s La antena (2007) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews La antena

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Reviewer

miltimilti * 2.5

Naja

ich bin in großer Erwartung in den Film gegangen. Surreal à la Metropolis. Nun ja. Die Story war ziemlich dünne, die schauspielerische Leistung echt schlecht - kann man mit wirklichen Stummfilmstars gar nicht vergleichen. Speziell das Kind hat nicht sehr glaubwürdig gespielt. Manchmal war der Film wohl eher etwas unfreiwillig komisch.
Also, ich bin schon für Skurriles zu haben, aber nicht für dünne Bretter.

saß im Metropol 1, Stuttgart

Herr_Kees * 4.0

Versendet

Wie bei so vielen visuell außergewöhnlichen Filmen lässt auch bei LA ANTENA die Story zu wünschen übrig. Wobei das in diesem Fall durchaus beabsichtigt sein könnte: Denn Esteban Sapir lehnt sich bei seiner Stummfilmhommage nicht nur optisch, sondern auch bei Inszenierung und Handlung an Klassiker wie METROPOLIS an. Und damals wurden eben solche Geschichten auf diese Weise erzählt. D.h. z.B. auch mit langen Einstellungen, der ausführlichen Zurschaustellung von Kulissen und Effektszenen und mit plakativer Symbolik (auch wenn das Sendeduell 'Hakenkreuz gegen Davidstern' arg dick aufgetragen daherkommt). Für heutige Sehgewohnheiten sieht LA ANTENA dadurch im wahrsten Sinne des Wortes alt aus - ein Erzeugnis, das man gerne als Kunstwerk betrachten will, der einen als Film jedoch seltsam kalt lässt. Denn LA ANTENA zeigt in der Tat wunderbare Ideen und Bilder - insbesondere der poetische und verspielte Umgang mit den 'Untertiteln' macht oftmals richtig Spaß.

Fazit: Als visuelles Kunstwerk beeindruckend, als Film jedoch unbefriedigend.

goutierte im Metropol 1, Stuttgart

misspider * 5.0

Leider ist der Film ein Stück weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Es gab sehr schöne Ideen - die Stadt, die als Popup aus einem Buch hochklappt, der 'geschriebene' Schnee, die Darstellung der Sprechblasen -, aber insgesamt war die Story, wie schon Vorreviewer bemängeln, etwas zu einfach. Gut, ein Fast-Stummfilm ist heutzutage sehr ungewohnt. Ich fand es beinahe ein wenig anstrengend, dem Film nur anhand der Bilder zu folgen. Vielleicht ist es da gerade richtig, die Einstellungen länger zu belassen und nicht zu überfrachten, damit man alles aufnehmen kann. Andererseits hätte ich mir oft noch ein bisschen mehr gewünscht, eine Umdrehung schneller, etwas mehr Szenerie. Die Musik war mir dann auch zu eintönig, um wirkliche Abwechslung zu schaffen. Ich bin ein wenig hin- und hergerissen, denn eigentlich fand ich den Film sehr schön, aber so ein bisschen mehr Mitgerissen-werden hatte ich mir dann doch erhofft.

Michaela * 8.5

Stummfilmhommage

Sehr visuelles Erlebnis mit einer äußerst ein- bzw. aufdringlichen Musikbegleitung, kaum gesprochene Worte. Ein Film, der eine wichtige Aussage, grade auch zu unserer heutigen Zeit hat: Regimes, wie das Nazi-Regime, das Regime der UdSSR und auch auf Bush übertragbar, machen das Volk erst mundtot, indem sie ihm die Stimme rauben, und dann die Worte, also die Meinungsfreiheit, indem sie die Medien beherrschen. Aber es reicht eine kleine Stimme, die, wenn gehört, diesen Regimes auch den Garaus machen kann. Sehr plakative Bilder teilweise, eine Reminiszenz an "Metropolis". Man muss sich allerdings auch auf diesen Film einlassen wollen, da es hier eine einfache Geschichte ist, die langsam erzählt wird. Also nix für MTV-Video-Junkies.

war im City, München

D.S. * 7.0

Nicht nur eine Stummfilm-Hommage

Wer bei "La Antena" nur das Offensichtlichste sieht und daraus den Schluß zieht, es müsse sich hier um eine Hommage an den klassischen Stummfilm oder um den Versuch handeln, dieses "Genre" in die Gegenwart zu holen, der sieht vielleicht zu wenig oder trifft ein zu allgemein gefasstes Urteil. Sicherlich, die Form dieses filmischen Experiments ist ungewöhnlich - aber sie hat in meinen Augen eine genauer definierte Funktion.

