s V/H/S (2012) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews V/H/S

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Reviewer

kao * 1.0

Einfach nur schlecht

Bitte ignoriert den einen Stern in der Bewertung, weniger geht leider nicht. V/H/S hätte stattdessen eher ein großes rotes Biohazard-Symbol verdient, denn dieses Machwerk grenzt in Gesamtlänge schon an seelische Grausamkeit.

Am Besten tut man sich diesen Film erst gar nicht an. Falls ihr schon eine Kinokarte habt, verschenkt sie an jemand, den ihr nicht leiden könnt. Schaut stattdessen lieber Papas und Mamas letztes Urlaubsvideo vom Attasee, da bekommt ihr mit ziemlicher Sicherheit bessere Handlung, interessantere Schauspieler und garantiert bessere Kameraführung, Ton und Schnitt geboten.

Der Einzige Grund, V/H/S zu schauen, wäre der Bedarf nach einer Baseline, ab der ein Film unmöglich noch schlechter werden kann. Dafür reichen allerdings auch 5-10 Minuten oder der Trailer. Letzterer verrät übrigens so gut wie alle Plot-Twists der einzelnen Episoden und nimmt dem Film damit auch das letzte bisschen Spannung. Wenn ihr erwägt, das Kino zu verlassen, so seid getrost, ihr verpasst nichts weiter.

Bleibt nur noch die Frage: Kann man V/H/S irgendwie über die Trumpfkarte "Arthouse/Avantgarde/Postmoderne" retten? Tja, leider nicht wirklich, denn abgesehen von seiner Optik bietet der Film nur unterste Slasher-Horror-Ware, die ins hinterste Videotheken-Regal verbannt gehört. Das grobkörnige Video-Bild wirkt auf der großen Leinwand einfach nur unscharf, die Wackelei der Kamera übertrieben. Die Bildstörungen und der verzerrte Ton nerven nur und erscheinen so gewollt, dass der wohl erwünschte Found-Footage-Realismus eher ausbleibt.

Fazit: Lausiger Drecksfilm, eine Verschwendung von Video-Material, bestenfalls ein gutes Argument für die Wiedereinführung der Todesstrafe. Unbedingt vermeiden!

glotzte im Cinemaxx 7, Berlin

Jimmyjohnjamesmyer S

Dieser Review enthält SPOILER!

AAAAAAAARGHHHHHHHHHHHHHHHHHH

Zwei Dinge die zusammen eigentlich nur einen dampfenden Haufen Filmunkunst hinterlassen können... "Found Footage" und "Horror Anthology". Wenn man das versucht zu verbinden, muß es übel werden und die gefakten Promokampagnen für den Film machen VHS nur noch ärgerlicher. Ich war tatsächlich so dumm noch einen viertel Pfifferling auf die erlogenen Geschichten über VHS zu geben und selbst damit wurde ich noch maximalst enttäuscht.

Wackelkamera, Null-Plot mal Fünf, mitunter trotz Gewackel und Gerausche noch übel trashige Special FX. Die Stories sind alle gleich aufgebaut... ein paar Pfosten gehen Feiern oder Campen, der Zuschauer darf sich ihre langweiligen Urlaubsvideos ansehen und am Ende stirbt halt irgendwer irgendwie. Das ist in etwa so eine Überraschung wie der Moneyshot in einem Porno... ehrlich, Pornos haben überzeugendere Plots. Selbst der Pizzaboy oder der Rohrverleger haben mehr Charme als der Quark, der hier die 90% Füllzeit zwischen den Kills streckt.

Einzige Ausnahme ist die supergeniale Idee eine Story als Videochat zu zeigen. Geniale Idee... VHS, Überwachungskamera, Handycam... alles durch. Da ist eine Skype Konferenz mit Poltergeist natürlich der Megaburner.

Nachdem mein Mageninhalt jetzt raus ist nochmal zu den positiven Punkten...

