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Review Observance

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Rätselhaft
von Janina Himmen

Bevor es gar keine Review zu diesem Film gibt, versuche ich mich jetzt daran. Aber ich habe ein bisschen Angst. Denn OBSERVANCE ist ein echter WTF-Kandidat, der mich nach dem Abspann erst einmal ratlos zurück ließ. Was genau ist da gerade passiert? Ich kam mir blöd vor, nestelte an meinem Stimmzettel herum und versuchte, das Gesehene einzuordnen. Anderen Zuschauern ging es den Geräuschen nach zu urteilen, die sie ausstießen, ähnlich. War das jetzt genial oder totale Grütze? Eher Grütze, oder...?

Genial an OBSERVANCE ist in jedem Fall die Atmosphäre, die aufgebaut wird. Da gibt es weder was die Bilder noch was den Sound angeht etwas zu bemängeln. Düster und verstörend, alles wirkt sehr stimmig. Und ich war bis zuletzt gespannt, was als nächstes passiert.

Die Handlung hingegen ist schwer zu erfassen. Es gibt surreal anmutende Rückblenden oder Traumsequenzen, aber auch die Realität enthält Elemente, die eigentlich nicht real sein können. Sind sie nur Einbildung des durch den Unfall seines Sohnes traumatisierten Protagonisten? Und wenn nicht, was geht dann vor sich?

Es macht Spaß, nach dem Film darüber nachzudenken, wie sich die Puzzleteile zusammensetzen lassen. Und inzwischen habe ich ein Bild vor mir, das Sinn ergibt. ***SPOILER***Zuerst war ich mit einer Zeitschleife auf einer falschen Fährte, aber es ist wohl eher so, dass es einfach um ein Ritual geht. Da hat der Knobelthread hier im Forum sehr geholfen :). Diese Erklärung deckt die meisten mysteriösen Elemente ab. Die Eltern haben in der Vergangenheit bereits eine Freundin ihres Sohnes beseitigt, die ihnen nicht genehm war, und wiederholen das nun. Dafür verfluchen sie den Beobachter, um ihn zum Mörder zu machen. Die vielen Parallelen zum ersten Mord deuten darauf hin, dass selbst seine "Erinnerungen" manipuliert werden. War er wirklich fischen? Gibt es den toten Sohn überhaupt?

Ob diese Erklärung stimmt, weiß ich natürlich nicht, sie ist für mich aber die naheliegendste. Offene Fragen bleiben trotzdem. OBSERVANCE ist anscheinend kein Film für Leute, die alle Rätsel knacken wollen. Für mich bleibt er deshalb eine Spur zu unbefriedigend. Interessent fand ich ihn aber trotzdem. Wer miträtseln möchte, sollte ihn sich trotz der eher mauen Bewertungen nicht entgehen lassen. Den Wettbewerb gewinnen wird er aber schon alleine deshalb nicht, weil man ihn unmittelbar nach dem Abspann eigentlich noch nicht fair bewerten kann.

Erstveröffentlichung

guckte im Cinestar, Frankfurt

44 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Observance
  • Score [BETA]: 60
  • f3a.net: 4.6/10 44
  • IMDb: 7.4/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-08-12 03:39

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