s Porno (2019) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Porno

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Reviewer

D.S. * 7.0

This is not Art!

Der Film mit dem auch 2019 noch einigermaßen viel Aufmerksamkeit erregenden Titel PORNO ist natürlich alles andere als ein Porno – tatsächlich handelt es sich um eine in 1992 angesiedelte Slacker-Variante von Lamberto Bavas DÈMONI, in der das Abspielen einer verfluchten Film-Kopie echte, blutrünstige Dämonen heraufbeschwört und ein kleines Vorstadt-Kino in ein Schlachtfeld verwandelt.

Keola Racelas Langfilmdebüt schlingert dabei mitunter etwas unentschlossen zwischen Splatter-Exzess und schwarzer Komödie hin und her, die sich vor allem den vielen verschiedenen Spielarten von Sexualität und den ihr inhärenten Problemen widmet. Das kann dann mitunter in peinlichen Witzchen der Pubertäts-Kategorie münden – aber auch in Szenen, die zumindest den männlichen Mitgliedern des Publikums minutenlange Schmerzensschreie entlocken. Garantiert. Einiges hier tut wirklich wirklich weh...

Daneben macht sich PORNO gerne – und häufig treffend – über gläubige Christen und ihren verstockten Moralkodex bzw. ihre Heuchelei lustig; wobei man das Gefühl nicht los wird, dass durchaus noch mehr Schärfe möglich gewesen wäre. Aber richtig boshaft will der Film ja irgendwie auch gar nicht sein, und das ist vielleicht sein insgesamt größtes Problem: Vollgas wird nur selten gegeben.

Insgesamt macht PORNO trotzdem gehörig Spaß; es ist ein waschechter Fan-Film von und für Freunde(n) von Kino und Indie-Horror. Mit besseren Schauspielern und einem etwas tighteren Drehbuch wäre Großes möglich gewesen. Aber auch so macht das Ganze Laune – eine Kreuzung aus CLERKS einerseits, LAST GHOST STANDING, ANTRUM, CIGARETTE BURNS und eben natürlich DÈMONI andererseits: es gibt verbrauchtere Ideen (und weniger wirksame Gore-Effekte).

Jedem FFF-Gänger mit Indie-Herz deshalb allemal empfohlen: doch, 7 Punkte. Rockt reichlich (it’s not Heavy Metal, it’s Hardcore!); ist zwar kein Porno, aber immerhin halbwegs sexy; und schlicht und einfach: ziemlich charmant.

verweste im Harmonie, Frankfurt

Herr_Kees * 3.0

PorNo

Kommen wir gleich zur Sache: Das interessanteste an PORNO ist sein Titel und auch der ist natürlich nur vorgetäuscht. Wir sind schließlich in einem amerikanischen Film, das heißt Busen gerne, aber untenrum bitte nur mit prüde aufgeklebter Pussyperücke.

Der No-Budget-Film, gedreht mit einer Handvoll enthusiastischer Laiendarsteller, dümpelt die meiste Zeit höhepunktlos vor sich hin, bis auf eine deftig-lustige Ekelszene passiert die erste lange Stunde nichts weiter Erwähnenswertes. Für den dritten Akt war dann wohl gar kein Drehbuch mehr vorhanden, so dass einfach munter mit allem improvisiert wurde, was noch zu finden war – Kunstblut, Stroboskopeffekte und schlechte Computertricks.

Mir würden spontan etwa eine Handvoll echter Pornos einfallen, die diesem DEMON-Fanartikel in Sachen Drehbuch, Schauspiel und Regie meilenweit überlegen sind. So ist PORNO vielleicht maximal für Trashfreunde empfehlenswert oder für strenggläubige Christen – zur Abschreckung.

glotzte im Metropol, Stuttgart

Leimbacher-Mario * 6.5

Long Dong Snoozer

Ich mag Filme die in einer Nacht, an einem Schauplatz spielen. „Demons“ ist nicht umsonst einer meiner Lieblinge. Und „Porno“ hat nicht wenig mit diesem gemein, natürlich ohne an dessen Klasse zu kratzen. In der Horrorkomödie folgen wir ein paar bibeltreuen Teenagern, die in einem kleinen Kino angestellt sind und ihren eigenen Abend organisieren dürfen. Doch als dabei ein mysteriös-satanistischer Porno aus dem geheimen Kellerarchiv im Projektor landet, gerät der Abend deutlich teuflischer als gedacht und es wird richtig feucht-fröhlich...