- Die Dämonenursel in der ersten Geschichte war nicht schlecht
- Die Effekte in der debilen letzten Geisterhaus Geschichte waren mit Abstand die besten hier
- Man kann den Film vorspulen ohne was zu verpassen
- Man kann so einen Film selbst mit ner Consumerkamera, einer Crackpfeife und ein paar besoffenen Freunden nachmachen

An sich sollten die Macher sich nur schämen für diesen hirnerweichenden Cashoff.

war im Cinemaxx 4, Hamburg

Sonysonic S * 9.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Viele/Heitere/Szenen

Wessen Leben auch von der Geburt des Home-Video-Drehens mit massigen Schulterplastikobjektiven begleitet wurde, der schwelgt gerne in Erinnerung an die gute (optisch schlechte) alte Zeit und kennt sich mit den Tücken des Magnetbandes (oder auch mittlerweile((Datenträgers))) bestens aus!

Diese Eigenheiten technologischer Innovation zur Inszenierung zu nutzen ist längst kein Meilenstein mehr und doch gelingt es in diesem Episodenfilm, in Kombination mit nett platzierter Selbstironie, Einsicht in ein recht buntes und trotzdessen stimmiges Reportoire an unterhaltsamen Kurzgeschichten zu ergattern.

Sei es bspw. der versehentliche Koitusversuch mit einem Fabelwesen oder das auf Missverständnissen ruhende Bejubeln einer schwarzen Messe, der "Fokus" liegt hierbei weniger auf der "Auflösung" oder Erkenntnis der Geschehnisse, als viel mehr auf der Perspektive des Zuschauers als integrierter unfreiwilliger Zeuge der Ereignisse.

goutierte im Cinemaxx 7, Berlin

Sidschei * 1.0

VHS ist _NICHT_ Digital!

Herr_Kees * 2.5

Schüttel was du hast

Verwackelte Found-Footage-Anthologie, die manchmal nur durch Wegschauen (und -hören) zu ertragen ist: amateurhaft, (im wahrsten Sinne des Wortes) unfokussiert, nervig, laut, anstrengend und viel zu lang, ohne eine einzige gute Story - die Halloweenepisode fährt zumindest ein paar atmosphärische Schreckmomente auf. CHRONICLE hat gezeigt, was man mit Found Footage alles anstellen kann. V/H/S ist das andere Ende der Fahnenstange.

war im Metropol 1, Stuttgart

mdbnase * 3.5

Potential verschenkt

Found-Footage-Filme gibt es mittlerweile zuhauf, Episoden-Filme ebenso. An eine Verquickung von beidem hat sich aber noch niemand gewagt. Mit "V/H/S" begeben sich die sechs beteiligten Regisseure daher auf neues Terrain. Leider ist das Ergebnis aber alles andere als gelungen. Im Bezug auf Episoden-Filme bleibt man bei diesem Versuch, der eigentlich ziemlich interessant klingt, den Konventionen allerdings treu. In eine Rahmenhandlung werden fünf Episoden eingebettet, die einerseits recht unterschiedlich daher kommen, aber doch einiges gemein haben.

Zuerst die positiven Aspekte. Die Storys bzw. deren Finale sind relativ blutig ausgefallen, was für dieses Genre recht ungewöhnlich ist. Die darstellerischen Leistungen lassen sich sehen und sind glaubwürdig. Ebenso kann man sich mit den fragmenthaften Storys, die keinerlei Auflösung bieten ganz gut anfreunden. Auch die ein oder andere Schock-Sequenz zündet. Was den Film vor allem in den Abgrund reißt ist die technische Umsetzung. Jede Episode wird in einem anderen optischen Stil präsentiert, dennoch werden auf extreme Weise immer die selben Störeffekte eingebaut, egal ob es sich um Video, Film oder Digitalmaterial handeln soll. Durch das oft übertriebene Gewackel der Kamera entsteht der Eindruck, dass hier zu viel gewollt wurde. Das offensichtlichste Beispiel bekommt man in der ersten Episode zu bestaunen, in der eine in die Brille des Protagonisten eingebaute Kamera zum Einsatz kommt. Der Brillenträger schaut starr in einen Spiegel während das Bild dennoch ruhelos hin und her wackelt. Einige Episoden kranken zusätzlich an einem zu schnellen Schnitt so dass man oft nicht wirklich viel erkennen kann. Absolut störend fand ich auch die extrem lauten und schrillen Soundeffekte, die jeglicher Logik entbehren und so manches mal wirklich im Ohr schmerzen. Weiterer Kritikpunkt ist die Laufzeit. Die sinnentleerten und für die Storys irrelevanten Einleitungen hätte man da ruhig etwas straffen können.

