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Review Waltz with Bashir

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Warum habe ich vergessen, dass ich im Krieg war?
von GeorgeKaplan

Da sitzt man im Kino, sowohl geografisch als auch zeitlich weit weg vom Bürgerkrieg im Libanon der 80er Jahre, und ist total berührt.

Libanon? Ja, da war mal was. Ist lange her. Kann mich auch noch an einen Human League Song "From the Lebanon" erinnern, den wir damals mitgesummt haben, ohne zu begreifen, worum es eigentlich ging. Und jetzt, über 20 Jahre danach, macht mich der Film mit einem Massaker vertraut. Ein Massaker, dass die Gut/Böse-Matrix des Herrn Dabbelju ad absurdum führt, weil es von Christen an Muslimen begangen wurde, während jüdische Soldaten entweder wegschauten oder sogar noch Hilfestellung gaben.

Da sitze ich also, in einer Zeitreise, sehe Soldaten zu "Enola Gay" von OMD tanzen und im Meer baden, sehe Heckenschützen, Autobomben und Kampfjets ein friedliches Land mit drei Religionen in Schutt und Asche legen, sehe zu, wie ein Regisseur seine eigene Erinnerung mit Hilfe seiner Freunde wieder hervorkramt. Und merke nicht mal, dass der Film gezeichnet ist. Endgültig mit den Tränen muss ich bei dem wunderbaren Klavierstück von Bach oder bei dem langen Solostreicherstück von Max Richter kämpfen, die sehr wirkungsvoll die Wucht der Bilder unterstreichen.

Ein sensationeller Film. Nicht mehr, nicht weniger.

staunte im Cinedom 9, Köln

56 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Waltz with Bashir
  • Score [BETA]: 81
  • f3a.net: 8.2/10 56
  • IMDb: 8.0/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-02-27 14:40

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