s Virus Undead (2008) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Virus Undead

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Reviewer

meiklsan * 6.0

H5N13 aka "Not bad Dude"

Wieder mal ein Virus-Filmchen?
Wieder mal ein Zombie-Flick?
Und vor allem, Achtung: Ein Film aus deutschen Landen, der sich am Horror-Genre versucht. Gefährliches Pflaster.
Die Vorzeichen stellen sich schon mal als sehr schwierig dar.
Aber geben wir dem Film eine Chance.
Ohne Schörkel starten wir also "fast paced" direkt ins Geschehen und wissen nach den opening titles sofort Bescheid. Es werden wohl Vögel mit im Spiel sein und der allseits bekannte Vogelgrippe-Virus, der irgendwie außer Kontrolle geraten ist.
Auffällig zu Beginn schon das ambitionierte Ansinnen, eine hochwertige deutsche Produktion sein zu wollen.
In kühlen monotonen digitalen Bildern wird durchgängig eine schaurige Atmosphäre geschaffen, die den Film optisch vom lowest budget abhebt. Gedreht wurde in englischer Sprache mit deutschem Cast. Und die deutschen Jung-Darsteller meistern diese Hürde meist besser als mancher italienische Argento-Cast.
Doch zurück zu den Anfängen.
Denn bevor es richtig losgeht mit den Undeads müssen wir uns leider erst durch ein etwas langwieriges "storybuilding" quälen. Wollen wir es hier mal eher positiv als "Spannungsaufbauphase" bezeichnen. Hin und wieder werden wir ja dankenswerterweise mit kleinen Schockeinlagen daran erinnert, dass wir einen Horrorfilm sehen wollten.

Der Enkelsohn mit seinen zwei "Dudes" macht sich also auf die Fahrt, das Schloss seines verstorbenen Großvaters zu sichten, Dokumente einzusammeln usw.
Unterwegs werden natürlich noch ein paar rollige chicks eingeladen und der Herr Bösewicht stellt sich auch schon mal vor. Die Schloss-Party ist also schnell organisiert, der Wein schmeckt und die Mädels sind willig. Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird ab Minute 60 mit einem durchwegs kurzweiligen blutigen Zombie-Virus-Flick sehr gut unterhalten. Der Virus greift sukzessive um sich und wird in seinem Infizierungs-Wahnsinn sehr stimmig von genretypischer metallischer Mucke untermalt. Hier stimmt dann auch das timing und es macht richtig Spaß.
Gelegentlich fühlte ich mich bei der animalischen Power der infizierten Undeads ein wenig an die Vampire von 30 Days of Night erinnert. Ein Hauch von Hitchcock schwingt bei vielen Einstellungen sicher bewußt im Hintergrund mit, wirkt aber nicht aufgesetzt oder störend. Wohl eine gewollte Hommage an den Großmeister des Genres.
Insgesamt muss man die Leistung des Films als absolut ambitioniert bezeichnen. Und er wird garantiert seine Fans finden. Denn schlussendlich wird man nicht enttäuscht und bekommt optisch und akustisch einwandfreie Zombie-Kost geboten.
Mal schaun, ob die screenings auf dem FFF08 ebenfalls ausverkauft sein werden, so wie die Weltpremiere auf dem Shanghai Festival?

Not bad "Dude".

Tweek * 3.0

Kurz belichtet:
Es kam mir in 17 Jahren FFF nicht allzu oft vor, dass mir ein Film so wenig gefallen hat, dass ich nicht mal zum anschliessenden Q&A mit den Machern sitzen blieb. Heute war's mal wieder soweit. Wenn "Virus Undead" die hiesige Antwort auf Streifen wie "28 Days Later" oder "Cabin Fever" sein soll, möchte ich doch lieber weiterhin Komödien mit Til Schweiger. Die Story kopiert bekannte stereotype Handlungsmuster typischer Genrefilme, fügt noch stereotypere Charaktere und Dialogzeilen auf Daily-Soap-Niveau hinzu. In der ersten Hälfte passiert zudem recht wenig, und in Hälfte 2 interessiert's dann nicht mehr. Die Darsteller agieren unbeholfen und nerven ohne Ende, ausnahmslos. Zumindest SFX und Stunts sind ordentlich umgesetzt, aber auch das hat man woanders schon besser gesehen. Fazit: Ein mißlungenes Experiment, einen international konkurrenzfähigen Horrorfilm aus deutschen Landen zu produzieren. Aber immerhin ein Versuch, das ist doch schon mal was. Dafür dann einen Bonusstern.

war im Cinemaxx 7, Berlin

Brain * 7.5

Überaschend anders ;-)

