s Freddy vs. Jason (2003) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Freddy vs. Jason

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Reviewer

D.S. * 8.5

Um es vorwegzunehmen: der Film ist der erhoffte Knaller geworden. Kein ÜBERKnaller - aber ein sehr guter und erstaunlich harter Horrorfilm, der alles bietet, was man als Fan dieses Genres braucht, um Spaß zu haben. Dabei geht der Film wirklich ganz schön zur Sache - und inwieweit er die FSK unbeschadet überstehen wird, bleibt abzuwarten... Er ist jedenfalls härter als jeder NIGHTMARE-Teil, und er übertrifft etwa JASON X deutlich. A propos JASON X: überraschenderweise ist FREDDY VS. JASON ein "echter" Horrorfilm geworden. Zwar gibt es zum einen, natürlich, jede Menge sarkastischer Sprüche von Mr. Krueger und zum anderen auch sonst einige Jokes (wovon zwei, drei dann doch leicht albern geraten sind - zum Beispiel: Jason als "menschliche" Flipperkugel...). Aber sich selbst und sein Thema nimmt der Film - zum Glück, wie ich finde - absolut ernst. Es gibt hier keine permanente Selbstverarschung wie in JASON X, und es gibt keine weiß-Gott-wie "clevere" Brechung der filmischen Realität wie in "New Nightmare". Stattdessen wird (stellenweise wirklich erfolgreich) versucht, ein Gefühl der Bedrohung, ja des Terrors aufzubauen, in dem Freddy und Jason eben keine Witzfiguren, sondern angsteinflößende Monster darstellen. So, wie es anfangs auch mal gedacht war. In dieser Hinsicht "altmodisch" - aber mit dem Tempo und der Konsequenz der Gegenwart!

Ronnie Yu hat hier einen wirklich schnittigen Film realisiert, keine Frage. Aber - und das ist für viele vielleicht ein großes "Aber" - bei Lichte betrachtet, handelt es sich bei FREDDY VS. JASON mehr oder weniger um einen neuen NIGHTMARE-Teil: Jason ist deutlich unterrepräsentiert. Das war ja irgendwo auch fast zu erwarten, denn um Jason kann man nun mal keine großartige Story spinnen: er schweigt, läuft, tötet. Das kann er zwar sehr gut, aber sonst hat er nicht eben viel zu bieten. So dominiert also Freddy das Geschehen: er erweckt Jason zu neuem Leben, benutzt ihn als Werkzeug zur Erfüllung seiner Pläne - und zwar, den Kids in der Elm Street Angst einzujagen, sie überhaupt erst wieder an Freddy denken zu lassen. Je mehr Angst verbreitet wird, desto stärker wird er - und kann sein Alptraum-Regime schließlich von neuem errichten. So tappst Jason als Handlanger also erst mal in der Elm Street herum - aber auch, als er beginnt, sich nicht mehr um Freddys Kommandos zu kümmern, auf eigene Faust und gegen Freddys Willen zu killen, ist es Freddy, der eindeutig mehr Macht in der Hand hat; der die Realität manipuliert; der über Locations entscheidet; der letztlich der Gefährlichere der beiden ist (was schließlich sogar die Teens so sehen, obwohl ihnen Jason bislang wesentlich mehr Blutzoll abverlangt hat...). Sicherlich, von der Screentime her ist das Verhältnis der beiden in etwa ausgewogen, und zum Schluß des Films geht es dann auch ins Camp Crystal Lake, aber die allermeisten Regeln in diesem Spiel setzt Freddy. Jason ist und bleibt hier fast komplett ein tumbes Etwas.

Allerdings hackt er wirklich ausgesprochen routiniert und liebevoll durch die Gegend, seine Machete wurde ganz offensichtlich in der Hölle frisch geschärft. Was etwas überrascht ist, daß Freddy ihm in Sachen Brutalität diesmal fast nicht nachsteht - und der Bodycount des Films erreicht so schließlich locker doppelte FRIDAY 13th-Dimensionen.

Richtig los geht es dann mit dem Gematsche aber erst beim Schlußkampf der beiden. Sie malträtieren sich mit allem, was eine Großbaustelle so hergibt, und anschließend geht’s ans wortwörtliche gegenseitige Zerhacken. Spätestens hier dürfte so mancher Jugendschützer hierzulande erblassen. Aber das ist dem Thema und dem Film nur angemessen: denn wie gesagt, hier werden keine Scherze gemacht. Hier geht’s ums ganze. Darum, zu klären, wer ein Recht auf das jugendliche Frischfleisch hat... Wobei der Film tatsächlich zu einer Entscheidung kommt, was viele vorher nicht erwartet hatten. Sicher, GANZ eindeutig ist die Entscheidung nicht. Aber es sieht schon so aus, als hätte eine Partei am Ende alles in der Hand... ;)

