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Review Kung Fu Killer

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Schwanengesang
von D.S.

KUNG FU KILLER möchte so gerne Großes sein. Eine Würdigung der goldenen Martial-Arts-Vergangenheit des HK-Kinos. Eine Verbeugung vor ihren Helden. Und nicht zuletzt ein mitreißender Actionfilm, der das Gestern mit dem Heute verbindet.

All das gelingt ihm leider nur äußerst bedingt. Zwar ist er gespickt mit Gastauftritten alter Stars, zitiert seine Vorbilder gleich reihenweise, bietet gut choreographierte Fights und einige interessante Sets sowohl in den den Innenstadtbezirken Hong Kongs als auch in Lantau und der chinesischen Grenzregion. Es mangelt ihm jedoch enorm an Style und Tempo – und in gewisser Weise wirkt er dadurch viel mehr wie ein Schwanengesang auf die glorreichen Filme alter Prägung als wie eine Wiederbelebung ihres Geistes. Zu saturiert, zu routiniert, zu sehr gereift. Nicht ungestüm und euphorisch genug, um mit den Martial-Arts-Explosionen der Neuzeit noch ansatzweise mithalten zu können. Gegen südostasiatische Adrenalinbomben Marke THE RAID hat KUNG FU KILLER schlicht keine Chance, Eindruck zu hinterlassen.

Dass er das mit einer Story von der Stange versucht, hilft nicht: Ein mysteriöser Killer, der Experte in sämtlichen Kung-Fu-Disziplinen ist, bringt in Kämpfen auf Leben und Tod einen Großmeister nach dem anderen um. Seine Beweggründe dafür werden nur kurz angerissen und spielen eigentlich auch keine echte Rolle: Ihm geht es nur darum, Ex-Cop Hahou (Donnie Yen) zum ultimativen Endkampf herauszufordern und ihn darin zu besiegen. Dummerweise verhält es sich beim Film selbst kaum anders. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit, die Backstory von Cop und Killer, ja selbst die zahlreichen Fights im Handlungsverlauf: All das ist nur Beiwerk, wird wie bloß notwendiges Füllmaterial behandelt. Von vorneherein wird deutlich gemacht, dass alles auf die eine, finale Konfrontation hinausläuft – und entsprechend kann man sich den Rest der Handlung eigentlich auch schenken.

So ist das Ganze über weite Strecken leider nicht besonders fesselnd, was durch die häufig triste Farbgebung und die lieblose Kameraarbeit noch verschlimmert wird. Das Finale selbst ist dann durchaus sehenswert, rettet KUNG FU KILLER als Ganzes aber auch nicht mehr.

Kein Epos, kein schweißtreibender Actioner, keine raffinierte Style-Symphonie. Gefühlt eher ein Alterswerk des Martial-Arts-Kinos made in Hong Kong, das in mancher Hinsicht erschreckend lahmt. Nur 5 Punkte. Schade.

war im Cinestar, Frankfurt

44 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Kung Fu Killer
  • Score [BETA]: 65
  • f3a.net: 6/10 44
  • IMDb: 6.5/10
  • Rotten Tomatoes: 67%
  • Metacritic: 67/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-14 16:36

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