Ich war gestern abend in der fast ausverkauften Virus Undead-Premiere und muss sagen, dass ich mit absolut NULL Erwartung hinein ging. Und ich wurde überrascht! ;-)
Es ging um eine 0815-Story wie so ziemlich jeder Horrorfilm, aber das ganze unter so mega-krasser deutscher Kulisse zu sehen, war schon ein Hammer-Ding und ich habe mich köstlich über die vielen Anekdoten amüsiert! Es ist, glaube ich, nicht das Richtige, es mit solchen Blockbustern wie Cabin Fever oder 28 Days Later zu vergleichen... kann man ehrlich gesagt auch gar nicht, weil der echt so krass anders ist als das, was man unter Splatter-Horror heutzutage versteht!
FAZIT: Nach gut 90 Minuten hab ich zwar den Horror-Zombie-Film nicht neu entdeckt, dafür echt gut unterhalten gefühlt und hatte mit meinen 2 Begleitungen ein gutes Dauergrinsen drauf.

Zudem find ich es mal geil, dass es in Deutschland jemanden gibt, der es mal krachen lässt! Empfehlenswert, aber nicht für Hardcore-Splatterliebhaber. Obwohl... ich bin ja eigentlich einer :-P

Weiter so! Von mir gibt's dicke Punkte für den netten Abend!

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

Sternschnuppe * 8.0

Respekt!

Die mutige deutsche Produktion besticht durch tolle Optik: Die Bildausschnitte, Perspektiven und Farben sind gekonnt gewählt und liebevolle Details wie der Vogel im Logo der Orlen-Tankstelle, die Trauergemeinde im Hintergrund oder der morbide Schmuck des Mädels erinnern den Zuschauer auf unterbewusster Ebene immer wieder daran, dass es eine Bedrohung gibt, die tödliche Folgen haben wird. Für einen Horrorfilm zeigen die Figuren überraschende Tiefe, was den Film von im Genre oft üblicher "dummer Unterhaltung" abhebt. Der Donut fressende Polizist als lustiger Sidekick und die dichte Stimmung lassen einen dranbleiben, bis die Zombie-Action losgeht. Diese überzeugt durch super Effekte und Maske und spielt humoristisch mit dem Klischee, wie es sein muss. Durch stete Waffen- und Ortswechsel wird das Kampfgeschehen nicht langweilig, auch weil die eigentliche Bedrohung von den Figuren selbst ausgeht.

Fazit: Ansehen gehen, sich gut unterhalten lassen und darüber freuen, dass eine deutsche Produktion ohne Förderung es geschafft hat, einen überzeugenden Horrorfilm zu schaffen!

verweste im Cinemaxx 7, Berlin

MiniMe69 * 1.0

Der deutsche Horrorfilm bleibt mausetot...

Manchmal soll man eben doch auf sein Bauchgefühl hören...

So hatte ich anfangs gar nicht vorgehabt, mir Virus Undead auf dem diesjährigen FFF anzuschauen, hatte mich dann jedoch von einigen positiven Stimmen im Vorfeld doch noch zu einem Besuch verleiten lassen.

Dies ging wohl einigen anderen in Berlin genauso, da der Film kurz vor der Vorstellung vom kleineren Kino 6 in den großen Saal des Kino 7 verlegt worden war.
Das Kino war auch sehr gut besucht (wobei gefühlt etwa ein Drittel der Zuschauer aus Stab und Besetzung sowie deren Freunden und Verwandten und scheinbar der gesamten Familie des chinesischen Produzenten bestanden).

Alles in allem war die Stimmung anfangs bestens und so konnte die groß angekündigte Europapremiere des Films starten.
Man war durchaus gespannter Erwartung. Sollte der Film doch der erste professionell produzierte Zombiefilm aus deutschen Landen werden, der dem deutschen Horrorgenre wieder zum Anschluss an die internationale Konkurrenz verhelfen sollte...

Nun ist es ja nicht unüblich, dass vor der Premiere eines Films der Mund ein bisschen voll genommen wird. Dass es dann allerdings so schlimm kommen würde, damit hatte in diesem Maße keiner gerechnet.

Bei Virus Undead passt nichts, wirklich absolut überhaupt nichts zusammen...

