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Review The World of Kanako

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Anstrengend, aber gut.
von Alexander

In gewisser Weise geht mir der japanische Fetisch für kniebestrumpfte Schulmädchen gehörig auf den Senkel. Ich finde es einfach nur albern und auch nicht erotisch, wenn in Filmen bis zum Exzess irgendwelche Teenies in Schuluniform ihren zumeist nervtötenden Auftritt haben. Irgendwelches pädophiles Gedankengut, obwohl im Film zentrales Thema, möchte ich da noch nicht einmal unterstellen, aber Nippons Genre-Kinowelt vermag ohne diese Mädels wohl nicht auszukommen.

Dreht sich der Kern der Filmhandlung bei „The world …“ nunmehr überwiegend darum, dass ein Vater eine wie oben beschriebene Tochter zu finden versucht, könnte man der Auffassung erliegen, dieser Film sei nichts für mich. Doch weit gefehlt!

Auch wenn in den 118 Minuten des Films der Name „Kanako“ gefühlte 5.000 mal ausgerufen, geflüstert, geschrien und gestöhnt wird und man sich bisweilen vorkommt, als sei man in einer Endlos-Schleife gefangen: „The World of Kanako“ ist trotzdem ein kleines Meisterwerk der Filmkunst!

Dabei ist der Film bei weitem anspruchsvoller, als man annehmen könnte und es ist wirklich nicht ganz leicht, angesichts der unglaublichen Kapriolen, die die Handlung permanent aufs Neue schlägt, die Übersicht zu behalten.

Fast hat man den Eindruck, als wäre der Film über einen sehr langen Zeitraum hinweg entstanden, während dessen man ihm immer wieder patchwork-artig neue Ideen und Sequenzen hinzufügte, so inkonsistent und zerrissen wirkt „The World of Kanako“ häufig. Dies tut dem Filmgenuss allerdings keinen Abbruch, denn durch ständig neue Wendungen, Rückblicke, Stilbrüche und insbesondere durch die explizite Brutalität in der Handlung wird der Zuschauer dieses recht langen Films bei der Stange gehalten.

Durch die mitunter fast schon ins Groteske gezogenen Gewaltszenen, zudem mit einem seltsam deplatziert wirkenden 70er-Jahre-Soundtrack unterlegt, fühlt sich der Film ausserdem manchmal an wie ein japanischer Tarantino, dessen dramatischem Sog man sich einfach nicht entziehen kann.

Fazit: Wer es mal wieder düster-bizarr, brutal und hoffnungslos braucht, findet mit „The World of Kanako“ den in 2015 wohl passendsten Titel auf dem FFF.

guckte im Cinestar, Frankfurt

51 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

The World of Kanako
  • Score [BETA]: 71
  • f3a.net: 7.4/10 51
  • IMDb: 6.8/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-18 00:53

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