Auch wenn die Idee zum Film und die einzelnen Beiträge einiges an Potential bieten, hat man durch die technische Umsetzung und einige Längen vieles zerstört so dass ich hier leider nur ein 'ausreichend' vergeben kann.

guckte im Metropol 1, Stuttgart

Timo * 6.5

Be kind rewind.

Lovecraft S * 3.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Von Seekrankheit und Ohrensausen

Mit etwas Abstand zum Gezeigten will auch ich mich die die Reihe der illustren V/H/S-Reviewer einreihen. Mittlerweile dürfte ja jedem neugierigen Kinogänger zumindest grob bewusst sein, was ihn mit dieser Horrorkompilation erwartet.

Wie diverse meiner Vorredner, fand auch ich die gezeigte Wackelei grenzwertig bis dreist. Jedem, der von uns schon mal eine Videokamera, welchen Formats auch immer, in den Händen hielt, und weder betrunken war noch an bedauernswerten Muskelerkrankungen litt, dürfte klar sein, daß man eben nicht bei jeder Gelegenheit voll durch die Gegend zoomen oder grenzdebil durch die Gegend schwenken sollte. Auf dem Fernseher mag das ansatzweise zu ertragen sein, im großen Kino ist es das nicht. Streckenweise noch schlimmer ist der Sound, in der Waldepisode war es schon mehr als grenzwertig, die Skype-Episode haben in Berlin diverse Leidende nur mit zugehaltenen Ohren durchstehen können, unfassbar!

Die Storys selbst sind, sieht man von den bereits wiederholt beschriebenen Längen ab - jeden Abschnitt kann man problemlos um 10-15 Minuten kürzen - mäßig bis durchschnittlich. Die Rahmenhandlung, ein "toller" Einstieg, ist bereits unerträglich, Episode Nr.1 trotz lustigen Fabelwesens auch nur Bodensatz. Nr.2 zieht sich endlos handlungsarm wie Kaugummi, wird zum Ende hin aber wenigstens ansatzweise interessant. Bei Nr.3 kam trotz völlig hirnlosen Darstellern und Dialogen doch tatsächlich ein wenig Spannung auf, letztlich endet aber auch dieser Teil in völligem Chaos. Nr.4 ist öde-albern, dazu akustisch eine Zumutung (s.o.). Nr.5 fand ich hingegen sogar recht lustig, wie ein paar Vollpfosten mal eben in einen Exorzismus reinplatzen und lustig mitmischen wollen, das hatte mal echt was. Wenn aber von 120 Minuten Film gerade mal die letzten 10 Minuten Unterhaltungspotential besitzen, ist das doch arg schwach.

Noch ein echter Schocker zum Abschluss: Kommt nächstes Jahr etwa Betamax?

saß im Cinemaxx 7, Berlin

glorrk * 7.0

Nicht in Full-HD

Ein paar Kleinkriminelle sollen in einem abrißreifen Haus ein bestimmtes VHS-Tape finden, und finden aber noch eine Leiche vor dem TV und einige weitere Tapes, die auch rumliegen, und schauen sich diese nun an.
Ein Found Footage Film, der seine einzelnen Episoden und die Rahmenhandlung in augenkrebserregender Wackelkamera mit grisseligem VHS-Bild präsentiert.

Die Rahmenhandlung ist eher belanglos und vermag nicht wirklich Angst einzujagen. Die einzelnen Episoden sind, wie bei einem Episodenfilm meistens, von unterschiedlicher Qualität aber doch insgesamt recht solide bis sehr gut.

OK, klar, dass manche Inhalte der VHS-Tapes sicherlich nicht mehr auf VHS-Tapes liegen würden (z.B. Webcam), aber hey - denken wir doch mal hier nicht so über Logik nach.

