s Stoker (2013) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Stoker

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Reviewer

Dick_Laurent * 10.0

Perfekt!

Chan-Wook Park hat sich nicht vor den Hollywoodkarren spannen lassen, sondern liefert mit seinem düsteren, an Hitchcock erinnernden Coming-of-Age-Drama die vielleicht beste Leistung seiner Karriere. Großartige Bilder seines koreanischen Kameramanns liefern die subjektive Wahrnehmungsebene der jungen India, die am Tag der Beerdigung des Vaters Besuch von ihrem verführerischen Onkel bekommt. Zunächst ist es Nicole Kidman als unsichere Mutter, die dem jungen Mann verfällt. Doch bald beginnt sich auch India für ihren Verwandten zu interessieren, scheint er doch mehr als nur ein Geheimnis zu verbergen. Was wie ein Märchen beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem düsteren Thriller, in dem Sex und Gewalt eine angenehm subversive, provokante Mischung ergeben. Das Ende ist dann auch von erfreulicher Konsequenz. Und wann hat man schon einmal ein böseres Symbol für den Verlust der Unschuld gesehen als eine mit Blut bespritzte Blüte...

Lange nicht mehr einen derartig perfekten Film erleben dürfen. Toll!

D.S. * 6.5

Schöner Schein

war im Metropolis, Frankfurt

Michaela * 9.5

Korea goes Hollywood

Stoker ist ganz eindeutig ein Film für die Klappstuhlfraktion - schöne Bilder, gute Schauspieler und eine ruhig erzählte Story. Fast ein bisschen zu ruhig und man fragt sich manchmal, wie das ganze ausgesehen hätte, wenn Park Chan-Wook diesen Film auf koreanisch gemacht hätte. Mir hat der Film sehr gut gefallen, vor allem auch wegen Nicole Kidman. Und wenn dann zwischendrin Blut spritzt - ganz ästhetisch -, fühlt man sich leicht an Mr. Vengeance oder Thirst erinnert. Die Kompromißlosigkeit und auch die Überdrehtheit seiner koreanischen Filme fehlt hier ein wenig, es ist alles künstlerischer, westlicher angehaucht und nicht ganz so überdreht. Alles in allem aber ein schöner Filmgenuß, wenn man sich darauf einläßt, vor allem auf die Bilder, die teilweise wunderbar choreographiert sind, und auch geräuschtechnisch ist der Film was für die Ohren.

war im City, München

Herr_Kees * 9.0

Duett zu dritt

Kunstvoll gefilmter Psychothriller in elegantem Hitchcock-Stil mit sehr guter Besetzung und hypnotischer Klaviermusik (Philip Glass komponierte zwei Stücke), spannend, mystisch und atmosphärisch von Anfang bis Ende.

Zum "Duet" von Philip Glass: http://www.bleedingcool.com/2013/02/12/listen-to-philip-glass-duet-from-stoker/

war im Metropol, Stuttgart

ArthurA * 8.0

Als sinnlicher Bilderrausch inszenierte Coming of Age-Geschichte

Selbst wenn Chan-wook Park mit seinem finsteren US-Familienporträt gewiss nicht sein Meisterwerk abgeliefert hat, besitzt „Stoker" wieder einen Reiz, der dessen Vorgänger „Thirst" (2009) trotz guter Ansätze irgendwo abhanden gekommen ist. Vielleicht ist es gar das Ausloten von Grenzen auf diesem neuen Markt gewesen, das den Regisseur zu dieser inspirierten Arbeit animiert hat - die Möglichkeit, sich trotz gewisser Vorgaben stilistisch treu zu bleiben. Wie bereits zu Beginn angemerkt: Dies hätte unter schlechten Vorraussetzungen durchaus auch eine unerträglich hippe Aufarbeitung eines klassischen Thrillerstoffes werden können. Park ist hier ein Regieglücksfall, ausgestattet mit einem scharfen Auge auf das Innere der Geschichte und mit den notwendigen Fähigkeiten für eine innovative Gestaltung. Verpackung und Inhalt verschmelzen gekonnt miteinander. Selbst die moderne Typografie des Vorspanns verliert sich langsam hinter den surrealen Bildern, bis sie schließlich gänzlich in diese integriert wird. Das passt wunderbar.