Selbst in den engen Grenzen des (Low-Budget-) Zombiegenres erreicht der Film nicht einmal Amateurniveau. Wo hier die "überzeugenden Effekte und großen Stunts" und das im Programmheft angesprochene Geld geblieben sein soll, welches die Macher "sichtlich in die Hand genommen haben", ist zu keinem Zeitpunkt auf der Leinwand zu sehen. Die Story (Vogelgrippe mutiert zu Zombievirus) ist schlicht dämlich.
Die Darsteller schwanken zwischen unbeholfen und laihenhaft bemüht, haben keinerlei Chance, gegen die Langeweile des Drehbuches und die schlichte Stupidität der Dialoge anzuspielen. Da überdies keinerlei Wert auf Charakterzeichnung gelegt wurde, sind einem die Protagonisten und deren Schicksal von Anfang an nicht nur schnurzegal, sie nerven tödlich, allen voran der als "Draufgänger" eingeführte Kerl, der nicht nur die blödesten Sprüche raushauen darf, sondern auch jedem Satz zwanghaft ein "Duuude" oder "Fuck" folgen lassen muss (ja, ja, so spricht die Jugend heute, voll krass Alter...).

Die Regisseure schaffen es dann ebensowenig, der stets vorhersehbaren Story irgendetwas Neues (etwa in der Bildgestaltung, dem Gebrauch der Umgebung o.ä.) entgegenzusetzen, alles hat man schon tausendmal und vor allem ungleich besser gesehen (selbst die semiprofessionellen früheren Werke Olaf Ittenbachs haben gegen das hier Gebotene ihren eigenen Charme). Sträflich vor allem anderen, wie der Film seinen Heimvorteil einfach verspielt. Natürlich ist es verständlich, wenn der Film auf dem Weltmarkt in englischer Sprache vorgelegt werden soll. Jedoch ist nicht ansatzweise nachzuvollziehen, weshalb die Macher meinten sich soweit anbiedern zu müssen, dass jeder, auch der geringste Bezug zum Schauplatz der Ereignisse in Berlin/Brandenburg fehlt. Würden nicht ab und zu ein paar Ortsschilder eingeblendet werden, könnte der Film auch an jedem anderen Ort in (Ost-) Europa spielen.

Überall, nur eben nicht in Amerika, und genau dahin versuchen die Macher fatalerweise ihren Film zu verorten (von wegen international konkurrenzfähig und so). Dies macht den Film nicht nur endgültig austauschbar, sondern geht im Ergebnis auch voll in die Hose. Nicht nur müssen die Darsteller sich den ganzen Film über an amerikanischen Filmklischees orientieren, sie müssen auch noch versuchen, so aufzutreten und vor allem so zu sprechen (Stichwort Duuude). Besonders lächerlich der Auftritt des Brandenburger Dorfpolizisten, der versucht, wie ein ganz harter Sheriff aus Texas (inklusive Vorliebe für Donuts) herüberzukommen (sollte vielleicht auch ironisch sein, kam aber leider überhaupt nicht an).

Der Film schleppt sich dann (mit den geschilderten Defiziten und dem gequälten Zuschauer im Schlepptau) über etwa dreiviertel seiner Laufzeit, ohne dass auch nur das Geringste passiert. Dann kommt es schließlich zum großen Showdown, in welchem sich unsere Freunde einer scheinbar unüberwindlichen Übermacht von etwa 5-6 Zombies gegenübersehen, die das Zuflucht bietende Landhaus belagern... auch da passiert dann nicht mehr viel und dann ist glücklicherwiese auch schon Schluss.

Alles in allem ein ärgerlicher Horrorfilm auf unterstem Niveau, international nicht einmal im Ansatz konkurrenzfähig, schon die Nennung des Films mit anderen Vertretern des Genres erscheint lächerlich...

Abspann und Stille (seeehr zögerlicher Applaus).

P.S.: Auch ich wollte wie mein Vorredner das Kino schon vor dem Q & A verlassen, bin dann jedoch geblieben, was auch gut war, denn das war dann lustiger als der gesamte Film zuvor... Die Regisseure kamen als erstes auf die Bühne, wirkten (vor allem Ohmuthi) die ganze Zeit irgendwie vollkommen neben sich, und fingen dann an, in epischer Breite und wirr vom Film und seiner Entstehung zu erzählen. Fragen der (anders als sonst hier doch sehr zurückhaltenden) Festivalleitung wie auch Hinweise aus dem Publikum, das sei ja wohl gar nichts gewesen, wurden im Sinne der Feierstimmung einfach geflissentlich ignoriert. Dann wurden auch noch die Darsteller (natürlich unter tosendem Applaus) auf die Bühne gerufen. Sehr lustig war hier, dass der vom Regisseur am meisten gelobte und vollmundig auf die Bühne gerufene Darsteller kurz nach Ende des Films bereits fluchtartig den Saal verlassen hatte und auch nicht mehr zurückkommen wollte - er wusste wohl warum... Als sich am Ende auch noch alle unisono auf die Schulter klopften und betonten, dass sie doch sehr stolz seien, hier endlich auch in Deutschland einen ernsten Film derart hoher Qualität abgeliefert zu haben, hatte die Realitätsflucht der Macher ihren Höhepunkt erreicht und der Zuschauer ging doch noch mit einem Grinsen nach Hause.