Nun kann man zweierlei Dinge als diese Funktion betrachten. Einmal die optimale Unterstützung bzw. erst die Ermöglichung seiner Story, und dabei will ich von ihrer AUSSAGE noch nicht mal reden: es geht hier eben um eine Stadt aka eine Gesellschaft, der ihre Stimme gestohlen wurde. Wie ließe sich das besser darstellen als durch das tatsächliche Fehlen derselben im Film? Aber natürlich wäre da noch das Schwarz-Weiß-Bild, und das hat mit der Story an sich wenig zu tun. Weshalb mir die Funktion der Form auch eine andere zu sein scheint, oder zumindest eine weitere: ich sehe hier eine Hommage an etwas Spezielleres als eine ganze Mediengattung (den Stummfilm an sich), nämlich an insbesondere die filmische Umsetzungsebene einer gesellschaftspolitisch ungewöhnlich relevanten kunsthistorischen Epoche - den Expressionismus, oder sogar noch genauer, seine Übergangsstufe zum politisch noch deutlich motivierten Dadaismus.

Dafür spricht vor allem seine eigenständige Art des Umgangs mit Schrift im Bild: es handelt sich bei "La Antena" ja um einen sehr deutlich erzählenden "Stummfilm", bei dem jedes Wort "Dialog" als Text auf der Leinwand erscheint, zumeist aber nicht nur als beschriftendes Element, sondern als ein mit dem Rest des Bildes interagierendes. Da werden Wörter von den handelnden Figuren hin und her geschoben und spielen auch sonst ihre Rolle in der gezeigten Handlung; da sind sie gestalterisch gleichrangig mit anderen Bildbestandteilen; da sind sie mehr als nur Worte - was ja wiederum auch inhaltlich eine hohe Bedeutung hat. Mehrere entsprechender Einstellungen erinnern nun geradezu überdeutlich etwa an Fotomontagen John Heartfields - und dessen künstlerischer Motivation, sowie eben der seiner ganzen Kunstepoche, entspricht meiner Meinung nach auch die von "La Antena".

Diese künstlerische war gleichzeitig eine politische Motivation. Eine, die mit teilweise sehr sehr deutlichen Symbolen gearbeitet hat - um sichergehen zu können, daß ihre Botschaft ohne jedes Mißverständnis beim Empfänger ankommen würde. Ganz genauso arbeitet "La Antena" - und das erklärt auch die zum Teil zunächst recht ungehobelt, unpassend "platt" wirkende Symbolik des Films.

Über den Inhalt und auch die Aussage dieses visuell unbedingt eindrucksvollen, insgesamt sehr fantasievoll gestalteten und aussagekräftigen argentinischen Werkes will ich mich hier nun gar nicht weiter auslassen - das ist ein Thema, das den Rahmen sprengen würde. Nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch, daß der "Freiheitskampf" unter einem bestimmten Symbol aufgenommen wurde: Hammer und Sichel ;)

In meinen Augen erfüllt der Film seine Funktion jedenfalls sehr gut: die Form der spätexpressionistischen bis frühdadaistischen Kunst aufgreifend, um mit deren stilistischer Kraft eine deutliche politische Botschaft zu vermitteln. Diese Botschaft mag nun zu kurz greifen, und der Film mag trotz aller Detailverliebtheit auf Dauer etwas zu eintönig gestaltet zu sein, um vollkommen zu überzeugen.

