s Pontypool (2008) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Pontypool

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Reviewer

Tweek * 6.0

Kurz belichtet:
Nicht uninteressante, kammerspielartige Variation des Zombie-Themas mit einer guten Portion subtilen und schwarzen Humors. Mit wenig Aufwand gedreht, spielt der Film komplett in den Räumen der Radiostation und konzentriert sich auf eine Handvoll Charaktere, die glücklicherweise vom Schauspielerensemble überzeugend dargestellt werden. Das Grauen spielt nahezu ausschliesslich im Kopf des Zuschauers, Anbeter von graphischen Gewaltdarstellungen und ausgefallenen SFX dürften sich langweilen. Die Storyline ist packend genug, um durchzuhalten; zum (offenen) Ende hin geht dem Streifen dann leider etwas die Luft aus, 90 Minuten sind dann für einen minimalistischen Film dieser Art wohl etwas zu viel.
Fazit: Empfehlung für alle, die es auch mal gern kopflastig haben. Möglichst nicht am Ende eines langen und ermüdenden Kinotages anschauen.

tatabanya * 3.0

Nein danke

Fand die Beschreibung mal wieder interessant: ein Kammerspiel in einem Radiosender. So dann meine Erwartungshaltung. Doch für mich kam es ganz anders: lang und blöd. Ich konnte mich weder mit den Charakteren identifizieren noch ihre Entscheidungen nachvollziehen oder oder oder. Das ging einfach gar nicht. Gequirlter Mist.

meiklsan * 5.0

Wann gehts endlich los?

Auf diese Antwort warten wir leider viel zu lang und vergeblich in diesem Film.
Wir befinden uns in einem Radio Sender und dort labert und nervt unser notorischer Main Cast sowohl die Zuhörer, seine Mitarbeiter und die Zuhörer.
Nach und nach erfährt man langsam die Problematik, die hinter dem vielen Quasseln des tollen Radio Moderatoren verborgen liegt.
Vielleicht ein Zombie Überfall?
Wir sehen es nicht.
Wir wissen nicht warum?
Vermutungen?
Kopfkino ist gefragt.

Empfehlung:
Lieber "Dead Air" mit ähnlicher Handlung und real Zombie Action angeschaut.
Mehr Spaß, mehr Blut!
Hihihi

Ga-Jol * 6.5

Kill is Kiss!!!

Also ganz ehrlich... Ick fand’n jut.

Sicherlich eine äußerst ungewöhnliche Variante des Zombie-Genres, aber durchaus unterhaltsam.

Die gesamte Handlung spielt in einer kleinen Radiostation. Trotz der reduzierten Möglichkeiten baut der Film über die ersten zwei Drittel stetig Atmosphäre auf und ist sogar an einigen Stellen recht unheimlich. Gegen Ende schwächelt der Spannungsbogen ein wenig, weil die Handlung vielleicht einen Hauch zu viel abhebt, was dem Gesamteindruck aber nicht allzu sehr schadet.

Ich war angenehm überrascht und erfreut, diese kleine FFF-Perle mitgenommen zu haben.

Fazit: Sicherlich Geschmackssache, aber durchaus sehenswert. Definitiv nix für "Zombi-Traditionalisten". ;-)

JimPanse S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Interessanter Film