glotzte im Cinemaxx 7, Berlin

Obscura * 8.5

Abgefahren

Ich hatte wie viele andere das Glück, den Filmfestspielen in Hamburg beizuwohnen. Mein Augenmerk fiel auf den Filmtitel Virus Undead. Zugegeben, spätestens nach "I am Legend", welchen ich aufgrund der guten Werbung gesehen hatte, war ich gut bedient, was Zombiefilme betraf. Es ist eben immer das gleiche Schema und ich war bitter enttäuscht von den Amis. Virus Undead jedoch hat mich sofort überzeugt. Warum? Die Story ist zwar ähnlich wie in anderen Zombie flicks, aber allein die Aufnahmen, welche dem amerikanischen Standard entsprechen, waren fantastisch und in keinster Weise typisch Deutsch. Mich hat das riesig gefreut und ich blickte gebannt auf die Leinwand. Als Sprache wählten die Macher Englisch und ich konnte es den Schauspielern abnehmen, auch wenn der eine oder andere sich einen unüblichen Dialekt wählte. Vor allem Eugen, meiner Meinung nach der beste Charakter des Films, hat eine fantastische Leistung erbracht, und ich verspürte mehr als oft eine schauernde Gänsehaut bei seinem Anblick. Noch ein kurzes Fazit zur Handlung an sich. Die Macher vereinten mehrere Stile, welche perfekt miteinander harmonierten, man war einfach ständig unter Spannung und ich fand es durchaus passend, dass das eigentliche Thema erst später in den Vordergrund geriet. Möchte ich einen durchweg blutigen Film, welcher sich von Showdowns nur so durchzieht, dann muß ich mir eben einen der vorherigen Zombie-Streifen ansehen, welche sich 1 zu 1 gleichen. Virus Undead hat es geschafft, etwas ganz Neues zu erfinden und ich kann jedem nur raten, sich dieses coole Werk anzusehen, sei's im Kino oder auf DVD. Noch kurz zu erwähnen sei die Musikuntermalung, auch hier hat das Team sich sehr viel Mühe gegeben und Schockeffekte sind massiv spürbar. Ich würde mir den Soundtrack sofort zulegen. ;)
Zuletzt noch eine short Kritik: Coole Stunts, schön schaurige Bilder, gute Schauspieler und teils auch lustige running Gags. Es lohnt sich!

war im Cinemaxx 2, Hamburg

nightwatcher * 10.0

Untote Überraschung in Scope

Im Vorfeld ja schon viel geredet worden und es ist irgendeine Erwartungshaltung aufgebaut worden, die kaum ein Film hätte halten können - vor allem nicht dieser, denn er ist trotz vieler bekannter Motive überraschend anders und letztlich -nach ein paar Tagen Bedenkzeit - überraschend gut! Gleich zu Beginn geht es in richtigen schönen Scope-Bilder mit Action und Grusel los - und der deutsche Angriff auf den internationalen Horrormarkt hält ein beachtliches Niveau. Dafür nimmt er sich zunächst etwas Zeit und man lernt die Figuren kennen, aber dann stürzt er sich in einen bizarren Alptraum mit vielen optischen Highlights und großem Sound. Die Geschichte findet immer originelle Abwege, Anleihen bei Hitchcock und Carpenter sind sichtlich, aber stimmig, so wie der ganze Wurf: tolle Bilder, beeindruckender Set (in Schloss Dammsmühle hat sogar schon der olle Harry Piel gedreht, bevor sich Himmler hier vergnügte) und die Darsteller leiden in bester Spiellaune (besonders gut der dämonische Eugen)! Klar kann man immer nörgeln, grad im Horror-Genre ("Cabin Fever" u.a. hätte ICH auch viel besser inszeniert :)), doch das letztlich Schöne wie Überraschende ist: Man spürt, dass es die Macher ernst meinen und den Zuschauer ernst nehmen. Von daher 8 Punkte + einen Patriotenpunkt und einen Überraschungspunkt.

war im Cinemaxx 2, Hamburg

Sagenbringer S * 7.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Was für eine Überraschung