Aber er ist definitiv mal etwas ganz anderes und hinterläßt Wirkung, auch wenn er dafür ein wenig Aufnahmewillen/-fähigkeit, Ruhe und auch Interesse voraussetzt. 7 Punkte und Bewunderung, wenn auch keine überschwengliche Begeisterung von meiner Seite.

glotzte im Metropolis 6, Frankfurt

Tomalak * 3.0

La Antena

Die Voraussetzungen klingen schon mal gut: Ein Stummfilm komplett in Schwarz-Weiß, angelehnt an den Film Noir mit offensichtlichen Anleihen bei Fritz Lang und Comicstilen, dazu eine fantastische Story.
Doch wie so oft: wenn man sich zu viel vornimmt, wird alles nichts. Völlig unspannend, geradezu langweilig inszeniert mit Darstellern, die viel zu plump agieren.
Auf keiner Ebene funktioniert La Antena: Für einen Thriller ist er zu offensichtlich und langatmig, als Kritik an Medien und/oder faschistischen Strukturen ist er zu banal. Selbst als Kunstfilm ist er zu plakativ und selbstverliebt. ZU sehr verlässt man sich auf die Bildsprache, die völlig überschätzt wird, daran hat sich der Zuschauer schon nach gut 30 Minuten satt gesehen, nur leider der Regisseur nicht, der gerne mit minutenlangen Einstellungen nervt.
Das war leider nix.

Timo * 5.0

Stilisierung total. Overkill.

Einen solchen Film zum Centerpiece des Filmfestivals zu machen, ist natürlich gewagt. Der Stummfilm ist tot, jedenfalls war dies bis dato der Fall. Ich habe dieses Jahr keinen einfallsreicheren, fantasievolleren oder magischeren Film gesehen als LA ANTENA. Leider aber auch keinen, der so anstrengend (EX DRUMMER mal ausgenommen) und erst recht nicht so nervtötend ist. Eine höchst zwiespältige Sache also.

LA ANTENA ist vielleicht im Detail einfach fast zu perfekt, er wirkt leider völlig überladen. Als wolle man die gesamte Stummfilmära in einem einzigen Film verpacken, trotzdem mit modernen Kniffen glänzen und das Ganze schlussendlich mit einer überdeutlichen Portion Gesellschaftskritik würzen. Der Medienmogul, welcher sich das Volk mit der Macht des Fernsehers untertänig machen will, zielt natürlich streng in Richtung Berlusconi. Ob ständig aufflackernde Nazi-Motive nur an den deutschen Stummfilm erinnern sollen (was ich stark bezweifle) oder ebenfalls einen Platz in der Zeigefinger-Loge einnehmen sollen, kann man schwer sagen. Trotzdem fand ich das eher peinlich und deplatziert (Stichwort SS-Uniform und nacktes Kind auf Judenstern gefesselt). Aber auch das Volk bekommt Watschen ausgeteilt: weil es alles mit sich anstellen lässt, bekommt es schließlich den Mund verboten. Als hätte man im Laufe der Zeit verlernt ihn aufzumachen wenn es nötig ist.

Natürlich ist es toll, soviel Stoff in einem Film geboten zu bekommen, aber es erweckt zu jedem Zeitpunkt den Verdacht, LA ANTENA fühle sich wahnsinnig toll und stünde über allen Dingen. Man sollte vor allem nicht vergessen, dass LA ANTENA weiß Gott nicht das erste Werk ist, welches herausgefunden hat, dass man Filme mit Bildern erzählt. Mir persönlich ist nach Betrachtung eines klar geworden: Wie wichtig mir das gesprochene Wort mittlerweile ist und wie sehr ich gute Dialoge liebe. Dieses permanente Soundgetöse war mir einfach zu viel. Nach 60 Minuten musste ich mich wirklich zusammenreißen den Film nicht vorzeitig zu verlassen. Nicht weil dieser sonderlich schlecht wäre, sondern weil ich diese unerträglich Stilkomposition aus Bild und Ton nicht länger hätte aushalten können. Deshalb bin ich der Meinung, LA ANTENA ist für einen "Stummfilm" äußerst geschwätzig. Schließlich schafft er es nicht einmal 30 Sekunden am Stück die Klappe zu halten und - surprise - "stumm" zu sein. Ergo traut er sich doch nicht so ganz, allein seine Bilder sprechen zu lassen.

