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Reviews You Are the Film

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Reviewer

D.S. * 7.5

Breaking the Multiverse

Als Drehbuchautor von BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES und RIVER hat Makoto Ueda bereits zwei Höhepunkte des Zeitschleifen-Films mitverantwortet. Mit seinem Spielfilmregiedebüt gelingt ihm nun das Kunststück, eine Storyline umzusetzen, die nicht nur noch bizarrer als die der genannten Werke ist: Tatsächlich entwickelt er sie auch über ihr zentrales Gimmick hinaus in völlig unvorhersehbarer Weise weiter.

Die Ausgangslage ist hier allerdings schon wild genug: Wir folgen Theaterdramaturgin Madoka ins Kino. Auf der Leinwand sieht sie den Musiker Kazuma, der ebenfalls ins Kino geht. Und zwar in genau dasjenige, in dem sie gerade sitzt. Der Film, den er sich ansieht, zeigt ihm wiederum Madoka. Die sich im Kino einen Film über Kazuma ansieht. Kommt ihr noch mit? Die beiden Figuren reagieren jedenfalls äußerst verwirrt auf die Situation und verleihen ihrer Fassungslosigkeit Ausdruck, indem sie sich über die Leinwand hinweg als "unecht" beschimpfen. Bald jedoch beginnt ihnen die unglaubliche Wahrheit zu dämmern: Sie sind beide bloß Figuren in fiktionalen Geschichten. Und: Ihre Programmhefte verraten ihnen, dass dem jeweils anderen ein böses Schicksal droht. Aber da sie dieses Schicksal ja nun kennen, warum es ihm bzw. ihr nicht verraten – und so die Möglichkeit eröffnen, die Geschichte(n) umzuschreiben?

Uedas Film führt uns in knackigen 68 Minuten eine völlig andere Form von "Cinematic Multiverse" vor, die sich allemal frischer anfühlt als die Blockbuster von Marvel & Co. Vor allem, da sie durch die ungewollte Überschneidung zweier Paralleldimensionen hoffnungslos kaputtgegangen wirkt. Und dadurch, dass in den "Filmen" von Madoka und Kazuma plötzlich komplett seltsame Dinge geschehen, die ihre Realität schier größenwahnsinnig auf den Kopf stellen.

Mit geradezu kindlicher Spielfreude und überbordendem Humor entwirft Ueda eine Welt, in der fast alles möglich scheint. Sogar das Menschsein.

Leimbacher-Mario * 8.5

Wenn das Team rund um „River – The Timeloop Hotel“ und „Beyond the Infinite Two Minutes“ einen neuen Film an den Start bringt, dann muss man Genrefans wie uns nicht zweimal bitten… „You Are the Film“ lässt quasi einen Infinityloop oder eine Penrose-Treppe in Filmform auf den erstaunten Zuschauer los, wenn sich im Film zwei verschiedene Künstler, ein Musiker und eine Theaterregisseurin, gegenseitig auf ihren jeweiligen Leinwänden sehen, Kontakt aufnehmen und ihre Storys womöglich verändern…

Völlig richtig im falschen Film

Obwohl man wie gesagt als Fan von filmischer J-Quirligkeit dieses Team wie gesagt immer auf dem Schirm hat und fast schon im Herzen trägt, schießt „You Are the Film“ für mein Empfinden nochmal deutlich über meine (ohnehin schon hohen) Erwartungen hinaus. Das ist nicht nur kreativ, das ist nicht nur liebenswert, das ist nicht nur kurzweilig und unberechenbar – das ist all das zum Quadrat! Die Nutzung des einen Kinos und Häuserblocks ist wieder mal exzellent. Die Verschmelzung von Theater, Musik und Kino – aber auch ganz anderen, unerwarteten Filmgenres! – ist ambitioniert und wird schlicht sensationell umgesetzt. Die beiden „Hauptfiguren“ sind supersüß – getrennt wie zusammen. All das zu choreografieren und aufeinander abzustimmen gelingt augenöffnend toll. Und man ist einfach immer und immer gespannter, im Verlauf, was einen hinter der nächsten Ecke oder eben „auf der nächsten Drehbuchseite“ erwartet. Oder wie es geschrieben steht und dann doch nicht gemacht wird. Es kann nur kommen, wie man's nicht erwartet. Ganz nach dem Motto: Flip the Script!

Fazit: Eine der herzlichsten und knackigsten Empfehlungen des Kinojahres – „You Are the Film“ ist eine bezaubernd naive, perfekt durchchoreografierte und gnadenlos kreative Wundertüte!

glotzte im Residenz, Köln

Herr_Kees * 6.5

„Now that‘s a twist!“

Der Theatermacher Makozo Ueda ist für den Film das, was Marc-Antoine Mathieu für den Comic ist: Beide lieben es, ihr Medium auf die Metaebene zu drehen und mit minimalen Mitteln für einen maximalen Mindfuck zu sorgen.

War es in Uedas Drehbüchern zu BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES und THE RIVER noch das Spiel mit verschiedenen Zeitebenen, so eröffnet er in seinem Regiedebüt ganze Parallelwelten – ein „Cinematic Multiverse“, wie es im Film genannt wird („erklärt“ wäre zu viel gesagt).

Die Theatermacherin Madoko geht ins Kino und schaut sich einen Film an. Im Film geht der Musiker Kazuma ins Kino und sieht sich einen Film an. In diesem Film sitzt Madoko im Kino. Als die beiden merken, dass sie miteinander interagieren können, lesen sie sich gegenseitig die Inhaltsangaben „ihrer“ Filme vor – und sehen dringenden Handlungsbedarf.

YOU ARE THE FILM ist auf den ersten Blick ein „one gimmick movie“, doch sowie man sich darauf eingestellt hat, dass unsere beiden Protagonisten sich nun einfach bei der Lösung ihrer Alltagsprobleme unterstützen können, zieht Ueda nochmal ein Ass aus dem Ärmel und dreht den „Film-im-Film-im-Film“ auf links.

Ein Low-Budget-Vergnügen, das mehr absurdes Theaterstück ist als raffinierte Filmkunst, aber das Herz am rechten Fleck hat. Short and sweet – we are the audience!

war im Gloria 2, Stuttgart

19 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

You Are the Film
  • Score [BETA]: 79
  • f3a.net: 7/10 19
  • IMDb: 6.7/10
  • Rotten Tomatoes: 100%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2026-11-03 04:50

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