s Giallo (2009) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Giallo

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Reviewer

Lovecraft * 3.0

Ich bin ja selber schuld: Seit Jahren verpasse ich auf dem FFF keinen Argento-Film und schüttele anschließend doch jedes Mal wieder fassungslos das Haupt. Und selbst nach der Ansage der Festivalleitung, wir wüssten ja wohl, was uns erwarte und sollten "Giallo" mit Humor nehmen, habe ich nicht stöhnend das Weite gesucht.... Selber schuld.

"The Card Player", für die meisten von uns der Bodensatz in Argentos Oeuvre, hatte "nur" eine bescheuerte Handlung; diejenige von "Giallo" passt locker auf eine geviertelte Briefmarke. Die Dialoge sind auf Kindergartenniveau (irgendwann hat das Publikum nur noch gelacht...) and so is the Filmschnitt. Spannung? Spektakuläre Kills? Tolle Kamerafahrten? Nein und nochmals nein! Offenbar hatte der Maestro sich zwischenzeitlich mal das bisherige Filmmaterial angesehen, da mit fortgesetzter Dauer die Inszenierung immer lustloser wird. Tiefpunkt, und das will wirklich was heißen, ist der Killer, der wie ein derangierter Sylvester Stallone (inkl. Stirnband) aussieht und nuschelt und einfach nur vollkommen lächerlich wirkt! Von Bedrohung keine Spur. Adrien Brody, unter Tonnen von Makeup, chargiert grauenvoll als "Yellow" (KEIN Spoiler!) und agiert zum Ausgleich restlos gelangweilt als Inspektor. Elsa Pataky macht als dauerhaft schreiendes Opfer zumindest eine hübsche Figur, ist aber völlig unterfordert. Einzig Emmanuelle Seigner darf schauspielerisch ein wenig glänzen.

Fazit: Von Anfang bis Ende schlichtweg stümperhaft und nur Fans unfreiwilligen Humors oder Leuten, die einmal sehen wollen, wie sich ein Oscarpreisträger so richtig zum Horst macht, zu empfehlen. Und doch werde ich mit Sicherheit stoisch in den nächsten Jahren wieder vor dem Kinosaal stehen, wenn Dario seinen neuesten Schocker unters Volk wirft. Selbst schuld...

guckte im Cinemaxx 7, Berlin

Tweek * 4.0

Um es kurz zu machen: Ich muß weiterhin auf die Rückkehr Argentos zu alter Form warten. Ausgefeilte Drehbücher waren ja noch nie ein Markenzeichen seiner Filme, und auch bei "Giallo" reihen sich die Peinlichkeiten in Storyabläufen und Dialogen fast erwartet aneinander. Leider fehlen aber auch wieder die stilistischen Finessen der frühen Werke. Nichts zu finden an berauschenden und dicht-atmosphärischen Kompositionen aus Farben, Licht, Musik, Kameraeinstellungen und Schnittfolgen. Stattdessen ein vergleichsweise zahmer Serienkiller-Thriller von der Stange ohne wirklichen Thrill, mit gelangweilten Darstellern und ganz schwachem Finale.
Fazit: Völlig zu Recht war der Kinosaal nur zur Hälfte gefüllt. Argento weiter auf dem Abstieg in untere Ligen. Irgendwie traurig.

war im Cinemaxx 7, Berlin

FFFler * 3.0

Argento, was ist nur aus dir geworden?