Nun, wie viele andere hier bin auch ich mit wirklich großen Vorurteilen in diese Vorstellung gegangen, habe nichts erwartet, nach so vielen Pleiten in den letzten Jahren aus Old Germany. Jedoch war es eine Premiere und dann noch von einem hiesigen Film in diesem Genre, und wer weiß, ob ich so etwas noch einmal zu sehen bekomme. Zudem mit Anwesenheit der Regie, die sich als Duo darstellte. Was auch ungewöhnlich ist. Das machte mich mehr als neugierig. Als dann der Film von Kino 6 in Kino 7 verlegt wurde, musste ich ihn mir ansehen. Nach Ankündigung der Veranstalter und der Regie ging es endlich los. Was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Denn im Gegensatz zu meinen Vorrednern fand ich, dass hier wirklich einmal Qualität geboten wurde und das auch noch mit Stil. Nicht nur, dass hochwertige Bilder, denen man ein Budget ansieht und wirklich solide Effekte mit viel Liebe zum Detail zu sehen waren, hier wurde auch die ewige Geschichte eigen und mit Spielfreude präsentiert. Ein Resultat, das ich aus unserem Land schon lang nicht mehr so speziell gesehen habe. Eigentlich habe ich so etwas noch nie gesehen. Ich fand zum Beispiel die darstellerische Leistung aller solide, einige waren sogar super und recht vielschichtig, wie die Rolle des Medizinstundenten Eugen. Es kamen Emotionen rüber, auch wenn ich das Verhalten einiger Helden am Ende nicht ganz nachvollziehen konnte und nicht verstand, warum all die Zombies gerade so aufs Schloss zutorkelten. Da gibt es doch andere leckere Orte, wo es sich zu fressen lohnt. Aber diese Ungereimtheiten haben nicht den Spaß an der Sache verdorben. Ich glaube, dass die Macher selbst den Film nicht ganz ernst nahmen und einfach mal ihre Interpretation ausleben wollten. Die Begrenztheit des Budgets sah ich diesem Film nie wirklich an. Gelangweilt habe ich mich zum Beispiel in keiner Sekunde. Ich fragte mich zwar, warum das Verbarrikadieren des Schlosses so zaghaft ablief, bei so vielen Fenstern und Glastüren. Ich hätte im Nu die ganzen Möbel davor geschleppt. In der Mitte nahm der Film dann eine ganz andere Wendung.
Dann ging die Post ab und es wurde immer absurder und actionlastiger. Eine sehr eigene Stimmung breitete sich aus. Hier wurde dann auch alles geboten, was man normalerweise von so einem Film erwartet. Ein Schlachtfest mit wenig Überlebenden.
Die Regie Wolf Wolff und Ohmuthi bestätigten meine Vermutung nach der Vorstellung mit ihren Kommentaren, die mehr als amüsant rüber kamen.
Gerade die Regisseurin Ohmuthi brachte ein paar echt abgefahrene und höchst trockene Kommentare und als dann noch der gewichtige Darsteller des Bollmann einfach den Saal verließ, wurde doch echt alles geboten, was Filmentertainment erwartet.
Mal abgesehen vom Mut der Macher, gerade im biederen und vom TV orientierten Nachahmungsland ein solches Wagnis einzugehen. Denn was hier so manches Mal produziert wird, für großes Geld, ist nicht annähernd so unterhaltend wie dieser kleine Film. Virus Undead kommt in keiner Weise billig, noch dumm oder amateurhaft rüber. Der Film ist vielmehr etwas ganz anderes, als man von dem Thema vermuten würde und er verfolgt einen eigenen mutigen Stil gegen den Strich des Genres. Schade nur, dass sich die Darsteller mit einer Fremdsprache abgeben mussten. In Deutsch hätte er mir noch besser gefallen. Der Vogelangriff am Ende war dann noch einmal ein genussvoller Paukenschlag, der dieses Menü entspannt abschloss und Lust auf mehr macht. 90 Minuten verflogen so einfach. Letztendlich kann man natürlich dem Film so einige Fehler vorwerfen. Aber warum?

li * 7.0

Junger Film

Wer kennt die Vogelschwärme nicht, die plötzlich über einem aus den Bäumen stoben oder die zwischen Häusern kreisen? Und wer hat sich nicht zu den Zeiten der Vogelgrippe dabei unwohl gefühlt?
Schöne Momentaufnahmen, im verlassenen Brandenburg. Gleich zu Beginn wird diese latente Bedrohung spürbar, die dann zum Ende hin mehr als sichtbar im Gemetzel endet.
Die Klischees, welche der Film bedient (absichtlich überspitzt), machen deutlich, dass dieser Film zur Unterhaltung produziert wurde. Der Film weist einige Mängel auf, jedoch sollte man bedenken, dass diesem Film kein Millionenbudget zur Verfügung stand. Es ist halt ein junges Team und ihr erster Kinofilm.
Es könnte der Beginn einer neuen Filmrichtung des deutschen Kinos werden.
Ich fand ihn sehr unterhaltsam, besonders gefreut haben mich die Anspielungen auf Filme und ihre Klischees.

war im Cinemaxx 7, Berlin

torts * 1.0

Es gibt in zu vielen Filmen irgendwelche Gestalten, die den Hauptpersonen sagen: Geht nicht dort hin! Tut das nicht!
Und was passiert dann?....

