins.

Der geneigte Festivalfreund lässt diesen Streifen aber lieber gemütlich an sich vorübergehen, geht in die Parallel Vorstellung und schaut sich den Film dann auf DVD mit dt. oder engl. UTs an!

Definitiv kein Festival Must See!

Ein paar Punkte gibt es für den hervorragend exzentrisch aufspielenden Jason Isaacs als Prophet Josiah, natürlich für einen gewohnt souveränen Ed Harris, das lila Kleid unserer Revenge Lady und für ein paar wundervolle Panorama Aufnahmen.

landscape * 5.0

Nichts Neues im Wilden Westen

Der Böse sieht aus, wie der Böse nun mal aussehen muß, der lustige alte Freak ist folgerichtig der Gute, die neuen Siedler sind gut, also sind alle im Dorf schlecht.
Ziemlich flache Ware, die mit The Quick and The Dead und anderen kein Stück mithalten kann.
Im Western-Setting verpufft auch das, was in einem anderen Land spielend Kirchenkritik sein könnte, denn so bekommt man einfach ein paar aufgewärmte, altbekannte Klischees präsentiert.
Chance vertan.

war im Cinemaxx 1, Hamburg

Fex * 8.0

Western der alten Schule

Der Trailer lässt leider einen flotten Rachewestern à la Tarantino mit coolen Typen, coolen Sprüchen, bösen Bösewichtern und viel Blut erwarten. Alles das wird zwar geboten, allerdings nicht in der Form und extremen Komprimiertheit von Tarantino, sondern als "normaler, eher dramatischer" Western mit schönen Bildern, der sich genügend Zeit für die Geschichte in der ersten Hälfte nimmt und mehr mit Clint Eastwoods oder John Waynes Western gemeinsam hat. Ed Harris als Sheriff ist als schräger Typ, der sich selbst nicht als "queer", sondern nur "unusual" sieht, für die coolen Sprüche zuständig, während January Jones aus gutem Grund und zutiefst verletzt eher wortlos in der zweiten Hälfte ihren Rachefeldzug durchführt. Alles in allem ein Western der alten Schule mit guten Darstellern und eigentlich einzigem Bezug zur Neuzeit dadurch, dass eine Frau die Bösen killt und der Blutgehalt deutlich höher liegt.

Wer sich vom Trailer nicht mit falschen Erwartungen konfrontiert sieht, kann einen schönen runden zeitgenössischen Western mit schönen Bildern und durchaus einigen Härten genießen.

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

Roughale * 8.0

Ein ziemlich klassisch gehaltener Western, ich konnte keine der im Programmheft angedeuteten (besser: angedrohten *gg* ) tarantinoesken Momente entdecken - fand ich aber gut so!

Optisch eine Perle, schauspielerisch auch, besonders Ed Harris - Mann, war der gut!

Storytechnisch wenig überaschend (auch da wurde mehr angekündigt), aber so eine Rachegeschichte passt schon.

saß im Cinemaxx 1, Hamburg

Lovecraft * 6.5

Viel Kugeln und ein Halleluja!

Epische Bilder, packende Shootouts, überzeugende Darsteller. In vielfacher Hinsicht ist "Sweetwater" deutlich über dem Durchschnitt anzusiedeln. Es gibt auch mehr Blut und Brüste als bei "Rauchende Colts" oder "Bonanza". January Jones ist eine charismatische Heldin mit Mut zum vollen Körpereinsatz und Jason Isaacs gibt wunderbar exaltiert den völlig irrsinnigen Prediger. Sein charismatisches Auftreten und die Darstellung seiner Gemeinde weist durchaus (beabsichtigte?) Parallelen zur Manson-Family auf. Die Figur des schrägen Sheriffs hingegen wurde ganz offensichtlich durch Willem Dafoes Charakter aus den "Boondock Saints" inspiriert. Leider ist die Handlung doch arg straight-forward und vorhersehbar, so daß letztlich ein ordentlicher, aber keinesfalls umwerfender Gesamteindruck bleibt.

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

Herr_Kees * 6.0

Have you met Miss Jones?

"Viel Spaß bei Rape & Revenge im Wilden Westen!" - die Ansage von Moritz vor dem Film kann man auch in den falschen Hals bekommen. Zum Glück ist der Spätwestern nicht ganz so exploitativ, der Spaß beschränkt sich allerdings auf Wildcard Ed Harris, der hier den schrägen Sheriff Hampelmann geben darf. Der Rest ist eher ernsthaft, schön fotografiert und nett schmierig gespielt, insgesamt aber nur Durchschnitt - mit einer kleinen Spur Wahnsinn.

war im Metropol 1, Stuttgart

Janina Himmen * 5.0

Western waren noch nie mein Genre. Okay, ich mochte Django Unchained, aber das ist ja Tarantino und zählt deshalb nicht. Selbst den Lucky-Luke-Film habe ich damals nur wegen Terence Hill geguckt und den Comic gemieden, als wäre er ein Hanni-und-Nanni-Roman. Keine guten Voraussetzungen...

Sweetwater hatte also von Anfang an keinen leichten Stand bei mir, denn wider Erwarten handelt es sich tatsächlich um einen ganz klassischen Western. Pferde, endlose Prärie, Cowboyhüte... Nix mit phantastischen Elementen oder verrückten Typen. Die einzige Ausnahme bildet Ed Harris als durchgeknallter Sheriff, dessen Auftritte (die Tisch-Szene :)) am besten im Gedächtnis bleiben. Aber sonst? Viel Drama und danach viel Rache gab es zu sehen, aber man braucht Geduld. Und irgendwie kamen der Sinneswandel und das Leid der Frau nicht richtig gut rüber, dafür, dass sich so viel Zeit gelassen wurde. Überraschungen gab es keine und der Showdown fiel dann auch noch enttäuschend aus.