Vorweg gesagt... ich habe Pontypool nicht wirklich verstanden... es ist so ein Film der lange Zeit mysteriös bleibt und einem dann immer Happen vorwirft, so daß man vor dem Film sitzt und denkt "Ach... so ist das also" um dann zu denken "Nee, echt jetzt?". Pontypool ist kein Zombiefilm... der Plot ist in einem Radiostudio angelegt und kommt nur selten überhaupt aus der Sendekabine heraus. Was ausserhalb des Studios passiert bleibt mysteriös, deutet sich durch wenige seltsame Szenen an, wird dann per Telefon-Liveschaltung von einem Korrespondenten aus dem Helikopter übermittelt, der sich ziemlich bald als Alkoholiker in seinem Privatwagen offenbart und trotz fragender Gesichter einfach mal als Top-Story durchgeschaltet.
Getragen wird das ganze von einem typischen Hinterkaff Talkradio-Star, der seinen eigenen Weg gehen will und dabei stetig von seiner Vorgesetzten festgehalten wird. Es wird immer offensichtlicher, daß da draussen ein klassisches Zombie-Fest abgeht und schon bald tauchen die Zombies auch auf dem Set auf.
Pontypool ist ein Film über Talk-Radio und daher wird nicht viel mit Schockeffekten gearbeitet sondern geredet, was eben auch das Problem ist, denn wie sich herausstellt findet die Infektion nicht durch Viren sondern durch Sprache statt, so daß sich das hehre Ziel der Hauptcharaktere, die Leute informieren zu wollen schon bald arg relativiert.
Pontypool ist für mich eher eine ziemlich eigenwillige Medienkritik als ein Zombiefilm. Vieles wird komplett auf den Kopf gestellt und wenn man sich drauf einlässt bekommt man interessante Blickwinkel, die knallhart im nächsten Moment wieder umgebogen werden. Die "Zombies" in dem Film werden erst verwirrt, dann wahnsinnig, dann gewalttätig und der Film spielt stark mit dem Gedanken "Was oder wer ist wahnsinnig und wer ist normal??". Ich denke man kann den Film vielfach deuten und ich denke genau deshalb werde ich ihn mir auch nochmal ansehen, da ich während der Credits ein gewisses "What the fuck" Gefühl hatte.
Kurzum... wer einen Zombiefilm erwartet wird hier völlig enttäuscht sein. Ich denke der Enttäuschungsgrad von Pontypool ist bei vielen Leuten mit Bug vor 2 Jahren vergleichbar, da die Erwartungen auch dort völlig in die falsche Richtung gelenkt wurden. Schade drum... dadurch daß alle auf dem Horror-Zug mitfahren wollen ist schon so mancher guter Film der falsch beworben wurde auf halber Strecke verreckt.

Mir hats gefallen und "Shut up or die" ist doch mal ein netter Slogan! ;)

FFFler * 7.5

Der neue Shyamalan

staunte im Cinemaxx 6, Berlin

storm * 5.5

Gute erste Hälfte

Wie der Titel schon sagt, spielt Pontypool in dem gleichnamigen kleinen Dorf. Dort gibt es eine Radiostation, wo sich der gesamte Film abspielt.
In der ersten Hälfte erfährt man nur, dass irgendwas in dem Dorf vorgeht, als Genrekenner kommt man schnell drauf, dass es sich um irgendwas wie Zombies handeln könnte. Hierbei baut der Film eine wunderbare Atmosphäre auf, da man selbst nie was sieht, sondern nur alles durch Anrufe mitbekommt.
Dann kommt es auf einmal zu einem Bruch im Film und die Story wandert komplett in den Blödsinn. Danach ist der Film nichts besonderes mehr, die Aufklärung ist mehr als fragwürdig, es gibt noch ein paar witzige Momente, aber insgesamt bleibt ein fahler Beigeschmack nach dem guten Beginn.

Fazit: Interessante Erzählweise, nette Atmosphäre, wenn man über die zweite Hälfte hingwegsehen kann, ist er sehenswert, ansonsten eher Mittelmaß.

staunte im Cinemaxx 7, Berlin

QuintenQuist S * 9.0

Dieser Review enthält SPOILER!

Kill is Kiss

Mir ist erst nach Sichtung des Films aufgefallen, das Bruce McDonald ja der Mann ist, der "Roadkill" und "Highway 61" dirigierte, zwei wunderbare Werke aus den frühen 90er Jahren, was die zum Schluss ins leicht Surreale abdriftende Szenerie erklären mag, aber nicht muss, Erklärungen sind irgendwie eh Schall und Rauch, man kann sich entscheiden, inwieweit man die Erklärung, die uns der Film bietet, für das, was geschieht, inwiefern man diese Erklärung glauben mag, inwiefern einem diese reicht, man kann es aber auch getrost lassen, Verstehen wird überschätzt und manchmal kann man eben nicht wirklich erklären, wieso etwas geschieht, wieso der Radiomoderator Grant Mazzy in jenem Ort Pontypool, der für ihn das Ende der Welt und womöglich jedweden Ruhms bedeutet, plötzlich Zeuge der Verwandlung von Menschen in verwirrte Gewalttäter wird.