Seit Jahren macht die Horrorlegende Dario Argento mit Ausnahme von Pelts eigentlich nur noch großen Mist ... nett formuliert. Doch irgendwie gab’s bei Giallo die Hoffnung, dass die Durststrecke nun beendet wäre: Sein altbekanntes Genre, der gute Trailer und irgendwie einfach die Hoffnung, dass er endlich mal wieder zu alter Stärke findet. Doch schon die Ansage war ernüchternd: Ich kann den Film nicht ohne Ansage auf euch loslassen und schon mal zu sagen, dass Argento das macht, was er in den letzten 3-4 Filmen auch gemacht hat. Ja, blöd, dennoch war ich zu Beginn noch guter Dinge, da der Film sehr stimmig begann, sogar mal wieder den argentotypischen Score zu bieten hat und man sich in seine alten Filme hinein versetzt fühlte. Doch leider leider ging’s danach rapide bergab! Die Geschichte ist Standard, die Charaktere nervig, das Ganze überraschend unblutig und vor allen Dingen die Dialoge unter aller Sau! Was Emanuelle Seigner, neben ihrem an sich schon furchtbaren Spiel, so von sich geben darf, lässt einen nur mit dem Kopf schütteln... wie auch einige storytechnische Aspekte wie die höchst lächerliche Vorgeschichte des von Adrien Brody gespielten Hauptcharakteres, die hauptsächlich mit unfreiwilligen Lachern kommentiert wurde. Der ganze Film ist an sich ein Witz, man schüttelt nur mit dem Kopf und fragt sich erneut, wie aus Argento nur das werden konnte, was er heutzutage ist ... aber zumindest haben die ersten 10 Minuten Hoffnung gemacht, dass er vielleicht irgendwann wieder zu alter Form zurückfinden könnte.

saß im Cinemaxx 7, Berlin

Timo * 2.5

Who the fuck is Dario Argento?

Diese Frage dürften sich so einige Kinobesucher während seiner letzten filmischen Desaster gestellt haben. Und auch GIALLO macht hier keine Ausnahme. Der Lack ist ab. GIALLO erfüllt zwar alle Eigenschaften die ein Film dieser Gattung haben sollte, doch wirken diese wie nach Checkliste ins Drehbuch geklatscht. Die schlechten Darsteller tragen ihren Teil zur Misere bei: Nie hat man Adrian Brody gelangweilter und unglaubwürdiger gesehen. Wollte man dem Film etwas zu Gute halten, könnte man GIALLO fast als Comic-Relief eines "Giallos" sehen. In ein paar Momenten weiß man nämlich wirklich nicht, ob man weinen oder lachen soll. Ganz ganz grausiger Mumpitz. Wie man heute einen Giallo dreht, zeigte vor ein paar Jahren OCCHI DI CRISTALLO. So nicht.

glotzte im Metropolis 8, Frankfurt

Rohrkrepierer

Keine jungen Hüpfer

Es ist mitlerweile zu einer Mode verkommen, dem angegrauten Dario Argento eines über die Rübe zu ziehen. Ein Uwe Boll scheint der Genrefilmfangruppe nicht auszureichen um auf ihm rumzuhacken, nun ist es eben auch der ehemalige "Regiegott" Argento, der einiges einstecken muß.

Warum? Objektiv betrachtet ist sein neues Werk "Giallo" ein ordentlicher Krimi. Ein im besten Sinne klassischer Giallo, der mit schönen Bildern, einem schönen, minimalistischen Score und einem angenehmen Maß an Blut punkten kann.

Argento hat nach seinen letzten Sauereien die Gorepumpe wieder deutlich zurückgefahren, was dem Film und seiner Stimmung sehr gut tut. Ebenso scheint dieser Mann endlich auch gelernt zu haben, seine Darsteller richtig zu führen - mit Adrien Brody und Emmanuelle Seigner hat er zwei sehr gute und vor allem außergewöhnliche Schauspieler gefunden, die dem Werk eine entrückte und mystische Stimmung zu verleihen imstande sind.

Die Geschichte ist, wie auch schon in Argentos unbestrittenen Meisterwerken "Profondo Rosso" und "Tenebre", hanebüchen und konstruiert. Aber etwas anderes kann kein wirklicher Freund der Arbeit des Meisters erwartet haben.