Insgesamt solide, und macht durchaus Spaß - ja, wenn man mit Augenkrebskameraführung leben kann und tiefste Logiklöcher ausblenden kann. Dann jedoch Finger weg...

glotzte im Cinema, München

D.S. * 3.5

Gewackelt, nicht gedreht

Dass V/H/S auf der Kinoleinwand ein ziemlich anstrengendes Vergnügen ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Mit Ausnahme sehr weniger ruhigerer Sequenzen wird hier auf Handkamera im Wackelmodus gesetzt - und zwar so exzessiv, dass einem phasenweise im wahrsten Sinne des Wortes Hören und Sehen vergeht; das Geschehen in einem einzigen Brei aus Lärm, Hektik und nervtötendem Gezappel verschwimmt.

Nun kann der bewusste Einsatz dieses Stilmittels ja durchaus intensivierend wirken, den Betrachter gefühlt sehr nahe an die Handlung heranbringen, ihn unmittelbar an authentisch scheinenden Entwicklungen teilhaben lassen. Das funktioniert hier aber aus mehreren Gründen kaum: Zum einen verliert jedes Stilmittel an Wirkung, wenn es ununterbrochen und ohne kontrastierende Elemente eingesetzt wird; anders formuliert: das Herumgewackele hier ist schlichtweg furchtbar übertrieben.

Zum anderen macht es der fragmentarische Charakter der Storys in den meisten Fällen schwer, sich emotional in ihre Handlung hineinversetzen zu lassen. Wir finden uns zumeist mitten in die Tätigkeiten kaum näher vorgestellter Protagonisten geworfen und werden nur selten Zeuge von dramaturgisch artgerecht inszenierten, ansteigenden Spannungskurven. Es passieren allzu oft eben einfach plötzlich Dinge, und die bekommen wir dann mehr oder minder gut mit. Fühlen uns aber aus den geschilderten Gründen schwerlich atemlos mitfiebernd oder schockierend nahe dran.

Zuletzt sind es dann auch nur Ausnahmefälle, in denen der Found-Footage-Ansatz der Anthologie wie mehr als ein Gimmick wirkt. Namentlich hat die nicht-klassische Kameraführung nur in Ti Wests „Reisevideo" THE SECOND HONEYMOON sowie in einer als Webcam-Chat inszenierten Episode eine inhaltliche Berechtigung, addiert etwas zur Story hinzu, ermöglicht schlussendlich entscheidende Überraschungen. Mit dem titelgebenden Medium und seinen Eigenheiten spielt gar nur eine einzige Episode; diese trägt den Namen TUESDAY THE 17th und entpuppt sich leider tatsächlich als schwächlicher Slasher-Verschnitt. Ach halt, da ist ja auch noch die Rahmenhandlung, die sich natürlich auch um alte Tapes dreht. Diese allerdings ist sowohl von der Bildsprache als auch den Protagonisten her wirklich schier unerträglich anzusehen, zudem komplett spannungsbefreit und kaum mehr als lieblose Staffage für die fünf voneinander unabhängigen Episoden der Anthologie.

Nun könnte man sicher ausufernd darüber diskutieren, ob V/H/S nicht einen cleveren Kommentar zur heutigen Film- und Rezeptionskultur darstellt; ob hier nicht bewusst eine Inszenierungsart kompromisslos zur Kunstform ausgebaut wird; ob nicht selbstbewusst und souverän Form über Funktion gestellt wird. All das ist aus meiner Sicht aber kaum relevant, wenn der Film, um den es geht, nicht unterhält. Und das tut V/H/S eben nur in Momenten - etwa in der erwähnten Webcam-Episode, die kurzzeitig durchaus die Intensität von PARANORMAL ACTIVITY erreicht, oder in der letzten Geschichte, die sich um eine geradezu übernatürliche Halloween-Party dreht und atmosphärisch wie von den Effekten her bemerkenswert ist.