Die Sprache, das Instrument zivilen Handelns, enthält den Virus.

Was immer das auch heissen mag und ich sehe diesen Erklärungsansatz, der dem Seher dargeboten wird mehr als satirisch.

"Pontypool" gehört für mich zu den besten Filmen des FFF09, da er mit einem hervorragenden Ensemble fesselt und es schafft, nicht dem Regelwerk des Zombiegenres zu erliegen, stattdessen ein Kammerspiel, vor allem getragen vom grossartigen Stephen McHattie.

Aber vielleicht doch nicht satirisch, Sprache, die nicht mehr Instrument ist, die nicht mehr zu verstehen ist, Worte, die nicht mehr mit Sinn gefüllt in den Wirr-Sinn führen...

war im Cinemaxx 6, Hamburg

Frank * 5.5

Bla Bla Bla, Blablablabla - Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!

Timo S * 7.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Words, don’t come easy...

Ein wunderbares kleines Kammerspiel mit allerhand sehr klugen und innovativen Spielereien. PONTYPOOL, der Quasi-Zombiefilm, ist am Ende nichts anderes als eine lupenreine Allegorie auf die Macht der Worte und deren Wirkung. Es ist eine kleine Meisterleistung, wie es der Film schafft einen enormen Suspense zu kreieren in dem er uns meistens das gefilmte Bild verweigert. In diesen Momenten zählt und wirkt einzig und allein das gesprochene Wort. Im letzten Drittel wird die Handlung zwar zunehmend konfuser, doch auch hier beweist PONTYPOOL echte Außenseiterqualitäten in dem er sich gekonnt auf ein sicheres Ufer rettet. Insgesamt nicht nur ein fieser Chiller, sondern eben auch eine (stellenweise nicht ganz so genaue) Stilisierung von Meinungsaustausch, Redefreiheit und dem gesprochenen Wort als Wurzel allen Übels. Definitiv einen Blick wert.

war im Metropolis 1, Frankfurt

Rohrkrepierer

Augen auf, Ohren zuzammenkneifen

"Pontypool", ähnlich rätselhaft, wie es der Titel suggeriert, präsentiert sich das gesamte Werk des Regisseurs Bruce McDonald. Der Zuschauer bekommt es mit einer Art Infiziertenkammerspiel zu tun. Bizarr. Die gesamte Geschichte basiert auf einem Buch des Regisseurs persönlich. Das merkwürdige dabei: ich hatte - selten wie schon lange nicht mehr - während des gesamten Filmes das Gefühl, die zugrundeliegende Idee um einen Virus und seine ungewöhnliche Verbreitungsart, könne nur als Film funktionieren. Unter keinen Umständen kann die dem Werk inneliegende Spannung und das Unwissen des Beobachters in Schriftform erreicht werden - Schweigen ist eine große Kunst und auch McDonald gelingt es nicht vollends zufriedenstellend, die der Idee eigene Kraft mit aller Wucht auf die große Leinwand zu hieven.

Das ist schade, denn "Pontypool" ist stark! "Pontypool" ist schweißtreibend, spannend und unheimlich in allem was er nicht zeigt. Jedoch all das nur, wenn man bereit ist, alles was man vorher über die Geschichte gehört hat zu vergessen und vor allem aufmerksam zuzuhören und zu beobachten.

Schon in "the tracey fragments" hat Bruce McDonald gezeigt, daß er über eine ganz eigene unkonventionelle Filmsprache verfügt. Diese hat er hier runderneuert. Nicht, daß beide Filme optisch zu vergleichen wären. Jedoch wohnt beiden eine bildgestaltende Kraft inne, die heutzutage ungewöhnlich ist und den Zuschauer zum aufmerksamen Beobachter macht. Auch, wenn McDonald gemessen an seinem Gesamtwerk noch ein junger Filmschaffender ist, so möchte ich doch wagen, ihm ein außerordentliches Gespür für Bildkomposition und Schnitt zu unterstellen.

