s Thirst - Durst (2009) Review - Fantasy FilmFest Mobil
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Reviews Thirst - Durst

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Reviewer

landscape * 8.0

neue Leinwand!

Etwas aseptisch roch der Saal, weil wir die neue Leinwand einweihen durften. Wir hofften auf Blut, viel Blut - und poetische Bilder, die auf dem frischen Canvas richtig schön kommen.
Im Nachhinein fühle ich mich an "Let the Right One In" erinnert, der auch mit dem Vampir-Genre spielt und auslotet, was jenseits des üblichen damit angestellt werden kann.
Aber der Bezug zur Thérèse Raquin spielt auch eine Rolle: hält die Leidenschaft zwischen zwei Liebenden das Verbrechen aus, das wegen ihr begangen wurde?
Und gerade dieser Aspekt kann nur mit hervorragenden Schauspielern herausgearbeitet werden - und die sind an Bord.
So viel Blut hat die Leinwand dann nicht aushalten müssen, was soll’s, am zweiten Tag hat man noch genügend Sitzfleisch und kann sich ganz der Geschichte hingeben, die mehr Beziehungsdrama als Genrefilm ist.

war im Cinemaxx 1, Hamburg

Christian * 7.5

Durstlöscher

Die Leinwand im Hamburger Kino ist neu. Der Geruch kaum auszuhalten, vielleicht betäubend...Und passend dazu der neue Streich von Park als sedierendes Teufelszeug.

Durst ist phantastisches Kino, die Geschichte detailreich und liebevoll erzählt und dazu dürfen wir an Bildkompositionen teilhaben, die zum besten gehören, was modernes Arthouse-Kino zu bieten hat.

Eine Vampirgeschichte, nur vordergründig. Vielmehr geht es um bedingungslose Liebe zwischen zwei Kreaturen, obwohl eigentlich kein Platz ist für sie.

Mitfühlend, schonungslos, kompromisslos und dann immer wieder dieser Bilderrausch. In teils langen Einstellungen kann sich der Betrachter nicht entziehen, sondern nimmt Teil am Pakt mit der Liebe bis zum zauberhaften Schluss.

Anders als die anderen Parks. Aber hier eine uneingeschränkte Empfehlung.

glotzte im Cinemaxx 1, Hamburg

The_Coma-man * 10.0

"Sind andere Frauen auch so?"

Sechs Filme, Sechs mal 10.0!! Das muss man erstmal schaffen!!

Nach dem Bonbon-bunten I AM A CYBORG BUT THAT’S OK nun also der pastelfarbene THIRST, der elegant urbane Vampir-Story und schuldbehaftetes Beziehungsdrama kombiniert.

Angefangen bei den Farben, über die blutjunge Hauptdarstellerin, den Einstellungen, dem Soundtrack und der gekonnten Verbindung von Horror- und Liebesfilm, kommt aus dem offenen Mund nur ein Wort: "virtuos".

Nach LET THE RIGHT ONE IN der zweite große Blutsauger-Film des ausgehenden Jahrzehnts, der Genrekonventionen ebenso bricht wie er sie einhält.

verweste im Cinemaxx 7, Berlin

Tweek * 6.5

Kurz belichtet:
Ich scheine in der Minderheit zu sein, aber: So richtig warm wurde ich mit "Thirst" nicht. Dabei schätze ich "J.S.A.", "Sympathy For Mr. Vengeance" und "Oldboy" sehr und freute mich richtig auf Mr. Parks neues Opus. Schlecht geworden ist es nicht, tatsächlich besser als das meiste, das uns sonst noch im Programm präsentiert wird. Aber für meinen Geschmack pendelt der Film zu stark und oft zwischen skurrilem Humor und bewegenden Momenten hin und her und hinterläßt eher den Eindruck einer unentschlossenen Tragik-Komödie mit Vampir-Touch. An hübschen und bizarren Ideen mangelt es nicht, sowohl optisch als auch storytechnisch wird einiges geboten. Die Schauspieler überzeugen gewohnt, besonders die Hauptdarstellerin ist grandios und wiegt in meinen Augen einige Schwächen des Films mehr als auf. Über die doch recht lange Laufzeit hinweg kann mich das Werk dann aber nur bedingt fesseln, und von dem vollmundig angepriesenen frischen Wind im Vampir-Genre weht mir auch nur wenig ins Gesicht. Von der gewaltigen Wucht früherer Park-Streifen vermisste ich hier doch einiges.
Fazit: Gute Unterhaltung, aber für mich kein Meisterwerk. Auf dem FFF trotzdem sicherlich ein Must-See.

war im Cinemaxx 7, Berlin

Sonysonic * 3.5

Schluss mit dur.....lustig!