Ansonsten sind zwar vielerlei blutige, teils skurrile, teils mystische oder auch grundsätzlich verstörende Ideen zu erleben. Die erreichen aber oftmals nicht die Wirkung, für die sie das Potenzial haben. Denn sie ertrinken in einer Inszenierung, die sich selbst für wichtiger hält als das, was sie präsentiert.

Und das ist dann zusammengenommen eben vor allem eins: anstrengend. Wenn nicht sogar ärgerlich. Für mich darum leider nicht mehr als 3,5 Punkte wert, diversen sehr interessanten Ansätzen zum Trotz.

goutierte im Metropolis 6, Frankfurt

Francis * 1.0

Total drauf gefreut und maßlos enttäuscht worden.
V/H/S ist ein Episodenfilm, dessen überall zu lesende Inhaltsangabe den Rahmen vorgibt: eine Gruppe junger Männer soll ein Videoband aus einem Haus stehlen. Grundsätzlich - und so auch dabei - filmen sie sich permanent (Top Idee ^^). leider ist die Found-Footage Optik für den Allerwertesten, wenn sie geschnitten, neu zusammengesetzt und einem so vorgesetzt wird.
Im Haus schauen sie sich dann diverse Videobänder an, die ebenfalls alle "selbstgedreht" daherkommen.
Nerviger Sound und wildestes Gewackel ...
Und ganz ehrlich, wenn mir jemand nach dem Leben trachtet, ist die Bedienung einer Kamera echt das Letzte, was ich machen würde. Einzig der erste Kurzfilm bricht mit dieser Idee und integriert die Kamera in eine Brille. Schade, dass dies nicht beibehalten wurde.

Erstveröffentlichung

goutierte im Cinemaxx 7, Berlin

Heidi * 3.5

Die Rahmenhandlung war wie die Kurzfilme zu langatmig, und selbst mit dem Hausbesitzer im Rücken konnte da nichts schocken.

Tape 1: Trotzdessen, dass es ewig dauerte, bis man zum Punkt kam, wusste man mit der ersten Einblendung des Mädchen, wie der Abend für die Jungens ausgehen wird. Aus der Story hätte man mehr machen können. Das Ende allerdings holt’s dann noch raus.
Tape 2: Ein Pärchen ist mit dem Auto unterwegs und macht Filmaufnahmen, dass einem schlecht wird, weil nicht blutig, sondern verwackelt. Wer macht denn solche Urlaubsaufnahmen? Auch bei diesem Kurzfilm dauerte es zu lange, um den Spannungsbogen aufzubauen.
Tape X: Das Tape einiger Jugendlicher, die in einen Wald fahren, war für mich das Highlight der Videosammlung. Das Wackeln und die nervigen ohrenbetäubenden Geräusche waren da mal gut platziert.
Tape X: Die Teufelsaustreibung hätte interessant werden können, wenn man ebenfalls den Einstieg kürzer gehalten hätte.

Der Rest ist nicht hängen geblieben und lohnt wohl auch nicht.

saß im Cinema, München

Janina Himmen * 4.0

Found Footage Fastfood

Es folgt eine subjektive Wertung von einer, die die Wackelkamera nicht gut vertragen hat. Das schränkt das Filmerlebnis natürlich ein. Wem solche Probleme fremd sind, der könnte mehr Spaß mit V/H/S haben.

Mein erster Versuch, mir diesen Episodenfilm anzusehen, ging gewaltig nach hinten los. Er lief beim Fantasy Filmfest, aber schon nach wenigen Minuten wurde mir von dem verschwommenen Gewackel auf der Leinwand so schlecht, dass ich nicht mehr hinsehen konnte. Ich hörte noch eine Weile zu, beschloss dann aber, dass das wenig Sinn macht. Also raus aus dem Kino, frische Luft schnappen und auf den nächsten Film warten.

Fast ein Jahr später habe ich es nun mit der DVD probiert. Motion Sickness tritt bei mir weniger schlimm auf, je kleiner der Bildschirm ist - und tatsächlich, ich musste nur am Anfang und während der ersten Episode einige Male wegsehen, wenn das Gewackel zu schlimm wurde. Danach ging es.