Relativ viel Zeit verbringt der Film mit den Hintergründen von Freddy Kruegers "Entstehung" und seinem Abgang - bzw. damit, was die örtlichen Autoritäten unternommen haben, um sein Wiederauferstehen zu verhindern. Über Jason macht man sich nicht so viele Gedanken - wobei wenigstens innerhalb einer Traumsequenz auch seine Herkunft erklärt wird. Wobei, an einer anderen Stelle, seine Vergangenheit sehr ärgerlich uminterpretiert wird: denn angesichts seines Ertrinkens als Kind wäre es zwar wirklich kein Wunder, wenn Mr. Voorhees Angst vor Wasser hätte. Aber in den bisherigen FREITAG-Folgen hat er eine solche nie gezeigt. Als Freddy ihn aber nun mit Wasser konfrontiert, bricht Jason aufs Jämmerlichste in Panik aus, verfällt zu einem einzigen Häufchen Elend...?!

Abgesehen davon allerdings geht der Film respektvoll mit der Vergangenheit und den Geschichten der beiden Recken um; FREDDY VS. JASON fügt sich in dieser Hinsicht nahtlos in die beiden Serien ein.

Also, was kriegen wir geboten? Einen fetzigen, "ernsthaften" Horrorfilm mit recht gutem Tempo, vielen originellen Settings, guten Fights, erstaunlich viel und erstaunlich heftigem Gore. Eine Konfrontation, die der beiden Legenden würdig ist - allerdings, storytechnisch, mit einem klaren Übergewicht auf der Freddy-Seite.

Das Ding rockt jedenfalls - und jeder, der auch nur ansatzweise etwas mit einer der beiden Serien anfangen kann, muß FREDDY VS. JASON sehen. Denn der Film bietet tatsächlich die doppelte Power. 8,5 Punkte.

war im Cinemaxx, Berlin

Andreas

Ungerechtfertigte Nostalgie!

Das war er also, der mit jede Menge Applaus bedachte Freddy vs Jason von Ronny Yu. Gut war er natürlich nicht, aber das konnte man auch kaum erwarten. Es ist sowieso mehr Nostalgie als irgend etwas anderes, das einen hier ins Kino trieb. Das erste mal Nightmare on elm street, den ich vielleicht im Alter von 12 oder 13 Jahren gesehen habe, das war fast ein ähnlich intensives Erlebnis wie Murnaus Nosferatu, drei oder vier Jahre vorher, den ich auf einer Filmrolle fürs Heimkino zum ersten mal entdeckte, ohne Musik, nur mit diesem herrlichen monotonen Rattern des Filmvorführgeräts im Hintergrund. Natürlich ist Craven nie ein Murnau gewesen und Cunningham nun schon gar nicht, deswegen mag es ungerecht erscheinen, Nightmare und Friday im Nachhinein an wirklich großem zu messen. Dabei hat sich der Charme des ersten Nightmare Films erfolgreich der Zeit widersetzt, mit all seinen surrealen Späßen und der doch beachtlichen atmosphärischen Dichte. Vielleicht war er der letzte von Cravens schönen Frühwerken. Auch selbst diese nervigen gelackten Teenager wirkten früher noch wie Menschen aus Fleisch und Blut. Es spielte eine Rolle, ob sich ihr rotes Nass da literweise über die Leinwand ergoss. Bei Yu ist das anders. Seine Welt ist bevölkert von eindimensionalen, zudem vollkommen unglaubwürdigen Figuren, die austauschbarer sind als die Kandidaten in einer Popstars Sendung. Sie scheinen aus Plastik zu bestehen, sind innerlich hohl und ihr Tod somit völlig unbedeutend. Wenn sie sterben, hat das den Tom & Jerry Effekt. Irgendwann tauchen sie halt wieder auf, da helfen selbst unterschiedliche Hautfarben nicht mehr, um sie voneinander zu unterscheiden. Der Seiber fließt wahrlich in Strömen, die Gorehounds setzen ihre zufriedenen Gesichter auf. In Yus Comicwelt ist alles möglich und bleibt ohne Folgen. Der Spaß geht dabei unweigerlich verloren. Diese Unmengen an Blut hätten 1984 in der Elm street eine weit verheerendere Wirkung gehabt. Das Nichts an Geschichte wiederzugeben, verbietet sich fast von selbst. Die Idee, die beiden Horrorgiganten aufeinander treffen zu lassen, raubt ihnen das letzte bisschen Würde. Jason stapft unverwundbar, sich lediglich durch diesen Umstand und seiner Tötungslust von den Teenagern unterscheidend, durch diesen Film und beweist damit lediglich erneut, dass seine Zeit vorüber ist. Keiner seiner Filme, nicht mal das Original, haben der Zeit trotzen können. Bei Freddy sieht das etwas anders aus. Abgesehen von Teil 1 hatten auch Teil 3 und 7 zumindest ihre Momente, und selbst in den anderen Werken ließen sich wenigstens einzelne Szenen finden, denen man eine gewisse Faszination nicht absprechen konnte. Obwohl er in den meisten seiner Filme kaum mehr war als ein Sprücheklopfer, fällt der Abstieg ins absolut Prollige doch bitter aus. Wenn seine Klingen über Stahl gleiten, macht das niemandem mehr Angst und so manches mal wünscht man ihn sich stummer als seinen Gegenspieler. Ein paar wenige schöne Szenen gibt es trotzdem, meist dann, wenn diese unerträglichen Plastikgesichter verstümmelt werden, an dem einzigem Punkt, an dem sie angreifbar erscheinen. Ansonsten wird das Ganze schnell, actionreich, spannungslos, ohne Atmosphäre und mit vielen spektakulären Szenen dargereicht, in der Form wie viele moderne Eventmovies heute standardmäßig aussehen.

