s Desolation (2017) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Desolation

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Reviewer

Alexander * 1.5

Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm

Sag wer mag das Männlein sein
zieht uns in 'nen Film hinein
So hohl und dumm!

„Desolation“ ist eine Frechheit!

Jeder sonntägliche Waldspaziergang mit der Seniorengruppe im Stadtpark bietet mehr Schauwerte und Spannung, als dieser um jede Qualität beraubte Film, dessen Regisseur man im Genre „Horror“ getrost als gescheitert bezeichnen darf.

Die Akteure agieren so schlecht, unlogisch und albern das man sich an Laiendarsteller eines Schultheaters erinnert fühlt. Das mangelnde Talent der Schauspieler wird dann auch nur noch von ihren haarsträubenden und vollkommen hanebüchenen Aktionen getoppt, die einem Menschen mit auch nur ansatzweise logischem Denken alle Haare zu Berge stehen lassen. Jegliche Aktionen der Protagonisten sind absurd, ihre Reaktionen teilweise vollkommen unglaubwürdig, die ganze Geschichte wirkt konstruiert und wie gewollt und nicht gekonnt.

„Desolation“ waren die längsten 78 Minuten schlechten Films, die ich mir seit langem am Stück angetan habe. Es ist eigentlich unfassbar das in der ersten todlangweiligen Filmhälfte GAR NICHTS passiert und man sich bereits nach 20 Minuten das Ende herbeisehnt, um sich dann spätestens beim Abspann zu fühlen, als hätte man 120 entsetzlich lange (und langweilige!) Minuten im Kino verbracht. Dafür auch noch Eintritt zu nehmen ist eigentlich eine Unverschämtheit, besser wäre es, den Müll auf dem Klo zu zeigen, damit die Kino-Toiletten nicht unnötig lange blockiert sind.

Da dreh ich doch lieber meine Socken um und schau ihnen stundenlang dabei zu, wie sie im 40 Grad Waschgang meiner Miele ihre Kreise ziehen, als mir von diesem Versager-Regisseur jemals nochmal einen Film ansehen zu müssen.

Insgesamt kann man sich wirklich dem Eindruck nicht verwehren, als wäre der Mist von einer Gruppe mäßig talentierter und nur geringfügig motivierter Filmstudenten in 2 Tagen hastig runter gedreht worden. Selten habe ich erlebt, dass ein ohnehin uraltes Thema in einem mehr als nur vorhersehbaren Film so wenig überzeugend und ohne den Hauch von Spannung reproduziert wurde. Hier funktioniert wirklich überhaupt nichts und noch nie zuvor wurde ein Bösewicht lächerlicher in Szene gesetzt. Würde „Desolation“ auf Togo nachmittags im Kinderprogramm gezeigt, würden sich wahrscheinlich sogar Kleinkinder peinlich betreten abwenden.

Ab damit in die Tonne der größten Gurken der Filmfestgeschichte! Und hey, Nürnberg und Stuttgart: Seit froh dieses armselige Filmfest-Füllmaterial nicht gezeigt zu bekommen!

Leimbacher-Mario * 3.0

Ravedalf, der Unfreiwillig-Komische

"Desolation" handelt von einer Mutter, die nach einem Schicksalsschlag mit ihrem Sohn und einer Freundin auf einen Wander- und Zeltausflug geht. Doch schon bald taucht ein seltsamer Fremder immer wieder im friedlichen Grün auf und scheint die drei zu verfolgen... Dieser Survival-Horror ist lächerlich. Schlecht. Dumm. Unnötig. Langweilig. Unkreativ. Spannungsarm. Die Liste könnte noch ellenlang so weitergehen. Dem Genre des Waldslashers wird wirklich null Neues abgekauft und zudem ist der Film auch noch hässlich und unfreiwillig komisch. Insbesondere der Killer, der aussieht wie ein gutmütiger Raver auf Wanderschaft. Mit seiner absurden orangen Brille... Zuerst langweilt man sich. Dann lacht man. Dann schüttelt man den Kopf. Und irgendwann will man fast die Leinwand anspucken. Da beneidet man die Weggedösten...

Was auf dem Poster noch in Ordnung geht und fast gut, retro aussieht, funktioniert auf den immerhin gnädig kurzen 78 Minuten kaum. Selbst der Synthie-Soundtrack klingt nach Stangenware, selbst die alles gebenden Darsteller reichen nicht aus. Ihr Talent auch nicht. Die sich entwickelnde Mutter-Sohn-Beziehung ist noch das interessanteste, der Rest ist selbst im Direct to Video-Bereich nahe Bodensatz. Auf dem Fantasy Filmfest hat das schlicht nichts zu suchen. Es sei denn die Veranstalter möchten ihren guten Ruf mal schön beschmutzen. Spannung, Gewalt, Gefühle - Fehlanzeige. Darauf können selbst die Mütter der Macher nicht stolz sein. Spätestens bei der finalen Konfrontation und einem lächerlichen Tanz ums Feuer gehen einem die Worte aus. Immerhin könnte ein Rekord gebrochen werden: ***SPOILER***der des am einfachsten besiegten Killers in der Filmgeschichte. Stinkt zum Himmel.

Fazit: Ein Satz mit X... Und ein Film bei dem man applaudiert. Wenn er vorbei ist.

guckte im Residenz, Köln

D.S. * 3.0

Hoffnungslos verirrt

Ich muss zugeben, manchmal kann ich die Programmentscheidungen von Rosebud wirklich nicht nachvollziehen. Was qualifiziert z.B. einen Streifen wie DESOLATION dafür, Teil des FFF-Line-ups zu werden? Hat man hier blind zugeschlagen, vielleicht vom netten Retro-Poster geblendet, das in der IMDb abgebildet ist? Viele andere Erklärungen habe ich nicht parat; Faktoren wie Originalität oder filmische Klasse können es aber nicht gewesen sein, denn nach denen sucht man hier so vergebens wie wohl meistens nach einer Nadel im, hmm, Laubwald.