Unterhaltungswert stellt für mich die Essenz einer filmischen Darbietung dar, die Veräußerung dieses Unterhaltungswertes kann sich in den unterschiedlichsten Formen widerspiegeln. Es gibt Zelluloidexemplare, welche über 3 Stunden das vollendete Betrachterinteresse auf sich ziehen und Kurzfilme, bei denen jede Sekunde als Zeitverschwendung empfunden wird....darüber hinaus existieren natürlich die unterschiedlichsten Abwandlungen dieser zwei Extrembeispiele.

Ich würde dieses Exemplar nicht unbedingt als zeitliche Fehlinvestition bezeichnen, sehe ich mich jedoch der Bezeichnung Momentumjackpot um so ferner!

Die Story gründet auf einem Konflikt von glaubensgeprägter Aufrichtigkeit und daraus resultierender Probestellung selbiger. Die Basis des Inhalts ist fern jeglichem Neuen oder Anderssein. Dass sich in die (bzw. aus der) zuspitzende(n) persönliche(n) (geistlichen) Lage des Primärdarstellers zusätzlich ein (familäres) Beziehungsdrama fügt, bereichert weder den Verlauf noch die Intensität der Storyline. Zwar treten teils einige unterhaltsam ironische Szenen zu Tage und der später (antiautoritär) selbstläuferische Werdegang der weiblichen Hauptbegleitung erscheint durchaus inhaltlich erweiternd, allerdings nicht wirklich (er)füllend!

Wer sich diesem Ableger anvertraut, benötigt ein erhebliches Maß an Geduldigkeit, sollte jedoch nicht enttäuscht sein, wenn sich binnen der Sichtung das Gefühl festigt (bzw. am Ende bewahrheitet), für seine Geduld nicht honoriert zu werden!

FFFler * 8.5

Now I’m hungry

Park Chan-Wook ist zurück und das ausgerechnet mit einem Vampirfilm! Aber wer den Regisseur kennt, dem dürfte klar sein, dass das hier alles andere als der übliche Genrefilm ist und viel Tiefe hinter seinem Werk steckt. Das sieht man sofort an den großartigen Charakteren und ihren Entwicklungen, die auch überzeugend zu Ende gebracht wurden. Dazu kommt noch die erneut überwältigende Regie von Park Chan-Wook, dessen Atmosphäre dank der Ausstattung und Musik mal wieder einfach nur umzuhauen vermag. Darstellerisch überrascht vor allen Dingen die bislang relativ unbekannte Ok-vin Kim, die mit ihrem intensiven und fesselnden Spiel sogar Kang-ho Song locker in die Tasche zu stecken vermag. Vorerst langt es bei mir dennoch nur zu 8 Punkten, da ich das Ende gerne schon etwas eher beim Happy Birthday gesehen hätte, aber auch das Ende im Film wusste zu gefallen und mich zufriedenstellen.

war im Cinemaxx 7, Berlin

Rohrkrepierer S

Dieser Review enthält SPOILER!

Muß ruhen

Park Chan-Wook hat es geschafft. Er hat seine eigene Filmsprache gefunden. Dieser Mann muß nichts mehr beweisen, er hat in einem für Film und Kino sehr starken Land einen eigenen Pfad zu einem Weg ausgetreten, auf dem derzeit und vielleicht für alle Jahre nur er selbst die Richtung nicht verlieren kann. Ein Ziel auf diesem Weg? Gibt es wohl nicht, denn sein Weg führt nirgendwo hin, verharrt in reinsten Stilformen.

Mit seinem neuen Werk "Thirst" beweist er dieses erneut sehr beeindruckend. "Thirst" ist zerfahren in seiner Geschichte und auch ohne Kenntnis des zugrundeliegenden Buches Emile Zolas denke ich, daß der von Park Chan-Wook zusätzlich eingebrachte Vampirismus mächtig aufgesetzt und als störend für eine geradlinige Geschichte ist.

