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Super
USA 2010
Regie James Gunn

Aus dem offiziellen Programm:
Während Hollywood sein flächendeckendes Bombardement der Kinosäle mit Comic-Helden aller Art in diesem Jahr mit fast schon bewundernswerter Penetranz fortsetzt, formiert sich Widerstand: Begann die allmähliche Dekonstruktion des Superhelden mit seinem Strahle-Image zunächst noch unter wehenden Studiofahnen – siehe Nolans düstere BATMAN-Filme oder WATCHMEN – so präsentierte KICK-ASS endlich den ersten waschechten Anti-Superhelden. Und traf damit einen Nerv – sind es doch vermutlich die Loser dieser Welt, die sich danach sehnen, ihre Minderwertigkeitskomplexe mit hautengen Spandexkostümen zu verdecken. James Gunns SUPER ist nun der erste radikal kompromisslose Guerilla-Beitrag zum Thema. Seine provokanten Thesen schleudert er wie Handgranaten aus dem Untergrund. Sein wilder Mix aus Troma-Splatter und Psychostudie macht mehr Spaß, als es ein Film über einen offenkundig durchgeknallten Menschen eigentlich dürfte. „Shut up, crime!“, johlt der „Crimson Bolt“, wenn er seinen schwelenden Verdruss unter dem Deckmantel der Verbrechensbekämpfung eskalieren lässt. Im normalen Leben ist der „scharlachrote Blitz“ das, was landläufig als arme Sau bezeichnet würde: ein unter Depressionen und Neurosen leidender Schnellimbisskoch, der aus einem Comic von Robert Crumb gepurzelt sein könnte. Als seine Frau (Liv Tyler), eine ehemalige Drogenabhängige und Stripperin, unter den Einfluss eines besonders abgefeimten Kleinverbrechers (Kevin Bacon) gerät und Frank (Rainn Wilson) verlässt, verschwindet auch jedes Regulativ aus dem Leben des Verlierers. Fortan zwängt er sich allabendlich in sein mühselig zusammengeflicktes Kostüm – nicht unbedingt, wie gesagt, um Gutes zu tun und zu den Gewinnern zu gehören, sondern um endlich mal auf die Kacke zu hauen. Als eine Art uncooler Bruder des TAXI DRIVER Travis Bickle geht der Crimson Bolt unverdrossen seiner grimmigen Arbeit nach. Beistand leistet ihm dabei bereitwilligst die nicht minder verstörende nymphomane Comic-Verkäuferin Libby (Ellen Page) als sein Sidekick Boltie. Doch ganz gleich, was die zwei anrichten – in einem ist sich Frank todsicher: Alles geschieht mit Gottes Segen!

Script-Autor und Regisseur James Gunn – von dem behauptet wird, er sei für sein Drehbuch zu dem Troma-Klassiker TROMEO AND JULIET mit mickrigen 150 Dollar entlohnt worden – ist ein Mann fürs Robuste. Wie schon sein Regiedebüt SLITHER schlägt auch SUPER immer wieder über die Stränge, als sei der Film selbst vom Tourette- Syndrom befallen. Sollen wir lachen oder weinen angesichts des irren Treibens in diesem wilden, wilden Film? Beides ist durchaus angebracht in James Gunns Höllenshow verlorener Existenzen mit ihrem bizarr-brachialen Showdown. Einfach super!

“While Crimson Bolt bears likeness to THE WATCHMEN, DEFENDOR and KICK-ASS, James Gunn has created what is perhaps the definitive take on self-reflexive superheroes. If this outlandish dark comedy is not the zenith of its breed, God help us from what’s to come. Whether you’re new to the graphic novel game or a seasoned fanboy, you will find SUPER to live up to its name.”
Toronto International Film Festival

Anmerkung:
Der Regisseur James Gunn war zu Gast am Samstag 20. August um 16:45 Uhr im Cinemaxx 7 (Berlin) und Sonntag 21. August um 19:00 Uhr im Cinemaxx 1 (Hamburg).
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Filminfos

Director's Spotlight 2011

 
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Bewertungen

Super
  • Score [BETA]: 72
  • f3a.net: 7.4/10 87
  • IMDb: 6.9/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2019-12-08 07:05

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