Abgesehen von den ordentlichen Leistungen der drei Hauptdarsteller/innen fühlt sich DESOLATION in vieler Hinsicht sehr nach einem Amateurfilm an, der ein ganzes Stück zu lang geworden ist (seine nur 78 Minuten fühlen sich leider nach deutlich mehr an) und sich auch ansonsten an seinem Vorhaben überhoben hat. So fehlt der Narration etwa ein klar ausgearbeiteter Spannungsbogen – und dem Zuschauer eine Hilfestellung im Sinne örtlicher (und auch zeitlicher) Orientierung: Wir begleiten eine Frau, deren Mann jüngst verstorben ist, auf einer Wanderung mit ihrem 13-jährigen Sohn und ihrer besten Freundin in den dichten Wäldern von irgendwo im Nirgendwo – wo genau (Insel? Nationalpark?) wir uns befinden, erfahren wir nicht; vor allem aber werden wir nie darüber informiert, wo wir uns in einer bestimmten Szene eigentlich gerade aufhalten, weder in Relation zum Start- oder Exit-Punkt der Wanderung noch im Hinblick auf unsere aktuelle Position im Waldgebiet. Und das, obwohl die Protagonisten mehrfach Landkarten zücken, sich über mögliche Routen unterhalten und sich dabei ganz offensichtlich nie im Unklaren über ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort oder ihre nächste Etappe sind. Ganz im Gegensatz zu uns Zuschauern. Wir irren einfach weiter durch das fast immer gleiche Setting und sind bald hoffnungslos verirrt, wenn wir versuchen zu verstehen, wohin man denn nun gerade unterwegs ist. Oder warum eine Entfernung, die man eben noch meinte, innerhalb von ein paar Stunden zurücklegen zu können, nun plötzlich ein paar Stunden und einen Tagesmarsch entfernt liegt. Oder warum eine Figur, die nur gerade ein paar Schritte aus dem Bild ging, plötzlich Minuten braucht, um zurückzukommen – oder auch nur mitzukriegen, dass da gerade jemand ihren Gefangenen befreit, von dem sie sich nur kurz abgewendet hat.

Hach ja, Logik und vor allem Continuity werden ohnehin überbewertet. Wer sagt denn, dass ein Zahn nicht in Sekundenschnelle wieder nachwachsen kann, nachdem er einem eben erst aus dem Mund gerissen wurde? Und ob man in einer Kampfsituation ein Messer nun schon in der Hand oder noch am Gürtel oder doch schon in der Hand hat, was soll‘s? Hauptsache, es schockt und splattert!

Äh. Genau. Da war was. Wenn man einen Terror-Thriller im Wald drehen will und mangels Talent keinen atmosphärischen Terror, keine Spannung hinbekommt, wählt man halt den guten alten physischen Terror. Fiese Attacken, tödliche Fallen, Grausamkeiten, Folter, Blutvergießen. Aber nicht, wenn man DESOLATION heißt, denn dann verzichtet man einfach auf alles. Den Höhepunkt der Gewalttaten habe ich bereits gespoilert, neben der Zahnfee kommen nur noch ein, zwei Offscreen-Aufräumarbeiten. Und den Höhepunkt des Grusels stellen schlicht mehrere Auftritte des geheimnisvollen Stalkers dar, der sich an die Fersen unserer Wandergruppe heftet. „Grusel“ aber nicht, weil angsteinflößend, sondern weil erschreckend erbärmlich: Während unser naseweiser und oft ziemlich nerviger kleiner Junge verkündet, der Typ sähe aus wie ein Magier, sage ich: mit seinen abgewetzten schwarzen Klamotten, dem Hut und der auch nachts stolz getragenen Sonnenbrille sieht er aus wie ein abgefuckter Alt-Rocker. Oder halt wie Rob Zombie.

Kurz gesagt: Hier fehlt es an allen Ecken und Enden an Talent und eindeutig auch an Budget. Wirkt eben wie ein sich selbst überschätzender Amateurfilm. Wobei viele Amateurfilme solche Mängel ja mit Spielfreude, kranken Ideen oder einfach nur einer Vision, wo sie eigentlich hinwollen, ausgleichen und dadurch sehr unterhaltsam sein können. DESOLATION dagegen wirkt einfach nur lahm, trist, ideen- und energielos.

Vermutlich sollte das Ganze mal eine Story über das Über-sich-Hinauswachsen im Angesicht einer tödlichen Bedrohung werden; über den verzweifelten Überlebenskampf normaler Menschen gegen eine blutrünstige Bestie; eine Kreuzung aus Slasher und Coming-of-Age. Auf dem Weg dorthin hat man sich aber hoffnungslos verirrt – und ist als einschläfernder Wandertag mit jeder Menge Streit- und Beziehungsgesprächen, mit ohne Thrill, Blut oder auch übermäßig viel Drehbuchlogik geendet. Als Schocker, der mangels Schocks nicht schockt.

Der Darstellerleistungen und der sich – abgesehen vom Bösewicht – einigermaßen realistisch anfühlenden Hauptfiguren wegen gerade noch so 3 Punkte. Aber ganz ehrlich, diesen Film braucht kein Mensch. Und auch kein Waldschrat.

guckte im Harmonie, Frankfurt

16 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Desolation
  • Score [BETA]: 48
  • f3a.net: 3.4/10 16
  • IMDb: 4.5/10
  • Rotten Tomatoes: 64%
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-10-17 04:59

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