Dario Argento ist nach seinen Ausfällen "Card Player", "Do you like Hitchcock", den "Masters of Horror"-Beiträgen "Jennifer" und "Pelts" sowie dem ordentlichen, aber den Vorgängern im Vergleich nicht standhaltendem Abschluß der Müttertrilogie "Mother of Tears" nicht unbedingt wiederauferstanden. Aber er geht einen guten Weg.

Den Besuch von "Giallo" habe ich nicht bereut. Objektiv betrachtet ist es tatsächlich ein guter, moderner Giallo geworden, der dem Genre entspricht und sich keine krassen Fehler leistet.

guckte im Cinecitta' 3, Nürnberg

glorrk * 3.0

Einen Award...

...bekommt der Film wohl bei mir: Den Award für den meisten unfreiwilligen Humor.

Nachdem mir letztes Jahr "The Third Mother" ganz gut gefallen hatte, im Gegensatz zu den meisten Kritiken, dachte ich mir, schau Dir doch Giallo auch an. Tja, und was soll ich sagen... hätte ich mal auf die Kritiken gehört.

Unterirdische Schauspieler (ein Hauptdarsteller, dem man es jede Sekunde ansieht, dass er keine Lust hatte und nur schnell Geld verdienen wollte), lachhafte Dialoge und so gut wie nie aufkommende Spannung bei gleichzeitig sehr sparsam eingesetzten Goreffekten lassen den Film zu einem weiteren Award-Kandidaten werden: dem Gurkenaward.

Sehr gnädige 3 Punkte für die humoristischen Elemente und dem doch originellen Bösewicht.

staunte im Cinema, München

MarxBrother81 * 5.0

Italienische B-Film-Kost

Dario Argento, der Meister, der nach Hitchcock Spannung und Thrill in Form seiner berühmten Giallo inszenierte, ist wieder da.
Er lebt noch, aber wie?!
Seine Klassiker wie "Tenebre", "Opera", "Suspiria", "Horror Infernal" usw., wer kennt sie nicht? Na gut, es mag einige Jungspunde geben, die haben erst seit den letzten 3-5 Jahren Kontakt mit dem Filmwerk bekommen, aber jeder richtige Cineast und Horrorfilmkenner sollte sie gesehen haben, die Opern des Todes, zwischen 1969 und 1987!
Alles was danach kam, war eher dürftig.
Seine Drei-Mütter-Triologie beendete er vor 4 Jahren mit einem schlechten Abgang.
Vielzu harmlos und verworren wurde die "Third Mother" von ihm inszeniert und in Szene gesetzt.
Nachdem er vor exakt 10 Jahren mit "Sleepless" wieder Kurs angelegt hatte und man die letzten Jahre davor ("Phantom of the Opera", "Aura" und "Stendhal Syndrome") getrost vergessen konnte, freute man sich auf weitere stilsichere Brutalo-Krimis aus dem Spaghetti-Land.
Doch weit gefehlt, nach "Sleepless" folgten lahme Versatzstücke wie der "Card Player" und "Do you like Hitchcock?", die wie Auftragsarbeiten aussahen und mit "The Third Mother" wieder Hoffnung pflegten.
Doch auch diese Neuauflage war ein grandioser Flop auf der Liste des ehemaligen Ausnahmetalents.
Auch Giallo, der vom Namen her sensationell gewählt wurde, weil es ja auch das eigentliche Themengebiet ist, das er durchexerzierte, schließt keinen neuen Kompromiss.
Wieder werden Erwartungen geschürt, die nicht eingehalten werden.
Es gibt kaum Spannung, lahme Schocks und einen miesen Adrian Brody.
Dieser verhinderte auch 2 Jahre nach der Uraufführung die Veröffentlichung auf DVD, weil die Produktion ihm noch Geld schuldete.
Hätte Argento noch Bewunderer oder Förderer oder nur Investigatoren, dann könnte er nochmal zur alten Form zurück finden.
Bis dahin schweige ich mal lieber!

27 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Giallo
  • Score [BETA]: 50
  • f3a.net: 3.9/10 27
  • IMDb: 6.1/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-12-02 19:48

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