Kein klarer Rahmen ist zu erkennen, zu viele Handlungsebenen werden eröffnet und nicht befriedigend zu Ende gebracht. Der Spannungsaufbau scheint gelegentlich vorhanden, zerbricht dann aber wieder in tausend Einzelteile und Song Kang-Ho dient trotz wieder einmal brillantem Spiels nicht als Identifikationsfigur und kann den komplexen Verlauf nicht zusammenhalten.

Soll Park Chan-Wook versagt haben? Nein! Nicht im Geringsten. "Thirst" packt mich. Park Chan-Wook bringt mich ständig zum Grübeln, zum Weinen und Schlucken. In all seiner Konfusion sehe ich "Thirst" als Kunstwerk und als logische Folge eines "I’m a cyborg, but thats ok". Eine von der Welt enttäuschte und entrückte weibliche Figur erfährt Anerkennung, Unterstützung - doch entdeckt sie sich selbst neu dabei und nutzt ihre neuerlangte Macht um ihre über Jahre angestaute Frustration zu entladen und schlußendlich daran - anders als im Quasivorgänger - zu verzweifeln.

Eine weibliche Figur? Ja, denn für mich stellt Kim Ok-Vin als Tae-Joo die eigentliche Hauptfigur in "Thirst" dar. Um ihre zarte und gleichermaßen kraftvolle Präsenz herum entspinnt sich die Geschichte, ist ein klarerer Rahmen erkennbar. Ihr wundervolles, packendes Spiel, ihre von Beginn an vorgezeichnete Entwicklung, all das kommt perfekt auf den Punkt gespielt und rührt mich zu Herzen im selben Maße, wie es mich erschreckt und schockiert.

Vielleicht das schwächste Werk des Regisseurs bislang, vielleicht aber auch sein komplexestes das sich über Jahre entwickeln muß. Erst nach dieser Zeit wage ich "Thirst" wirklich beurteilen zu können. Bis dahin behalte ich seine Bilder, seine Stimmungsschwankungen und die unfassbar gute Musik in meinem Kopf und erlaube diesen jederzeit - wie all seinen Vorgängerwerken auch - den Weg in mein Herz zu begehen.

staunte im Cinecitta' 3, Nürnberg

Timo * 5.0

Just another Lovesong.

Park Chan-Wook’s neustes Werk entpuppt sich gegen jede Erwartung als ziemliche Bauchlandung. Was sich vielerorts als bedeutungsschwangeres Glaubensdrama über den "Durst" nach Leben und Eigenverantwortung beweihräuchern lässt, stellt streng genommen etwas ganz anderes dar: THIRST ist eine dünne Liebesgeschichte, gespickt mit den altbekannten Vampir-Possen. Der Glaubenskonflikt trägt die langatmige, träge und äußerst uninspirierte Geschichte leider nicht. Dieser wirkt eigentlich fast wie ein Vorwand, mehr in THIRST zu sehen als es zu sehen gibt. Darstellerisch und musikalisch ist natürlich auch dieser Park Chan-Wook Film aller erste Sahne. Die Inszenierung allerdings lässt die gewohnten Raffinessen des koreanischen Meisters vermissen. Die Darbietung fällt nahezu bieder aus, was wiederum zur sehr grauen Erzählung passt. Es ist irgendwo doch eine kleine Tragödie, weniger jedoch der Film selbst als dessen Platz in Park’s Filmographie. THIRST ist leider sein bisher schwächster Film. Aber wieso traut sich keiner dies zu sagen? Eine Liebesgeschichte die komplett kalt lässt, weil Park Chan-Wook jede Szene komplett ausformuliert, Vampirelemente, die man genau so schon zig Mal gesehen hat. Einzig und allein die Tatsache, das THIRST es schafft seine Geschichte trotz enormem Gewaltpegel ohne jede Spannung zu erzählen, fasziniert dann doch. In einem durch und durch mittelmäßigen Film, von einem der größten internationalen Regisseure unserer Zeit. Next.