Erstveröffentlichung

war im Cinedom, Köln

Francis * 9.0

Erstveröffentlichung

verweste im Cinestar, Berlin

FFFler * 7.5

Wo war das Drehbuch?

Bei Stoker handelt es sich um Park Chan-Wooks (Oldboy, Sympathy for Mr. Vengeance) Hollywooddebüt und er inszeniert eine von Prison Break-Star Wentworth Miller geschriebene Horrorgeschichte, die es 2010 in die Top 10 der besten unverfilmten Drehbücher geschafft hat. So weit so gut und schon zu Beginn ist man geplättet von einer inszenatorischen Brillanz die einen regelrecht überwältigt. Jedes Bild sitzt, die Kamerafahrten sind großartig, die Musik trifft ins Schwarze und Hauptdarstellerin Mia Wasikowska spielt ganz groß auf. Schade jedoch, dass das Drehbuch nicht mit den inszenatorischen Qualitäten mithalten kann, ist es doch über weite Strecken recht banal und vor allen Dingen auch unglaubwürdig in Sachen Figurenzeichnung. Dennoch kann man über diesen Malus über weite Strecken gut hinwegsehen und sich einfach der atemberaubenden Inszenierung hingeben ... und das ist ja auch schonmal was.

Leimbacher-Mario * 4.5

Hohle Schönheit

Von "Stoker" hatte ich mir einiges versprochen & erhofft, im Endeffekt geht es mir mit ihm aber ähnlich wie mit Nicole Kidman: wunderschön eigentlich, aber dann doch viel zu kühl, verschnippelt, geglättet & selbstverliebt. Die Geschichte um einen junges Mädchen & ihre Mutter, die nach dem Tod ihres Vaters (bzw. Mannes) überraschenden Besuch seines zwielichtig-mysteriösen Bruders bekommen, hat mich gelangweilt wie selten ein Film. Und das trotz Plots, der ähnlich schon extrem interessant & spannend umgesetzt wurde (z.B. in Hitchcocks "Shadow of a Doubt" oder grandios im neuen "The Guest"), einem Regisseur, der es zweifellos drauf hat (nicht nur stilistisch, s. "Oldboy") & einem Ensemble, das beeindruckt.

Fangen wir beim Positiven des relativ kleinen Thrillers an. Er ist verheerend schön, hat Stil & ist markant Chan-wook Park. Und die Geschichte hat Potenzial, ist es doch immer interessant, hinter Geheimnissen her zu sein & scheinheilige Personen / Familienmitglieder zu entlarven. Das war’s aber eigentlich auch schon. Das Potenzial wurde verspielt & die Schönheit trägt eher noch zur hypnotischen Atmosphäre bei, die in Kombi mit der langweilig umgesetzten Geschichte wirklich zum Einschlafen verleitet. Die 100 Minuten kommen einem manchmal doppelt so lang vor, eigentlich coole Schauspieler wirken hier überraschend kalt & uninteressant. Allen voran Frau Wasikowska, die zwar gewollt, aber trotzdem zu jeder Zeit nervig & umsympathisch daherkommt. Sympathieträger gibt es in dem Film gar nicht***SPOILER***, genauso wenig wie einen vom Stuhl reißenden Twist am Ende. Mehr als müdes Grinsen entlockte mir hier nichts. Sogar die Möglichkeit, alles auf einer anderen Ebene zu deuten***SPOILER***(was war echt, was war schon immer Psychose usw.), lässt mich recht kalt. Ultimativ ein artsy Kammerspiel zum Vergessen, wenn auch allein schon aufgrund der Schauwerte kein Totalreinfall!

Fazit: ein belangloser & einschläfernd schöner Möchtegern-Hitchcock, bei dem einmal sehen aber mehr als genug ist!

42 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Stoker
  • Score [BETA]: 69
  • f3a.net: 7.2/10 42
  • IMDb: 7.6/10
  • Rotten Tomatoes: 69%
  • Metacritic: 59/100
Bewertungen von IMDb, Rotten, Meta werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-23 05:27

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