Dies ist natürlich ein Schuh, den sich jeder selbst anziehen kann, nicht aber muss. Doch unabhängig davon, ist LA ANTENA nicht frei von Mängeln. Er besitzt einige Längen, sodass die gefühlte Laufzeit knappe drei Stunden beträgt. Ja, LA ANTENA ist Poesie, er ist fantasievoll und visuell schlicht und ergreifend ein Traum. Jeder sollte diesbezüglich für sich selbst eine Entscheidung treffen. Obwohl ich mir den Film sicherlich kein zweites Mal ansehen würde - die damit verbundene Seherfahrung möchte ich nicht missen.

saß im Metropolis 6, Frankfurt

FFFler * 7.0

¿Mama, estás allí?

Heutzutage einen Stummfilm zu drehen ist schon mutig und wurde bei dieser argentinischen Produktion leider nicht belohnt, da sie sich in seinem Heimatland als Megaflop erwies. Zu Unrecht, denn die Inszenierung ist wirklich einzigartig; Optik und Kulissen lösen hierbei ein herrliches Retrofeeling aus und dass die Untertitel in den Film mit eingebaut werden fällt ebenfalls positiv aus. Zu einem Meisterwerk langt es jedoch nicht ganz, dafür haben sich ab und an ein paar Längen zu viel eingeschlichen, aber ein würdiges Centerpiece des diesjährigen Fantasy Filmfests ist es allemal.

verweste im Metropolis 6, Frankfurt

GeorgeKaplan * 7.0

Mouth Wide Closed

war im Cinedom 9, Köln

funky_mariechen * 9.0

Super

Ich habe bis auf "Nosferatu" noch nie einen Stummfilm gesehen. Und das ist wirklich nicht mehr mein Ding. Da unterscheiden sich mittlerweile meine Sehgewohnheiten zu sehr.
Aber "La Antena" würde ich nicht als Stummfilmhommage bezeichnen. Eher als Kunstwerk. Entweder man mag es, oder eben nicht.
Was hier an Einfällen geboten wird fand ich wirklich großartig. Wie die Sprechblasen manipuliert wurden und ins Geschehen eingebunden wurden... das war einfach super. Die Story fand ich gut. Und die Darsteller haben Ihre Sache doch super gemacht.

Für mich war der Film vergleichbar mit einem guten Michael Gondry Film. Ein Film der einen berührt, visuell großartig ist, und den man so noch nicht gesehen hat!

Für mich neben Fido der beste Festivalsfilm bisher.

war im Cinemaxx 1, Hamburg

kinokoller * 8.0

you got no choice, ’cause you can’t escape the voice

Der als Stummfilm-Hommage beworbene LA ANTENA fordert Aufnahmewillen und Interesse von seinem Zuschauer. Wer sich fernab von gängigen Seh- und Hörgewohnheiten nicht auf plakative Symbolik und das Lesen von Untertiteln einlassen kann, wird von dem Film sicherlich gelangweilt werden.

Die kunstvolle Inszenierung des Plots um eine totalitär regierte Stadt, in der das Volk seiner Stimme von einem Medienmogul beraubt wurde, ist ganz einfach herausragend zu nennen. Als Stilmittel hierfür den Stummfilm zu wählen, trifft den Nagel geradewegs auf den Kopf. So weiß die technische Umsetzung mit all ihren ungewohnten kleinen Ideen und Reminiszenzen an Klassiker des expressionistischen Stummfilms auch vollends zu begeistern - einige male wähnt man sich tatsächlich in einem dieser alten Streifen.

Ein Knackpunkt ist allerdings die permanente Dauerberieselung mit Musik, die an manchen Stellen ruhig ein wenig unaufdringlicher hätte ausfallen können. Störend fällt auch die unausgegorene Entwicklung der Geschichte auf. Wenn man sich die entfallenen Szenen auf der DVD anschaut, dann bekommt man jedoch so manche Erklärung nachgeliefert - was eine längere Schnittfassung des Films sicherlich abgerundet und für einen nachhaltigeren Eindruck gesorgt hätte.

Im Großen und Ganzen muß man dem Film seinen Mut zur Andersartigkeit und dem Appell auf das Recht der freien Meinungsäusserung anrechnen. Von daher war LA ANTENA sicherlich die richtige Wahl für das Centerpiece des Fantasy Filmfestes 2007.

[sehenswert]

glotzte im Cinedom 9, Köln

55 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

La antena
  • Score [BETA]: 62
  • f3a.net: 6.2/10 55
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2021-05-18 12:11

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