goutierte im Metropolis 6, Frankfurt

Michaela S * 8.0

Dieser Review enthält SPOILER!
Das war es nun, Parks neuestes Werk. Vorgestellt mit den Worten, dass alle guten Vampirfilme immer auch eine tragische Liebesgeschichte seien. Soweit so gut. Die tragische Liebesgeschichte hätte auch ohne das Vampirthema funktioniert. Ein Pater, der sich unglücklich verliebt, na da denkt man doch gerne an Pater Ralph aus den Dornenvögeln. Der trottelige Ehemann, der dran glauben muss, um der Liebe der beiden nicht mehr im Weg zu stehen und der dann aber doch das Gewissen und die Beziehung der beiden belastet, diese Szenen hatten ja fast schon was Miike-mäßiges. Und eine skrupellose Ehefrau, die am Ende doch nicht kriegt, was sie will. Hin und wieder ein Hinweis auf den Zwiespalt des Paters bezüglich seines Glaubens und der sinnlichen, sündigen Welt. Eigentlich eine ironische Konstellation: der Pater, der ja für die Kirche und deren Moralvorstellungen / Regeln steht, Enthaltsamkeit geschworen hat, der zum Vampir wird. Der Vampir steht jedoch außerhalb der Gesellschaft und deren Moral, er steht für die verborgenen und dunkelsten Wünsche im Menschen. Insgesamt gesehen hatte der Film gute Ansatzpunkte, manches hätte besser herausgearbeitet werden können, z.B. der Konflikt des Paters zwischen seinem Glauben und dem Vampirdasein, die ja in sich widersprüchlich sind. Auf die Sexszene hätte ich gerne verzichtet. Die eingestreuten schwarzhumorigen Szenen waren gut, hätten sogar ein bisschen mehr sein dürfen. Schauspielerisch war das ganze topp. Und das Ende romantisch mit tollen Farben. Der Film hätte ein klein bisschen mehr Tempo haben können.

Anders als die bisherigen Parks, ein etwas anderer Vampirfilm ohne jedoch neues zum Thema Vampir zu bringen.

glotzte im Cinema, München

Alan Smithee * 9.0

Verdammt in alle Ewigkeit?

"Thirst" wurde im Vorfeld richtigerweise als Vampirfilm für Erwachsene beworben. Neben "Lady Vengeance" ist er für mich Park Chan Wook’s bisher reifste Regiearbeit und besticht durch seine stimmungsvolle Atmosphäre und präzise Kameraarbeit. Park lässt sich viel Zeit die Ausgangssituation und seine Figuren einzuführen. Erwartet man keinen Horrorreißer und lässt sich auf die ruhige Erzählweise ein, wird der Film dabei auch nie langweilig, da jede Szene wichtige Details beinhaltet, die für den weiteren Verlauf der Geschichte oder zum Verständnis der Beziehungen zwischen den Charakteren und ihren Handlungen wichtig sind. Vieles bleibt unausgesprochen und wird nur angedeutet, so dass es sich lohnt den Film auch ein zweites Mal anzusehen. Charakteristisch für Park ist sein Sinn für schwarzen Humor und ironische Doppeldeutigkeiten, die die melancholische Grundstimmung des Films an vielen Stellen auflockern. Park’s Stammschauspieler Song Kang-ho gibt erneut eine überzeugende Vorstellung und bringt den inneren Zwist des Priesters, der eigentlich nur für andere Menschen da sein möchte und unter den "Erfordernissen" seines neuen Vampirlebens zunehmend leidet, glaubwürdig rüber. In einer Schlüsselszene greift Park auch eines seiner wiederkehrenden Themen auf, die Schwierigkeit zwischenmenschlicher Kommunikation, und spannt damit inhaltlich einen Bogen zu seinen früheren Filmen. Ich habe mich beim ersten Sehen des Filmes gefragt, ob man ihn im Subtext vielleicht auch als Parabel auf die (biologisch) unnatürlichen Zwänge und inneren Widersprüche lesen sollte, die das Leben als Priester mit sich bringen mag. Nach dem FFF wischte ich den Gedanken erstmal beiseite, aber als ich den Film vor kurzem wieder sah, hatten viele Szenen vor dem Hintergrund jüngerer Nachrichtenmeldungen irgendwie einen seltsamen Beigeschmack. Unabhängig davon ist der Film eine klassisch angelegte und ungewöhnlich erzählte Vampirgeschichte, die auf wunderbare Weise Anne Rice mit koreanischen Eigenheiten verbindet.

glotzte im Metropolis 6, Frankfurt

67 Bewertungen auf f3a.net

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Bewertungen

Thirst - Durst
  • Score [BETA]: 78
  • f3a.net: 7.7/10 67
  • IMDb: 7.8/10
Bewertungen von IMDb werden zuletzt vor dem Festival aktualisiert, falls verfügbar!
© Fantasy FilmFest Archiv 2020-09-19 06:51

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