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Reviews Baskin

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Reviewer

D.S. * 7.0

Baba Blood

Wow, BASKIN ist wirklich mal etwas Besonderes – und das nicht nur seines Exotenstatus’ wegen. Was sich zunächst wie ein unangenehm lauter, plumper Schundfilm mit unangenehm lauten, plumpen Charakteren anfühlt (die zwischendurch auch noch aus vollem Halse gemeinsam ein kitschiges Liedchen trällern!), entpuppt sich bald als surrealer, grotesker, berserkerhaft blutiger Trip. Der ungemein clever erzählt auf mehreren ineinander verschachtelten Realitätsebenen spielt und mit Figuren direkt aus deinen Alpträumen, intensiven Farben und einer orgiastisch dichten Atmosphäre auftrumpft.

Fünf ungleiche Cops – vom Newbie über den Hitzkopf bis zum väterlich weisen Boss – sind auf Streife in den Außenbezirken Istanbuls unterwegs. Sie kehren in ein Restaurant ein, und bereits dort beginnt sich die Realität fast unmerklich ein wenig zu verschieben. Wieder auf der Straße, folgen sie einem Notruf von Kollegen und gelangen schließlich zu einem verlassenen, verwunschenen Gebäude, in dem sie nichts weniger als ein SILENT HILL der noch krankeren, blutrünstigeren und gedrängteren Form erwartet: ein Abstieg in den Wahnsinn, die Hölle, das splatternd Mythologische.

Einflüsse italienischer Genreregisseure aus den 70ern und 80ern sind nicht zu verleugnen, der Synthie-Score erinnert vehement an John Carpenter, der Erzählstil von BASKIN ist aber dezidiert postmodern. Diese Mischung ist ungewöhnlich, der Film als Ganzes kraftvoll, eindrucksvoll seltsam und überraschend vielschichtig. Sollte man gesehen haben – allein schon, weil man so etwas garantiert noch nicht gesehen HAT. Nach der etwas anstrengenden Anfangsviertelstunde ungemein fesselnd und... berauschend. 7 Punkte von mir.

staunte im Cinestar, Frankfurt

lexx * 6.0

Döner macht nicht schöner!

Baskin beinhaltet eigentlich zwei Filme. Der erste Teil dient als überlange Einführung, der zweite teilt dafür ordentlich aus und das teilweise ziemlich heftig und nachhaltig. Insgesamt sehr kurzweiliges, optisch ansprechendes, später heftiges "Abenteuer". Statt Popcorn ist Döner angesagt!

war im Cinestar, Frankfurt

Herr_Kees * 7.0

Hüllrüser

Exotenbonus hin oder her: BASKIN ist ein in jeder Hinsicht erstaunlich versierter, ungewöhnlicher, unkonventioneller und sehr intensiver Horrorfilm, der verschiedene Realitäts- bzw. Traumebenen geschickt verbindet und den Zuschauer so das eine oder andere Mal effektiv verstört. Dabei ist der Film unangenehmer als die meisten westlichen Genrevertreter - und um einiges intelligenter.

staunte im Metropol, Stuttgart

Leimbacher-Mario * 7.5

Das Böse in dir

Ein Horrorfilm aus der Türkei? Ein guter noch dazu? Der international mithalten kann? Und dann auch noch ein Debüt? Jap, all das & noch viel mehr bietet "Baskin". Hier hat der beim Screening auf dem FFF auch anwesende (& sehr nette) Can Evrenol wirklich ein mehr als beeindruckendes Debüt hingelegt, das nachhaltig stehen lässt: Mit diesem Mann ist zu rechnen! Er kennt & liebt seine Vorbilder (Argento, Fulci, Barker), hat ein enormes Auge für Bilder aus der Hölle & kann sogar mit beschränkten Mitteln eine schneidende Atmosphäre aufbauen. Absolut kein Wunder, dass er schnell ins Gespräch für das lang geplante Hellraiser-Remake gebracht wurde.

"Baskin" macht Werbung für den türkischen Genre-Film, ist wirklich gruselig, kultigverdächtig & wäre in dieser Form aktuell in Deutschland nicht zu realisieren. Er lässt thematisch ähnliche Konkurrenz aus Hollywood, wie "Katakomben", wie Kindergeburtstage aussehen & verbindet Gewalt mit brutaler Atmosphäre. Würde das Videospiel "The Evil Within" gut verfilmt, sähe das genau so aus. Es gibt enorme Parallelen, aber auch von "Silent Hill" & "Resident Evil" ist genug erkennbar. Definitiv eine der schnittigsten & schmutzigsten Visionen der Hölle. Die Geschichte der türkischen Polizeieinheit, die sich immer weiter in den Kreis der Hölle begibt, ist vielleicht etwas flach & eher für eine Kurzgeschichte geeignet, verläuft sich in den höllischen Gängen am Ende selbst etwas, ist aber dennoch meist fesselnd & pulstreibend.

Die Optik & ekeligen, CGI-freien (!) Effekte sind grandios, die okkulten Froschmenschen samt Torwächter sind angsteinflößend & schon allein die von den Protagonisten, immer etwas religiös & übernatürlich angehauchten, erzählten Geschichten bleiben im Kopf hängen. Von den dunklen Kulissen & der teilweise virtuosen Kamera ganz zu schweigen. Nur selten wird etwas zu schnell geschnitten & zu viel gewackelt. Die in anderen Filmen oft nicht gefundene Mischung aus Atmosphäre & Jumpscares wird hier auf den Kopf getroffen. Dazu gesellen sich ein extrem lauter Retro-Killer-Soundtrack & ausreichend Gore. Horrorherz, was willst du mehr? Ok, die Spirale am Ende hätte es vielleicht nicht gebraucht & das finale Foltern zog sich dann auch unangenehm - trotzdem bot der Film genau das Erhoffte & sogar etwas mehr.

Fazit: ein Quantensprung für türkischen Horror & ein gelungener Abstieg in die Hölle! Türkeis Hellraiser ;)

verweste im Residenz, Köln

25 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Baskin
  • Score [BETA]: 55
  • f3a.net: 5.8/10 25
  • IMDb: 5.2/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-11-25 20:03

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