Den gleichen Fehler werden wegen der teilweise doch recht positiven Reviews - Qualität! Schauspieler! - der wahrscheinlich mit den Filmemachern und Darstellern identischen oder verwandten diejenigen machen, die sich diesen Film ansehen...

Andererseits - wenn man einen Mix aus unfreiwilligem Humor, nicht nachvollziehbarer Story, soapigen DarstellerInnen mag, oder wenn man das Schwelgen in Mitleid mit der anwesenden Filmcrew schätzt, oder wenn es einen aufbaut, dass es möglich ist, einen Film zu machen, Geld für einen Film zu bekommen, selbst ohne Story, Darsteller, Talent, aber mit viel Selbstvertrauen und Realitätsverleugnung.............. kann man ja hingehen.
Die meisten werden als Belohnung immerhin eine wahrscheinlich lang wirkende Erinnerung an eine 35 mm - Horizonterweiterung nach unten erhalten..

1 Punkt für die Kuckucksuhr, 1 Punkt für die Arbeit und das Geld und den Mut, die in den Film gesteckt wurden, 1 Punkt aus Mitleid, 1 Punkt für die durchaus unterhaltsame Selbstdarstellung der Beteiligten nach dem Ende des Films, aber 3 Punkte Abzug wegen der Frechheit der Promotionreviews.

Bleibt 1 Punkt.

Beware! Do not go there.

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

DKF S * 7.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Nicht nur sinnloses Abschlachten von Zombies

Also ich habe mir den Film am Sonntag auf dem Fantasy-Film-Festival in Berlin angeschaut und muss sagen, ich bin positiv überrascht. Von einer deutschen Produktion und dazu noch einem Zombie-Film hätte ich wesentlich weniger erwartet:

Die Effekte brauchen sich vor Hollywood nicht zu verstecken und bei der Handlung geht es nicht nur um sinnloses Abschlachten von Zombies, sondern es wird in der ersten Hälfte des Filmes auch versucht, die einzelnen Charaktere näher zu beleuchten. Den hartgesottenen Splasher-Fans mag das zu langweilig sein, aber Leuten wie mir, die den einen oder anderen witzigen oder ironischen Dialog durchaus zu schätzen wissen, freuen sich. Auch viele Referenzen an die großen des Films, wie Alfred Hitchcock, lassen einem dem Film sympathisch werden.

Einige Unzulänglichkeiten der Story sind aber nicht zu leugnen, fallen aber aufgrund des guten Spannungsaufbaues und der kurzweiligen Unterhaltung über den gesamten Zeitraum des Films hinweg nicht weiter ins Gewicht. Mir persönlich hat das Ende zwar nicht so zugesagt (Warum muss der "Gute" unbedingt als einziger der Truppe überleben?), aber die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. Alles in allem ein sehenswerter Film und daher bekommt er von mir 7 von 10 Punkten.

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

Alan Smithee * 1.0

ACHTUNG MANIPULATION!!!

aus gründen der faulheit und demonstrativen anarchie (ich neige mein haupt vor joker, hehe) schreibe ich alles in kleinbuchstaben, ich bitte dies im voraus zu entschuldigen! ;)

zum film: wohl das schlimmste, was ich seit langem beim fff gesehen habe!
und diese meinung vertrat ich auch schon vor der zutiefst zuschauerverarschenden intriganten entwicklung der "virus undead" rezensionen, das kann todaystomorrow bestätigen, da ich ihm gleich nach konsum des films meine 1-punkt-bewertung hatte zukommen lassen!!!

ich kann mich leider an so gut wie nichts mehr von diesem film erinnern, aber das ist auch gut so, wünschte ich mir doch die meiste zeit während der vorführung einen spontanen darmverschluss, denn dann hätte ich wenigstens eine ablenkung von der gähnenden langeweile all meiner sinne gewonnen.

