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Review Sleepless

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Make it weird, put a dwarf in it
von Niki Wurster

Das ist er nun, der neue Film meines allerliebsten italienischen Horrorregisseurs. Es freut mich zu sagen, dass Dario sich der Vergangenheit besonnen hat und nun wieder auf dem rechten Weg ist. Jetzt werden wieder viele schreien, dass er sich selbst kopiert, nichts neues mehr zustande kriegt oder ähnlichen Schwachsinn. Ich sage, Dario ist sich wieder treu und liefert mit SLEEPLESS (NONHOSONNO) das was er am besten kann, nämlich einen Giallo in der guten alten Tradition. Wüsste man es nicht besser, könnte man sogar meinen, der Film wäre irgendwann zwischen PROFONDO ROSSO und TENEBRAE entstanden, so sehr ähnelt er in Visuals, Story und Musik seinen Vorgängern.

Es bleibt tatsächlich alles beim alten: Die Darsteller haben schlechte Synchronstimmen wie in den 70ern und 80ern und kommen teilweise sehr hölzern daher. Goblin ist endlich wieder vereint dabei und liefert meines Erachtens einen Soundtrack, der sich vor Klassikern wie SUSPIRIA, TENEBRE oder PROFONDO ROSSO nicht zu verstecken braucht. Die Kameraarbeit ist exzellent und liefert einige Sequenzen, wie beispielsweise die lange Fahrt mit Blick auf den Teppich in der Oper, die in ein paar Jahren als Klassiker gelten werden. Natürlich gibt es wieder einige Stalk’n Slash Origien, die sehr sehr unappetitlich sind (herausgeschlagene Zähne und solche Sachen) - Dario wie wir ihn lieben. Das alles wird verfeinert mit ein wenig Full Frontal Nudity - mehr Haut als wir je zuvor in einem Argento zu Gesicht bekamen.

Die Story ist natürlich wiedermal der Schwachpunkt des Ganzen und hat die ein oder andere Passage die den Film etwas bremst. Die Auflösung ist aber bei weitem nicht so konfus und blödsinnig wie manch einer behauptet, sondern macht Sinn und ist beim zweiten Anschauen absolut nachvollziehbar.

Der letzte Argento der mir wirklich gefallen hat war TRAUMA und obwohl Asia Argento meine persönliche Göttin ist (eben seit TRAUMA), haben mir LA SINDROME DI STENDHAL und vor allem IL FANTASMA DELL’OPERA überhaupt nicht zugesagt. Nun haben wir einen Film, der an die guten alten Zeiten anknüpft und sollten dafür wirklich dankbar sein. SLEEPLESS ist zwar kein Meisterwerk à la PROFONDO ROSSO, SUSPIRIA oder auch PHENOMENA (der - steinigt mich - noch vor SUSPIRIA mein absoluter Favorit ist), erzeugt aber dennoch die typische Stimmung und Atmosphäre, die Dario’s Filme so einzigartig machen. Mit Dario Argento’s Werken verhält es sich eben so: die einen lieben sie, die anderen hassen sie, dazwischen gibt es so gut wie nichts. Wer zur ersteren Partei gehört, dürfte von SLEEPLESS nicht enttäuscht werden.

guckte im Metropol, Stuttgart

18 Bewertungen auf f3a.net

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Sleepless
  • f3a.net: 6/10 18
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-07-15 01:42

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