V/H/S reiht 5 gruselige Found-Footage-Kurzfilme in eine Rahmenhandlung ein, in der ein mysteriöses Videoband aus einem Haus entwendet werden soll. Nicht alle Episoden wurden tatsächlich auf solche altmodische Weise aufgenommen, hier bekommen wir von der Brillenkamera bis zur Webcam alles geboten. Das wirkt authentisch, allerdings sollte man keine allzu großen Erwartungen an den Tiefgang haben. Die Charaktere müssen schnell vorgestellt werden und dann beginnt auch schon der Horror. V/H/S ist so etwas wie Found-Footage-Fastfood, was nicht einmal negativ gemeint ist. Für sich genommen bieten die einzelnen Episoden zu wenig Substanz, um daraus einen abendfüllenden Film zu machen, aber in dieser Kombination machen sie durchaus Spaß. Jede hat ihr kleines Highlight zu bieten. Ich glaube, am besten haben mir die letzten beiden gefallen, aber Episode 1 hat durch die Hauptdarstellerin und Episode 3 durch die Bild- und Toneffekte überzeugt. Episode 2 fand ich persönlich etwas schwach, trotz der gelungenen Szene in der ersten Nacht.

Also alles in allem ein Film, mit dem man als Horrorfreund im dunklen Zimmer durchaus Spaß haben könnte. Allerdings reiht er nicht Schockmoment an Schockmoment, sondern es gibt viele ruhige Stellen, weil ja jede neue Episode wieder bei Null anfängt. Positiv anrechnen muss ich ihm, dass er erfreulich wenig mit den für solche Filme (Parnormal Acitivity...) üblichen Jump Scares arbeitet. Ich meine vor allem den "Leise.... LAUT!!" Trick.

Aber dieses verdammte Gewackel!
Ich habe schon viel gesehen, das mit Handkamera gefilmt wurde, aber die Rahmenhandlung und die erste Episode von V/H/S sind das übelste, was mir je untergekommen ist. Da macht dann das Zusehen einfach keinen Spaß mehr, sorry. Ich habe in manchen positiven Reviews gelesen, dass ein Horrorfilm einen körperlich mitleiden lassen muss - was ein Blödsinn! Ein guter Horrorfilm soll mich emotional mitleiden lassen, durch seine Aussage und das, was er mir zeigt. Aber es ist doch keine Kunst, herum zu wackeln, als sei der Kameramann aus Gummi! Ein bisschen davon trägt zur Atmosphäre bei, zu viel davon ist einfach nur nervig und in meinen Augen unnötig.

V/H/S ist zwar optisch ein interessantes Experiment, aber ein guter Horrorfilm ist er nur dann, wenn er einem etwas zeigt, was einen schockiert. Das Mädel in der ersten Episode zum Beispiel, wenn plötzlich eine Gestalt im Hintergrund auftaucht oder die gesamte letzte Episode. Das waren ordentliche Momente. Begeistert war ich aber insgesamt leider nicht.

Erstveröffentlichung

war im Metropolis 6, Frankfurt

MarxBrother81 * 3.0

Unglaubwürdig bis richtig schlecht

Was der geneigte Allesseher zu sehen bekommt ist eine Abfolge eines Found Footage Werkes, welches inhaltlich, dramaturgisch und optisch nicht schlechter sein könnte.
In allen Situationen, Kurzfilmepisoden, die immer in einer lebensgefährlichen Situation enden, wird immer noch mit der Kamera draufgehalten, was natürlich normal weil menschlich ist, schliesslich sieht man ja allen und auch sich gerne beim Abschlachten zu.
Die Geschichten sind auch so banal, uncharmant geschauspielert und dürftig, dass man seine filmische Freizeit mit besseren und intelligenteren Werken ausfüllen kann.
Wer sich über die Optik des Trashfilmers Jess Franco aus Spanien schon immer aufgeregt hat, der wird hier mit wackeligen Bildern eines weiteren Genies beehrt.
Eine echte Gurke!

