s Out of the Blue (2006) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Out of the Blue

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Reviewer

Timo * 7.5

Die Schilderung eines realen Albtraums

Eine kleine Überraschung, zu der man eigentlich nicht viel sagen muss, außer: OUT OF THE BLUE schafft spielend das zu sein, was Van Sant’s ELEPHANT so gerne wäre: Die realistische, unausgeschmückte, nuancenlose, kalte Schilderung eines Amoklaufs. Nur eben ohne die ellenlangen und selbstverliebten Kamerafahrten. Robert Sarkies ist ein pulsierender Mix aus Landschaftsaufnahmen und schockierendem Realismus gelungen, der an einigen Stellen sogar Gänsehautfaktor besitzt und am Ende, so merkwürdig es klingen mag, dem ein oder anderen Zuschauer ein Tränchen entlockt. In dem er das Hauptaugenmerk auf die Opfer richtet, erschafft OUT OF THE BLUE von der ersten bis zur letzten Minute eine gewisse Ernsthaftigkeit, welche ELEPHANT spätestens mit der viel zu klischeehaften Beschreibung der Täter abhanden kommt. Es gibt kein "Wieso", nur die Tatsache DAS es passiert. Und diese Herangehensweise ist im Bezug auf das Thema mindestens genau so wichtig. Klare Sehempfehlung.

Herr_Kees * 4.0

Geladen

True Crime, die Erste: OUT OF THE BLUE ist die sehr ruhige, unspektakuläre Dokumentation eines Amoklaufs, der 1990 13 Bewohner eines kleinen neuseeländischen Dorfes das Leben gekostet hat. Der Realismus der Szenen ist entsprechend hoch, was maßgeblich zur deprimierenden Wirkung des Films beiträgt. Wahre Begebenheit hin oder her - einige Szenen, insbesondere diejenigen mit der älteren Dame, bewegen sich oftmals an der Grenze zur unfreiwilligen Komik. Da OUT OF THE BLUE das Geschehene nur abbildet und keinerlei Interesse an den Motiven des Täters oder einer eigenen Botschaft zeigt, bleibt letztlich die Frage nach der Absicht und dem Sinn des Films.

Fazit: Deprimierende Bestandsaufnahme eines tragischen Ereignisses, die einen dennoch kalt lässt.

war im Metropol 2, Stuttgart

D.S. * 4.5

Gray

Auch, wenn es unfair ist: für mich müssen sich dieses Jahr alle Real-Crime-Dramen an "An American Crime" messen. Da hat "Out of the Blue" leider nicht den Hauch einer Chance, auch wenn es sich wirklich nicht um einen schlechten Film handelt. Aber er bietet genau das nicht, was den erstgenannten zu einem so intensiven Erlebnis werden läßt: Involvement.

Ich zumindest fühlte mich hier fast nie in das Geschehen hineingezogen, zu merkwürdig distanziert und von außen "objektiv" beobachtend ist die Geschichte des neuseeländischen Amokläufers David Gray inszeniert. Wobei eine solche Objektivität natürlich real nicht existiert, der Film entscheidet über die Bilder, die er uns zeigt. Viele hinterließen aber nicht den gewünschten (?) Eindruck, konzentrierten sich auf Personen, die für mich in diesem Augenblick nicht die entscheidenden waren - und vermittelten mir weder das Entsetzen der Betroffenen bzw. Opfer in ausreichendem Maße noch gaben sie mir Einblick in die Motivation oder auch nur die Gefühlswelt des Mörders.

Nun kann man natürlich argumentieren, daß letzteres vermutlich auch gar nicht die Absicht des Films war. Sein Ansatz scheint ja vielmehr zu sein, die Plötzlichkeit des Amoklaufs zu verdeutlichen; das Nicht-Vorbereitet-Sein der Kleinstädter; die unvorhersehbare Wucht, mit welcher der Sturm über sie hereinbrach. Und eben gerade das Unverständnis. Das zumindest legen der Titel "Out of the Blue" und der Trailer zum Film nahe, der mit ungefähr folgenden Textcharts arbeitet: "They didn’t see it coming... Not then... Not there... Not ever".

Ok, das mag prinzipiell ein interessantes Anliegen sein, aber ist es auch eines, das einen solchen Spielfilm rechtfertigt? Und falls ja, vermittelt er diesen radikalen Einbruch des idyllischen Erlebens wirklich deutlich genug? Ich denke, hier hätte ein wenig dramatische Überhöhung vielleicht doch ganz gut getan. Oder zumindest eine dramaturgisch stärker gewichtende Inszenierung.

So bleibt für mich vor allem Distanz in Erinnerung. Die ist zwar durchaus ehrenwert und als Konzept, wie gesagt, interessant. Aber in meinen Augen hier eindeutig nicht fesselnd genug. Vielleicht ist die Buchvorlage in diesem Fall das passendere Medium, dem Film kann ich nur 4,5 Punkte geben.

saß im Metropolis 8, Frankfurt

Eraserhead * 6.5

Pulver vorzeitig verschossen

Ein Film, der mich irgendwie gespalten zurück lässt, da der Film selber scheinbar auch nicht weiß, ob er schockieren oder Distanz bewahren möchte. Kaum eine Person wurde einem irgendwie näher ran geführt, außer der blöden Oma, die einem eh nur auf den Sack ging. In der Mitte des Films legt der Killer sich schlafen. Der Zuschauer hätte es sich mittlerweile auch verdient. Schade, einige Ansätze waren echt klasse, die Idylle, die dann zur Hölle wird und die Abgeschiedenheit des Ortes, der schon fast ein wenig Carpenters ASSAULT-Feeling aufkommen lässt. Kann man sich anschauen, muss man nicht. Aber irgendwie hat er halt doch was, was einen nicht loslässt...

war im Metropolis 8, Frankfurt

spa * 6.5

war im Metropolis 8, Frankfurt

FFFler * 8.5

Fast ein 2. American Crime

Der Film schildert einen Amoklauf in Neuseeland und bezieht seine Stärke vor allem aus seiner realistisch, einfach gehaltenen Inszenierung sowie die gelungene Charakterzeichnung der ländlichen Polizisten, die mit dieser Situation mehr als nur überfordert sind. Aber auch die allgemeine Bevölkerung und deren Angst das nächste Opfer zu sein, wird dank des ruhigen Handlungsverlaufs sehr gut eingefangen. Für mich einer der besten Filme, die das FFF dieses Jahr zu bieten hatte.

goutierte im Metropolis 8, Frankfurt

34 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Out of the Blue
  • Score [BETA]: 66
  • f3a.net: 6.6/10 34
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-23 04:14

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