NEIN, bitte, tut euch selbst einen gefallen und spart euch die 8 euro! auch allen dauerkartenbesitzern kann ich nur dringlichst empfehlen, euch dieses machwerk auch dann nicht anzutun, wenn ihr nicht extra dafür bezahlen müsst. jeder andere film ist die bessere wahl! das sage ich nicht, um den filmemachern eins auszuwischen, sondern schlichtweg, weil ich aus loyalität zu anderen horrorfilmfreaks einfach nicht anders kann, als eine deutliche warnung auszusprechen. ihr werdet euch zutode langweilen. und wer jetzt denkt: hm, die finden ihn alle scheiße. ich bin aber ne intellektuelle glühbirne und werde sicher den tiefen intellektuellen anspruch und das wahre licht des films erblicken, der IRRT sich gewaltigst, denn in oder an (und auch nicht um ihn herum, abgesehn von den sehr witzig zu goutierenden rezensionen) "virus undead" kann man NICHTS, absolut GAR NICHTS entdecken, was einen von dem wunsch ablenken könnte, den saal frühzeitig zu verlassen oder sich sein herz mit umweg über den analzugang herauszureißen. :-D

der film ist schlichtweg prätentiös, langweilig, dumpf und versucht zu allem überfluss auch noch, sich selbst ernst zu nehmen. schont euch selbst und euren geldbeutel und guckt euch lieber ein zweites mal "the dark knight" oder einfach IRGENDEINEN andren film an, jeder ist besser als dieser hier!

ich für meinen fall fragte mich während des films einige male, weshalb die irakischen selbstmordattentäter immer zur falschen zeit am falschen ort sein müssen, bis mir klar wurde, dass ich es war, der zur falschen zeit am falschen ort, nämlich in diesem film, saß.

nein, dann doch lieber nochmal alle "sissi"-filme hintereinander, garniert mit einem spritzigen "rosen-resli" zum abschluss zusammen mit mutti! das wäre tausendmal spannender, unterhaltsamer und interessanter als dieses machwerk! so leid es mir tut. :(

saß im Cinemaxx 7, Berlin

Hulk * 7.0

UNDEUTSCH

Nachdem ich die kontroversen Kritiken im Netz verfolgt hatte und sowieso schon die zwei Trailer zum Film sehr undeutsch fand, bin ich voller Neugier in - in die Kölnvorstellung gegangen. Ich dachte mir, bei so viel Lob und Tadel der Reviewers des Festivals muss ja irgendwas an diesem Streifen dran sein, dass sich die Leute so unterschiedlich darüber äußern. Dass die Kritik der Presse wirklich euphorisch schreibt, bestärkte mich noch einmal, diesen Film nicht ausfallen zu lassen. Der Anfang ist dann auch wahrlich beeindruckend und sehr filmisch. Man wird sofort in die Handlung geschmissen und bekommt schon nach einigen Minuten intensive Vogelattacken geboten.
Dann lernen wir die Helden kennen und hier lässt sich der Streifen wirklich einiges an Zeit. Fast eine Stunde mit vielleicht ein paar Längen. Unterbrochen wird dies aber immer wieder durch kleinere Irritationen. Aber im Großen und Ganzen wird man gezwungen, sich auf die Charaktere einzulassen. Alle Schauspieler agieren hier solide und das Englisch wirkt flüssig. In dieser Phase hätte ich mir wirklich mehr Action oder härtere Handlungsstränge gewünscht. Und so manches Mal finde ich mich in einer Seifenoper wieder. Aber wie es so schön heißt, mit der Nacht ändern sich die Dinge schnell. Und so auch hier. Als es dunkel wird, beginnt ein neuer Film und Virus Undead wird zum Monstermovie mit allen Zutaten, die ich bei so einer Kost erwarte. Dabei schlagen sich die Jungdarsteller recht wacker und ich nehme ihnen ihre Rollen ab. Vor allen Dingen Robert, Eugen und Bollmann bleiben haften.

In dieser Phase gibt es wirklich exzellente Masken und auch verblüffende Action. Jedoch holpert immer wieder der Erzählfluss und mir fehlt die Panik, die ich selbst in so einer Situation bestimmt hätte. Sowieso hat der Film wirklich große Szenen, aber auch viele, die einfach fahrig und unausgegoren wirken. Jedoch wurde ich mehr als einmal überrascht über die Wendungen und den recht bizarren Humor der Geschichte. Als er dann zu Ende war, blieben wir alle bis zum Abschluss der Musik sitzen und ich verließ das Kino mit einem recht zufriedenen Gefühl, meine Zeit nicht verschwendet zu haben. Virus Undead ist wirklich nicht klar im Genre einzuordnen. Er ist nicht wirklich Zombiefilm, aber auch nicht wirklich Drama oder Katastrophenfilm oder Satire. Er steckt irgendwie zwischen den Stühlen. Doch er hat Spaß gemacht, hatte eine exzellente Kamera und intensive Effekte. Wenn man sich den Film ohne Vorurteile ansieht und keinen Trashfilm erwartet mit vielen Übertreibungen und Blut, wird einen mehr als solide Kost aus Deutschland geboten, die man so nicht von hier erwarten würde. Ein deutscher Film, der völlig undeutsch aussieht...Endlich!!!!!

glotzte im Cinedom 6, Köln

Mechaichezilla S * 1.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Heute war ich mutig und dachte mir: "Gib dem deutschen Horrorfilm mal wieder eine Chance!". Mut wird leider nicht immer belohnt, nein, heute wurde er sogar bestraft.