Leimbacher-Mario S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Gruseliger Bandsalat

Auch wenn ich damals noch zu jung war, um die guten alten VHS-Kasetten zu sammeln, besaß ich doch ein paar davon & hege gemischte, aber sehr nostalgische Erinnerungen an sie. Nach dem Schauen dieser kleinen, fiesen, meiner Meinung nach unterschätzten Horror-Anthologie bzw. einer Art Kurzfilmsammlung verbinde ich mit diesen drei Buchstaben noch weit mehr als nur den gruseligen Bandsalat.

V/H/S handelt von einer Gruppe Anarchos, die in ein scheinbar verlassenes Haus eindringen & dabei auf die wohl gruseligste VHS-Filmsammlung stoßen, die man sich vorstellen kann. Und während die Eindringlinge sich ein paar der Streifen schockiert ansehen, und wir als Zuschauer ebenfalls simultan, spielen sich im Hintergrund des TV-Raumes & gesamten Hauses ebenfalls seltsame Dinge ab. So darf man ganze 5 Kurzfilme plus diese unspektakuläre Rahmenhandlung genießen.

Da alle 5 Filme von anderen Machern inszeniert wurden, schwanken natürlich auch Stil & Qualität. Alle Episoden sind allerdings im Handkamera-Stil mit recht schwacher Bildqualität, was hier aber mal wirklich sinn- & stimmungsvoll ist & nicht nur Tarnung von geringem Budget, miesen Stunts oder schwachem Drehbuch. Fans von Goosebumps, Twilight Zone & anderen Horror-/Grusel-Serien, Klassikern & Anthologien dürfen also beruhigt aufatmen & genießen.

Episode 1 ist direkt eines meiner absoluten Highlights und versetzte mich teilweise in faszinierte Schockstare mit fettem Grinsen. Eine Partygruppe von 3 Jungs schleppt mit einer Videobrille Mädels aus einem Club ab & eines davon entpuppt sich als furchteinflößender Succubus. Coole Idee mit der Brille, grandioses Monster (durch tolle Schauspielerin + grandioses Make-up) & eine Szene ließ mein Herz fast stehenbleiben (als das Monster auf einmal oben auf der Treppe hockt & runterguckt).

Episode 2 handelt von einem jungen Pärchen auf Wander- & Entdeckungstour durch die USA... doch dabei werden sie anscheinend verfolgt, sogar bis nachts ins eigene Zimmer, wo sich der Fremde einfach die Kamera schnappt & die zwei Schlafenden einfängt. Gefällt mir auch - echt gruseliger Gedanke, überraschendes Ende & eine der fiesesten Tötungsszenen seit Langem... obwohl eigentlich nichts Neues, nahm mich der Stich sehr mit.

Episode 3 ist fällt dann ab & handelt von einem Serienkiller am See, der irgendwie so etwas wie ein Virus ist & auf der Kamera nur verpixelt & unscharf zu erkennen ist... maximal Durchschnitt.

Episode 4 ist ebenfalls nur ok: ein Skype-Gespräch, bei dem es bei der weiblichen Darstellerin im Hintergrund bzw. nachts anscheinend spukt & es ihr immer schlechter geht... Auch eine Überraschung am Ende, aber das reisst auch nicht mehr viel raus.

Episode 5 ist wieder ein richtiges Highlight, mit Spaß, Spannung & den meisten Effekten nur so gespickt. Auf dem Weg zu einer Halloween-Party landen ein paar Jungs im falschen Haus, in dem es anscheinend wirklich spukt.

Genug Härte, genug eigene Ansätze, viel Atmosphäre, viel Talent, keine Verschnaufpausen - der Start einer neuen großen Horrorfilm-Serie? Die Chancen waren da...

Fazit: wow, ein Fest für Horrorfans mit kurzweiligem, hohen Fun-Faktor. Man merkt den jungen Regisseuren ihre Dreh- & Ideenfreude richtig an. Schade, dass das Niveau schwankt. Aber man munkelt, Teil 2 toppt das noch mal deutlich, vor allem in Sachen Gore... oh yes! :)

60 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

V/H/S
  • Score [BETA]: 60
  • f3a.net: 4.4/10 60
  • IMDb: 6.1/10
  • Rotten Tomatoes: 75%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-06-05 17:25

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