Bobshock * 8.0

Jeddy vs Frason

Vorhang auf - Licht aus - Spaß an! Die Meute jubelt im ausverkauften Kinosaal (ich gröhle doch tatsächlich mit) und liebt den Film vom ersten Moment an. Der Streifen ist hart genug um die weibliche Begleitung schockieren und derb genug um die männlichen Splatterfans zu weiterem Bierkonsum zu ermuntern. Der Film setzt voll auf den Mainstream und er ist ein Hit! Knallbunt und voller guter Gags bietet er von Anfang bis Ende zwei unserer bösen Lieblinge und jede menge Teenager-Leichen. Robert Englund ist dabei in Höchstform und in Bedrängnis, denn die Jason-Fans sind in der Überzahl und können lauter schreien. Die Umsetzung ist zeitgemäß mit rockigem Metal-Soundtrack und ohne Tiefgang. Es geht hier nicht mehr um die Teenager denen niemand glaubt, wie in den 80er Filmen - das hatten wir alles schon zu genüge. Jetzt geht es um den ultimativen Showdown inklusive blutiger Kollateralschäden. Und dabei geht fast soviel zu Bruch wie bei T3. Punktabzug gibt es wegen dem dürftigen Versuch einer Storyline und mittelklassigen unmotivierten Darstellern. Ist mir aber egal: Es gibt fette 8 Punkte von mir

Jonas S * 10.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Das Horror-Highlight des Jahres!

Lange mussten wir warten und um so mehr hat es sich gelohnt. "Freddy Vs. Jason" rockt so heftig wie lange kein Film mehr. Robert Englund in der Rolle des Freddy Krueger ist so gut drauf wie nie zuvor und Jason, der hier leider nicht von Kane Hodder verkörpert wird, ist des Metzelns auch nicht müde geworden.

Die Einleitung mit Freddy, der Jason in einem Alptraum in Gestalt seiner Mutter erscheint (klasse: Betsy Palmer) und ihm den Auftrag gibt, den Kindern in der Elm Street den Rest zu geben, ist gut gelungen und eine wirklich nette Idee. Der erste von Jason in der Realität begangene Mord lässt dann auch schon keine Wünsche mehr offen. Da wird einem Typ mehrmals mit der Machete der Rücken durchbohrt und anschließend klappt ihn Jason einfach lässig mit dem Bett zusammen, dass der Typ in der Mitte durchbricht. Besonders genial auch, eben dieses Opfer später noch in einem Alptraum dessen Freundin erscheinen zu lassen, wo Freddy den abgetrennten Kopf einfach aus dem Maisfeld heraushält und einen Spruch ablässt, den der Typ genauso vorher im Film abgelassen hat.

Mehr, als dass das Morden sowohl von Freddys als auch von Jasons Seite fröhlich weitergeht, braucht man eigentlich nicht zu sagen. Die Darsteller der Twens machen ihre Sache soweit ganz gut, können aber neben Freddy und Jason nur als hübsches Beiwerk durchgehen, da sich der ganze Film mehr oder weniger auf die beiden Horror-Ikonen konzentriert. Der teilweise echt hyperbrutale Endkampf ist echt der Hammer und der Schluss, wo Jason mit Freddys abgetrenntem Kopf aus dem Crystal Lake steigt und Freddy dem Zuschauer noch einmal zublinzelt, ist ein echter Brüller.

Der Film hat einfach alles was er braucht: Blut (massig), Action (der Endkampft holt echt alles raus) und Humor. Viele der Gags werden zwar nur von echten Insidern beider Reihen verstanden werden (so wurde aus dem Kommentar Freddys "How sweet, fresh meat!" im vierten Nightmare-Film in "Freddy Vs. Jason" einfach cool "How sweet, black meat!"), aber der Film ist ja gerade auch ein Geschenk an die Fans beider Reihen.