Wer immer auf die Idee kam, Deutsche dazu zu zwingen, ohne ersichtlichen Grund englisch zu reden, sollte gevierteilt werden. Das hilflose Englisch hat den letzten Funken an schauspielerischer Leistung im Keim erstickt. Alles wirkte so unglaublich aufgesetzt, wie in den schlechtesten deutschen Vorabendserien, die man sich vorstellen kann.

Hier für die Zukunft ein kleiner Tip eines Laien: Wenn Ihr schon glaubt, Englisch hilft eurem Film in irgendeiner Weise weiter, erklärt wenigstens, warum Ze Germans plötzlich in fremden Zungen reden. Setzt einfach ein paar Engländer oder Amis bei den Hauptfiguren rein, derentwegen die Deutschen nicht in ihrer Muttersprache reden. Schon ist das holprige Englisch wenigstens glaubwürdig.

Ebenfalls wäre es praktisch, jemanden ans Skript zu setzen, der extrem steife Formulierungen korrigiert. Welcher normale Mensch nennt seinen Freund bitte "Suicidal Maniac", wenn er ihn gerade vom Selbstmord abgehalten hat? Das hört sich alles an, als ob ein paar Gymnasiasten mit Englisch-LK gerade ihr Phrasenwörterbuch nach cool klingenden Ausdrücken abgeklappert haben.

Kommen wir zu den Bildern. Ich habe schon öfter mal einen Tatort gesehen, der weniger deutsch aussieht als Virus Undead. Die erste halbe Stunde hätte problemlos aus einer öffentlich-rechtlichen Produktion stammen können. Allerdings hätten die dort ziemlich sicher deutsch geredet und vermutlich auch besser geschauspielert. Später bei den Nachtaufnahmen hat der Film sich zwar ein wenig gefangen, aber den deutschen Look hat er nie ablegen können. Warum schaffen es Deutsche eigentlich nicht, Aufnahmen hinzubekommen, die nicht aussehen, wie billige TV-Produktionen? Ich meine, jede US-Fernsehserie hat mittlerweile ästhetischere Bilder zu bieten als deutsche Kinofilme.

Selbst die Story war einfach nur stümperhaft. Warum muß ausgerechnet die Vogelgrippe mutieren? Sommerloch-Stories der Bild-Zeitung eignen sich einfach nicht für eine gute Atmosphäre. Auch wenn die Idee, ein bekanntes Virus zu nehmen, sicher gut gemeint war. Geholfen hat es nicht. Die Geschichte der Hauptfigur war ebenfalls an Sinnfreiheit kaum zu überbieten. Eine endlose Aneinanderreihung von Klischees, ohne in irgendeiner Weise in sich schlüssig zu sein.

Ganz schlimm waren dann noch die wahllos eingesetzten Special Effects. Stellenweise ja gar nicht mal schlecht gemacht, aber warum müssen beispielsweise völlig grundlos Autos hinter dem Zombie-Cop in die Luft fliegen? Sind wir bei Alarm Für Cobra 11? Vermutlich waren es sogar dieselben Stuntleute. Ich kann mir gut vorstellen, wie man vor dem Film gefragt hat, was sie denn für Stunts drauf haben. Als dann die Liste mit "Explodierende Autos, brennende Menschen, angefahrene Fahrräder" zurückkam, hat sich das Virus Undead-Team für das Gesamtpaket zum Sparpreis entschieden und alles geschickt in die Story eingebaut.

Ich bin immer noch fassungslos angesichts der Naivität, mit der man diesen Film gedreht hat. Haben die Macher in ihrem Bekanntenkreis niemanden, der mal auf die Bremse tritt und ihnen vorsichtig mitteilt, daß das Drehbuch mit 200 km/h auf einen Brückenpfeiler zusteuert? Oder sind die gar so von sich überzeugt, daß sie einfach gar niemanden nach seiner Meinung gefragt haben, als sie das Ding geschrieben haben?

Auch wenn man mir folgenden Satz als Beleidigung auslegen kann:
Jeder Film von Uwe Boll ist verglichen mit Virus Undead ein wahres Kunstwerk.

war im Metropol 2, Stuttgart

47 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Virus Undead
  • Score [BETA]: 36
  • f3a.net: 3.6/10 47
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-29 13:32

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