"Pontypool" lebt von seiner Detailverliebtheit und nicht von seiner außergewöhnlichen Idee in einem konventionellen Umfeld und einem konservativen Genre.

"Pontypool" ist anders, aber er ist spannend, interessant und war mir eine Freude zu beobachten.
Sicher kein Popcornkino. Bestimmt kein klassischer Genrefilm. Aber tolles, stark komponiertes Kino mit leider erzählerischen Schwächen.

war im Cinecitta' 3, Nürnberg

Leimbacher-Mario * 6.5

Radio Undead

"Pontypool" von Regisseur Bruce McDonald ist ein mehr als willkommener frischer Wind im Zombiegenre. Kein einfacher Film, auf dessen Prämisse man sich einlassen muss & der Fast-Food-Guckern sicher übel aufstoßen kann. Doch Genrefans mit etwas Geduld & vor allem Vorstellungsvermögen, bekommen einen innovativen, viralen Twist auf das Zombie-Genre. Der atmosphärische Grusler von 2008 spielt fast ausschließlich in einer Radiostation, ganz im Sinne von "Assault on Precinct 13" oder " The Thing", wo sich nach & nach das Grauen breit macht. Denn das kleine Team um den charismatischen Mazzy als Radiomoderator, ist zwar vorerst in Sicherheit, doch es dringen immer mehr seltsame Zeichen von außen ein, die auf einen tödlichen, neuartigen Virus schließen. Oder auf eine große Verarschung. Oder auf einen üblen Traum. So oder so - allzu lange wird unserer Dreierteam nicht mehr sicher sein in der schalldichten Kabine...

Schon Orson Welles zeigte vor fast 100 Jahren, wie leicht die Welt durch Fantasie & Unwissen verunsichert werden kann - mit seinem legendären Radiospiel "Krieg der Welten". Und auch "Pontypool" baut vor allem auf den Grips & die Vorstellungskraft der Zuschauer. Da man immer auf dem Wissensstand des sympathischen Radioteams ist & nur Ausschnitte aus der umliegend ausbrechenden Hölle mitkriegt, ist unsere Imagination gefragt. Ob es Berichte des rasenden Außenreporters per Telefon oder seltsame Geräusche von außerhalb des Gebäudes sind - fast alles spielt sich in unserem Kopf ab. Ein Horror zum Ausmalen, fast ein Hörspiel. Umso kranker unsere Fantasie, desto besser wird wohl der Film. Dazu ein wirklich cooler Radiomoderator & ein Virusgrund, der gleichzeitig so durchgeknallt wie genial ist. Viele Fragezeichen am Ende (bis nach den Abspann sitzenbleiben!), doch auch viel Gesprächsstoff. Ein sehr eigenes, persönliches, subjektives Filmvergnügen - für die einen mehr, für die anderen weniger.

Der Film kommt etwas schwer aus den Puschen & dreht sehr spät auf, zumindest mit ein paar Schauwerten, auf die man nicht ganz verzichten konnte. Es handelt sich ja immer noch um ein Film, kein Hörbuch. Und die Grundidee kann man als sehr experimentell & theoretisch bezeichnen, muss man nicht verstehen oder mögen. Doch der andersartige Ansatz, die eindringliche Atmosphäre & der trockene Humor, bieten genug neues, um sich weit vom Einheitsbrei abzusetzen. Und schreien wir Genrefans nicht immer nach Eiern, Innovation & Mut? Wenn dieser Film nicht mutig ist & eine kranke Idee konsequent umsetzt, mit seinem geringen Budget vorzeigbar jongliert, dann weiß ich auch nicht. Ein bizarrer Ohrwurm von Film - kryptisch, gruselig & hörbar anders!

Fazit: Worte, die die Welt verändern... aber mal so gar nicht im klassischen Sinne! Erfrischende, klaustrophobische & fantasievolle Variante des Virus-Themas. Carpenter & Welles hätten sicher Spaß!

50 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Pontypool
  • Score [BETA]: 70
  • f3a.net: 6.7/10 50
  • IMDb: 7.2/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-12-03 02:25

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