„Porno“ ist ein trashig-feines Amateurfilmchen mit dem Herz am rechten Fleck, mit Charme und pubertären Tönen. Vielleicht fehlen hier und da die Mittel, satte 100 Minuten hätte es wahrscheinlich auch nicht gebraucht und es dauert und dauert, bis der Stein des Gemetzels mal ins Rollen kommt. Außerdem darf man sich natürlich keinen echten Horror erwarten. Doch ansonsten wird man, am besten mit ein paar Bierchen und Kumpels, prächtig unterhalten. Bei runtergeschraubten Erwartungen, wie gesagt. Es gibt eine heiße Hexe in meist nackig, es gibt eine provisorische Penis-„OP“, die schon beim Zusehen schmerzt und es gibt süß-naive Jesuskinder, die die höllischen Sünden der Welt erkunden. Außerdem stimmen die 90er-Hänger-Vibes. Was will der geneigte und ein Auge zudrückende Horrorfan zu später Stunde mehr?! Tut nicht weh. Bis auf die eine Szene...

Fazit: Leidenschaft und Wille waren da, zudem ist die „Penis-Reparatur“ richtig schön fies. Ansonsten nutzt er sein Potenzial zwar nie ganz aus und hat überraschende Längen drin, doch ich umarme ihn trotzdem. Leicht angeschwipst zumindest. Ein Rausschmeisser.

guckte im Residenz, Köln

Jimmyjohnjamesmyer S * 2.5

Dieser Review enthält SPOILER!

Konzentrierte Langeweile

Mannomann... ein so endbescheuerter Plot lässt den geneigten Zuschauer doch zumindest ordentlichen Trash erwarten. Christliche Jugendliche, die in einem Kino arbeitend aus Versehen einen Succubus aus einem obskuren Satansritual-Film herbei beschwören und ... Was anderes als Blut, Brüste und Orgien erhofft man sich hier wohl?

Was man dann aber bekommt, ist ein Film, der nur irritiert. Erstmal ist das Ding stinklangweilig inszeniert und kommt nach Einführung der 5 Hauptcharaktere absolut nicht in die Pötte. Auch wenn die Basis und die Charaktere extrem viel Potenzial bieten und der Film auch von Kamera und Beleuchtung ansprechend gemacht ist und viel aus dem Setting herausholt.... es ist ein abgelutschter Geisterfilm, mit blöden Jumpscares und einer ewig lang verzögerten Story, die sich maximalst unspannend entfaltet. Um mich herum waren nur Leute am Gähnen und nach 50 Minuten fragte man sich dann schon, was zum Teufel das da jetzt eigentlich werden soll. Dann werden plötzlich absolut irrelevante Geschichten pseudodramatisch in den Plot geworfen und der nette christliche Vorbildcharakter und Kinobesitzer scheint ein Spanner zu sein, der Sonnyboy schwul und am Plot ändert all das auch nichts, bis.... ja, bis eine Szene kommt, die so unglaublich dämlich ist, dass es nur noch übertriebene Detailtreue beim verarzten eines explodierten Hodensackes ist, die unvermittelt den Ton ändert. Ab da passiert dies und jenes, teilweise wild freakiges und unerwartetes aber bis hin zu einem Ende, das den Eindruck vermittelt, dass man keine Ahnung hat, wie man dieses Desaster beenden soll... bleibt es ein riesiges Fragezeichen im Gesicht des gelangweilten Zuschauers.

Gerade weil der Film oberflächlich gut aussieht und selbst die Effekte (wenn sie denn endlich mal kommen) gut gemacht sind, ist das Ding einfach nur ärgerlich. Vieles krankt auch am miesen Sounddesign, da man mit Musik sehr sparsam umgeht, aber eben von den Dialogen nichts bietet... kein Drama, keine sich entwickelnde spannende Geschichte... und vor allem annähernd Null Humor. Zeitverschwendung.

war im Savoy, Hamburg

32 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Porno
  • Score [BETA]: 62
  • f3a.net: 4.9/10 32
  • IMDb: 6.9/10
  • Rotten Tomatoes: 81%
  • Metacritic: 50/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-11-12 22:00

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