Ronny Yu, der schon bei "Chucky und seine Braut" erstklassige Arbeit leistete, legt bei "Freddy Vs. Jason" noch locker einen drauf. So wundert es auch nicht, wenn man am 18. August 2003 in "Hallo Deutschland" hört, dass der Film an den US-Kinokassen bereits 31.000.000 Euro eingespielt hat.

Dass Jason nicht von Kane Hodder gespielt wird, ist insofern zu verschmerzen, da Jason bis zum einschließlich sechsten Teil der Friday-Reihe ja auch immer von anderen Schauspielern verkörpert wurde. Ohne Robert Englund hätte der Film allerdings nicht funktioniert, da dieser Freddy ja bereits von der ersten Stunde an verkörpert hat.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Stimmung im Kino einfach geil war. Es wurde gelacht und geklatscht, dass die Wände wackelten. Kein Mord blieb ungefeiert.

Fazit: Ich kann die Fortsetzung (die hoffentlich kommen wird) kaum erwarten.

war im Cinemaxx, Hamburg

Felix Schweiger * 8.5

Duell Projekt

Lange mussten Fans auf diesen Film warten, denn kurz nachdem die rechtliche Frage geklärt war begann der eigentliche Kampf. Zu- und Absagen im Bereich Regie, Drehbuchumschreibungen und die üblichen kleingeistigen Machtkämpfe drohten das Projekt mehr als nur einmal zum Scheitern zu verurteilen. Doch dann setzte sich Produzent Robert Shaye durch, und siehe da auf einmal war der Film fertig. Totgesagte leben also doch länger. Etwas das man im Übrigen auf einige Aspekte des Films übertragen kann. Doch zuerst zur Story, die sich doch des öfteren biegen und wenden muss um das Duell der Metztgermeister möglich zu machen: Freddy ist geschlagen. Man hat es geschafft das Unwesen, das (fast) nur in den Köpfen der Menschen existierte aus diesen zu verbannen und so den Unbesiegbaren doch zu besiegen. In seiner Verzweiflung weitet der arme Freddy seine Kreise und trifft auf einen anderen Unbesiegbaren, der ebenso mehr oder weniger tatenlos vor sich hinmodert. Und nach etwas Überzeugung rafft sich also Jason, getrieben von Freddy, auf in die Elm Street um das zu tun was er am besten kann, nämlich Teenies filettieren und falten. Und so hofft Freddy das man sich seiner Bluttaten erinnere und ihm damit wieder Macht zurückgibt. Das ganze klappt, die mörderischen Träume beginnen von neuem. Doch Jason, einmal im Blutrausch ist nicht so leicht zu stoppen, hackt Freddy die Opfer buchstäblich vor der Narbennase weg und so kommt es wie es kommen muss. Diese Stadt ist zu klein für beide, das Duell beginnt. Jeder versucht den andern auf das Schlachtfeld seiner Wahl zu zerren und die Schwächen des anderen auszunutzen. Zwischen den Fronten findet sich die Opferschnittmengen aus Jugendlichen (irgendwo zwischen den Freddy-Traumakindern und dem Jason Kanonenfutter). Und, so seltsam es klingt, obwohl eigentlich Opfer sind diese auch das Zünglein an der Wage in diesem Zweikampf. Leider gehen dabei viele Gewohnheiten und "Fakten" die wir über Jason und Freddy im Laufe unzähliger Fortsetzungen (die zugegeben in sich auch nicht immer schlüssig waren) gelernt haben über Bord, und mehr als einmal fragt man sich schon ein bisschen wie das jetzt alles zusammen passt. Aber nicht allzu oft, denn Ronny Yu, der schon in Chucky 4 und 51st State ein flottes Tempo vorgelegt hat hält auch hier die Zügel kaum locker und lässt so keine Langeweile aufkommen. Es wird fein gesplattert und geprügelt, wenn auch die typischen One-liner etwas an Bissigkeit und Treffsicherheit vermissen lassen. Also, her mit dem Popcorn, weg mit dem Anspruch, anschnallen auf eine Achterbahnfahrt der kurzweiligen Art, stets bereit zu jubeln wenn der Massenmörder nach Wahl zu siegen scheint oder das Blut spritzt und nicht weiter lange nachgedacht. Fazit: Spassduell der unterhaltsamen Art, kurzweilig und blutig. 8.5/10

war im Cinemaxx, Hamburg

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Freddy vs. Jason
  • f3a.net: 7.2/10 43
© Fantasy FilmFest Archiv 2021-09-26 12:35

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