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Review Time and Tide

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Dieser Review enthält SPOILER!

von Mirco Hölling
Seunlau ngaklau (2000)

English Title: Time and Tide

Regie: Tsui Hark

Buch: Tsui Hark, Hui Koan

Darsteller: Nicholas Tse, Wu Bai, Candy Lo, Cathy Tsui, Anthony Wong

Tsui Hark lebt wieder!!! Und wie!!

Time and Tide ist sein Befreiungsschlag nach seinen USA-Erlebnissen und Filmen. Schlag? Nein! Schläge! Krieg! Gemetzel!

Die Handlung ist so verworren und dermaßen unwichtig, daß sie hier nur kurz angerissen sei:
Tyler (Nicholas Tse) verleibt sich in eine lesbische (!) Polizistin (Candy Lo) nachdem er mit ihr ein Kind gezeugt hat und fängt gleichzeitig seinen neuen Job als Bodyguard ohne Waffe (!!) bei Uncle Ji (grandios wie immer: Anthony Wong) an. Er und sein neuer Kumpel Jack (Wu Bai) geraten nun zwischen die Fronten eines Bandenkriegs mit brasilianischen Gangstern(!), die mit HK-Triaden zusammenarbeiten. So recht versteht man gegen Ende nicht mehr, wer hier gegen wen ist, nur eins ist sicher: Alle sind gegen Tyler und Jack.

Die Storyline ist dermaßen durchgeknallt und over the top, daß sie schon wieder Spaß macht. Tsui Hark suchte offenbar ganz deutlich einen Grund, die furiosesten Actionszenen seit langem zu inszenieren. Motivation und Plot spielten hierbei wohl keine große Rolle, was dem Film aber nicht schadet. Time and Tide ist ein Bilderbuch des HK-Kinos, eine Reise durch seine Geschichte. Alles, was man bereits kennt und liebgewonnen hat, wird hier aufgegriffen und noch größer und noch unglaublicher gemacht.

Der Film legt speziell gegen Ende aber auch während seiner gesamten Spielzeit ein unglaubliches Tempo vor, welches seinesgleichen sucht und nicht finden wird. Es wird uns z.B. ein Häuserkampf geboten, welcher in der Form wohl noch nie zu sehen war. Und immer, wenn man sich gerade vom letzten Hammer erholt, kommt ein neuer. Unglaublich ist geradezu, wenn Nicholas Tse bei Cathy Tsui ein Baby entbinden muss: Während er an Ihrem Unterleib zu schaffen ist, deckt sie ihn vor hinterrücksen Angriffen mit seiner Automatik.

Choreografie und Stunts sind so großartig, daß einem die Luft weggbleibt. Allerdings darf man dies vom Altmeister des HK-Actionkinos auch erwarten. Die Kameraführung ist hektisch, schnell und schweißtreibend, vermittelt jedoch nur Tempo, welches wirklich vorhanden ist. Mogelpakete gibt’s hier nicht. Der Score ist treibend und stakkatohaft. Die Schauspieler füllen das hanebüchene Drehbuch mit Fleisch und (viel) Blut. Lediglich einige CGI-Effekte wirken, als wären sie am heimischen PC entstanden.

Wenn mans mit ner logischen und nachvollziehbaren Story also nicht so genau nimmt, dafür aber gerne in den Kinosessel gepresst wird, sofort anschauen. Logikfetischisten: Finger weg!

Mirco Hölling (21.08.2001)

war im Cinemaxx, Hamburg

15 Bewertungen auf f3a.net

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Time and Tide
  • f3a.net: 7.6/10 15
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-07-15 01:51

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