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Review Some Kind of Hate

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Moaning Moira und der gemobbte Metalhead
von D.S.

Direkt im Anschluss an DEATHGASM bekamen wir heute in Frankfurt mit SOME KIND OF HATE einen weiteren Film präsentiert, der sich um einen Metal-Fan dreht, der zum Mobbingopfer wird. Scheint ja ein ernsthaftes Problem für Szeneangehörige zu sein...

Wo aber der Protagonist des erstgenannten Films mit dem Beschwören von Dämonen reagiert, stolpert unser Thrasher von der traurigen Gestalt hier in einer Besserungsanstalt mitten in der Wüste über den schlecht geschminkten Geist einer Teenagerin, Moira, die sich vor Jahren nach Mobbingattacken umgebracht hat und seitdem herumheulend und auf Rache an Bullies sinnend im Keller sitzt. Quasi eine blutrünstige Version von "Moaning Myrtle" aus HARRY POTTER – und damit ist dann auch schon alles über den Coolness-Unterschied zwischen den beiden Filmen gesagt.

Aber ok, im Gegensatz zu DEATHGASM handelt es sich hier um einen Streifen mit ernsthafterem Ansatz. Wobei dieser in einem Mix aus Asylum-Billiglook, Pacing-Problemen, Logikschwächen, hanebüchenen Verhaltensweisen und vor allem unglaublich untalentiertem Cast schnell untergeht.

Eigentlich ist das ja gar kein so uninteressantes Thema: das Übernatürliche zahlt es den Jocks und Prom Queens endlich mal heim. Ein dämonischer Rächer der Gemobbten, eine CARRIE mit Plan und System – da hätte man was draus machen können. Stellenweise macht SOME KIND... das sogar; so verfügt der sehr feststoffliche Moira-Geist über eine hochinteressante Fähigkeit, seine Rache auszuüben, die Peiniger seine eigenen Schmerzen spüren zu lassen. Im Finale zeigt die Figur zudem ein großes Maß an Sadismus und lässt ein paar Opfer auf äußerst brutale Weise dahinscheiden.

Insgesamt wird den Kills aber bei weitem nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet. Und das ist sehr schade, sind sie doch das einzige Highlight dieser Mega-Billig-Produktion. Abgesehen ausgerechnet von der Maske Moiras gehen die Make-up-Effekte auch noch in Ordnung. Der Rest der Produktion ist jedoch eher schwer zu ertragen. So ist die dünne Story um flache Figuren im Videolook tranig inszeniert und kann deshalb nur selten fesseln, wenn sie nicht ohnehin gerade in Overacting ertränkt wird.

Wie erwähnt, sind die Schauspieler sowieso das größte Problem des Films: Nennenswertes Schauspiel bietet eigentlich nur Noah Segan (DEADGIRL, LOOPER), der in einer kleinen Nebenrolle als einer der Angestellten der „Mind's Eye Academy“ getauften, von einem komplett blass bleibenden New-Age-Guru geleiteten Esoterik-Besserungsanstalt aber völlig verschenkt wird. Der Rest der Gestalten ist schlicht zu vergessen, wobei vor allem die beiden Hauptdarsteller – Ronen Rubinstein als Lincoln, der gemobbte Metaller, sowie Sierra McCormick als Moira – negativ auffallen. Apropos: Dass hier in einer kurzen Sequenz Ritzen überästhetisiert als geradezu hypersexuelles Erlebnis dargestellt wird, ist zumindest... fragwürdig.

Unterm Strich nimmt SOME KIND... eine passable Idee und versenkt sie nach allen Regeln der Kunst. Eher anstrengend, mehr als 3,5 Punkte sind dafür nicht drin.

saß im Cinestar, Frankfurt

46 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Some Kind of Hate
  • Score [BETA]: 51
  • f3a.net: 3.7/10 46
  • IMDb: 6.4/10
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-01-23 23:35

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