Das ergibt dann wohl die gnadenlos mittelmäßige Durchschnittsbewertung.

Erstveröffentlichung

glotzte im Metropolis 8, Frankfurt

MacGuffin * 9.0

Old School

Ein Western beim FFF, das hat es wohl noch nicht gegeben?! Andererseits, warum nicht, es bereichert das Themenspektrum, und Sweetwater ist ja auch kein schlechter Vertreter des Genres, wenn er diesem auch nicht viel Neues hinzufügt. Thematisch erinnert er mich ein wenig an "Hannie Caulder", ein "Rachewestern" mit Raquel Welch von 1971. Bei Sweetwater haben mir weniger als die Geschichte vor allem die soliden Darstellerleistungen gefallen, allen voran der total durchgeknallte Ed Harris, man könnte annehmen, er hat während der Dreharbeiten kräftig was geraucht. Jason Isaacs gibt einen sehr überzeugend gespielten fanatischen (und bigotten) Prediger. Und richtig klasse January Jones als unnahbarer, geradlinig ihr Ziel verfolgender Racheengel. Anschauen!

ArthurA * 6.0

Nichts Neues an der Western-Front...

Auch wenn im Mittelpunkt des Marketings bei Sweetwater Sarahs Rache steht, findet der Großteil dieser vor allem in der dritten Filmhälfte statt. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Sweetwater ist sowieso interessanter, wenn er sich den Charakteren von Jason Isaacs und Ed Harris zuwendet. Isaacs gibt einen wahnsinnigen Bösewicht zum besten, der trotz all seiner Missetaten immer noch daran glaubt, ein Mann Gottes zu sein. Ed Harris wiederum erinnert in seiner nicht minder verrückten Performance sehr an den Charakter von Willem Dafoe in Der blutige Pfad Gottes. Wenn Harris und Isaacs auf der Leinwand sind, insbesondere in den wenigen gemeinsamen Szenen der beiden, dann erlebt der Film seine Höhepunkte. Das kann man von Jones’ stereotyper kalter Rächerin nicht behaupten, was vor allen daran liegt, dass ihr die emotionale Vielschichtigkeit fehlt, um die Rolle interessant zu gestalten. Jones wirkt stets kühl und distanziert - egal, ob sie gerade vom Tod ihres Mannes erfährt, eine Fehlgeburt erleidet, vergewaltigt wird oder ihre Peiniger erschießt. Sie verändert sich nicht und macht es dem Zuschauer ungemein schwer, sich für ihren Charakter zu interessieren (auch die aufgezwungene Szene mit ihrer Filmmutter ändert nichts daran). Dass man dennoch möchte, dass sie gewinnt, liegt vor allem daran, dass Isaacs den unangenehmen Bösewicht so überzeugend spielt, dass man ihn gerne bestraft sehen würde.

Erstveröffentlichung

war im Cinedom 9, Köln

Leimbacher-Mario * 6.5

Ein ruhiger Pulpwestern

Irgendwo zwischen Tarantino, den Coens & Sergio Leone rollt dieses Western-Kleinod über die trockene Felder New Mexicos. Ein fantastischer & erbarmungsloser Prediger, eine Frau, die sich mit ihrem Ehemann eigentlich ein einfaches, ruhiges Leben aufbauen wollte, als Nachbarin & ein stoischer Sheriff, der Morde in der kargen Gegend aufklären will - fertig ist ein Cocktail, der gleichzeitig explosiv wie klassisch ist, langsam wie hart, bleihaltig wie dialoglastig. Eine unterhaltsame Kombination & so etwas wie Western-Fast Food - lecker, aber schnell vergessen.

Der Film fühlt sich erfreulich oldschool an, die Rachemotive sind unübersehbar & spürbar 70s. Dass die Idee auf den Kopf gestellt wurde, mit einer Frau als Racheengel, kann man dabei aber nicht sagen, gibt es doch genug Beispiele aus damaliger Zeit, wo ebenfalls Frauen die 45er abfeuerten. Allgemein gilt hier sogar: die Männer glänzen. Sowohl der Prediger als auch der Sheriff bleiben im Gedächtnis & sind gegensätzlich wie genial gespielt. ***SPOILER***Eigentlich zu erahnen, dass sich beide am Ende gegenseitig eliminieren & die Protagonistin die lachende Dritte ist. Schön zu sehen, dass trotz der furiosen Auftritte von Isaacs & Harris Miss Jones ihre Frau steht & als Ex-Prostituierte auf Rachefeldzug zumindest nicht untergeht.

"Sweetwater" ist ein klassischer Western an der Oberfläche - mit tollen Bildern, den üblichen Charakteren. Fällt jedoch mehr Licht auf die Personen, auf deren Intentionen, Vergangenheiten & Entschlossenheit, ist der Film modern, hart & böse, wie man im 21. Jahrhundert nur sein kann. Der Spagat gelingt also weitestgehend gut, unterstützt durch ein tolles Schauspieler-Ensemble, hinterlässt eigentlich nur die simple Geschichte einen faden Beigeschmack. Dieser bleibt leider sogar länger im Gedächtnis als die Story selbst - was schade ist & etwas unerklärlich. Für Western-Fans aber eine Empfehlung, wenn auch nur sehr bedingt eine Innovation oder Neuland. Alter Wein in modernisierten Schläuchen, könnte man sagen.

Fazit: Western sind aus der Mode? Vielleicht, aber ab & an gibt es sehenswerte Schätzchen & "Sweetwater" würde ich mit Einschränkungen dazu zählen!

51 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Sweetwater
  • Score [BETA]: 63
  • f3a.net: 6.6/10 51
  • IMDb: 5.9/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-10-20 13:25

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